Landtagswahl in NRW

Leverkusen, Bonn, Würselen: Martin Schulz im Wahlkampf-Endspurt in Nordrhein-Westfalen

Karin Nink12. Mai 2017
35 Termine in drei Tagen: Kurz vor der Landtagswahl tourt SPD-Chef und -Kanzlerkandidat Martin Schulz durch Nordrhein-Westfalen, um für Hannelore Kraft zu werben. Die Botschaft ist dabei klar: Jede Stimme hilft der Demokratie.

Seit Mitte der Woche ist SPD-Chef Martin Schulz im Wahlkampfendspurt für und in Nordrhein-Westfalen unterwegs: Straßenwahlkampf in Leverkusen, Firmenbesuch in Bonn, Wahlveranstaltungen in Aachen und seiner Heimatstadt Würselen. Unermüdlich reist er durchs Land und hat insgesamt 35 Wahlkampf-Termine absolviert. Er will, dass die Menschen ihre Stimme abgeben: „Nur mit einer hohen Wahlbeteiligung sinken die Chancen der Rechtspopulisten, in den Landtag einzuziehen.“

Schulz: Investitionen in Bildung

Bildung, Gerechtigkeit, Respekt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf  sind seine Themen. Er habe „das Bild von einer Gesellschaft, in der Menschen besser mitgenommen werden“, ruft er seinen Zuhörerinnen und Zuhörern in der Leverkusener Fußgängerzone zu und betont, wie notwendig mehr Investitionen in Bildung seien. Respekt voreinander und vor der Leistung jedes einzelnen ist ein immer wiederkehrendes Thema. Denn Schulz ist überzeugt: „Eine Gesellschaft, die auf gegenseitigen Respekt aufgebaut ist, ist nach innen friedlich.“

In diesen Tagen bekommt auch das Thema Europa in den Reden des Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten deutlich mehr Gewicht. Schulz setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem neu gewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron und wehrt sich unter dem Applaus seiner Anhänger auf dem gut besuchten Aachener Marktplatz dagegen, dass die Europäische Union schlecht geredet wird.

Unterstützung für Macron

Lob gibt es für Emmanuel Macron und dessen Vorschläge zur Vertiefung der Europäischen Union, scharfe Kritik an der Union und Bundesfinanzminister Schäuble: Statt einen Dialog mit Macron anzustreben, halle ein „Nein. Nein. Nein aus Berlin“, schimpft Schulz.

Gerade in seiner nordrhein-westfälischen Heimat, nahe der niederländischen und belgischen Grenze, erntet er dafür besonders viel Applaus. Hier haben die Leute über Jahrzehnte gelernt, dass es ohne ein gutes Miteinander in Europa nicht geht. Wohl auch deswegen ist Schulz zutiefst davon überzeugt, dass es wichtig ist, allen Widrigkeiten zum Trotz im Wahlkampf über Europa zu reden. Am Donnerstagabend in der voll besetzten Freilichtbühne Burg Wilhelmstein in Würselen erinnert er daran, wie die Bundesrepublik Deutschland schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in denVorläufer der EU aufgenommen worden ist. Jusos und SPD-Mitglieder jubeln und halten rote Schilder mit der Aufschrift „Unterbezirk Kandidat“ hoch.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In seiner Heimatstadt gibt Schulz auch dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein besonderes Gewicht als er die Lebensgeschichte der örtlichen Landtags-Kandidatin Eva-Maria Voigt-Küppers erzählt. Schulz’ Freundin aus alten Juso-Tagen hat – nachdem ihr Mann jung starb – vier Kinder alleine großgezogen. „Kaum einer kann besser über die notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf reden als du “, ruft Schulz ihr zu. „Du hast gekämpft wie eine Löwin“, sagt er und beteuert seine „Bewunderung für deine fantastische Lebensleistung“.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer in Burg Wilhelmstein jubeln den beiden dort vorne auf der Bühne zu. Schulz und Voigt-Küppers blicken in ein kleines Meer aus roten SPD- und Juso-Fahnen. Für ihre Anhänger ist sicher: „Eva-Maria gewinnt am Sonntag und Martin im September“ .

weiterführender Artikel