Die Realos der SPD!?

Woher kommt der Hass auf den Seeheimer Kreis?

Robert Kiesel02. Januar 2018
Die Spargelfahrt des Seeheimer Kreises gilt als fester Bestandteil des SPD-Veranstaltungskalenders. Im Netz wurden die Seeheimer dafür nun als „neoliberale Spargelschiffer“ verunglimpft.
Seit seiner Gründung im Jahr 1974 wird der Seeheimer Kreis von der SPD-Linken mit Argwohn betrachtet. Nun eskalierte der Hass im Netz. Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs nimmt Stellung.

Das Timing passte: Einen Tag vor dem Bundesparteitag der SPD, als die Scheinwerfer der Medien bereits auf die Sozialdemokraten ausgerichtet waren, schlugen die Seeheimer zu. Unter dem Titel „21 Thesen zur SPD im 21. Jahrhundert“ veröffentlichten sie ihr Strategiepapier zur Erneuerung der SPD. Ihre Forderung: „Gemeinsam eine moderne sozialdemokratische Idee von der Zukunft und dem Leben im 21. Jahrhundert zu entwickeln“ und nach der Klatsche bei der Bundestagswahl „nicht in eine Oppositionsromantik verfallen“.

Von Sachlichkeit keine Spur

Klare Thesen, die – deshalb das gute Timing – in den Tagen darauf für Diskussionen sorgen sollten. Was kurz nach ihrer Veröffentlichung geschah, dürfte aber auch die Seeheimer überrascht haben. Auf der Facebookseite des vorwärts liefen binnen weniger Stunden hunderte Kommentare ein, auch auf vorwärts.de wurde fleißig kommentiert. Während sich die Seeheimer die Mühe gemacht hatten, auf sieben Seiten ihre Vorschläge sachlich auszubreiten, war zahleichen Kommentatoren daran offenbar nur wenig gelegen. „Neoliberale Spargelschiffer“, „Totengräber der SPD“, „Pack“ und „rechtes Seeheimervolk“ waren nur einige der Bezeichnungen, mit denen sie die Seeheimer attackierten. Auch schärfere Beleidigungen waren dabei, wurden aber umgehend gelöscht.

„Merkel kann es nicht.“ Johannes Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises, sieht den Grund für das Scheitern der Jamaika-Gespräche in der Bundeskanzlerin.
Johannes Kahrs ist Sprecher des Seeheimer Kreises.

Doch woher kommt der Hass, der dem Seeheimer Kreis - laut Selbstbeschreibung eine Arbeitsgemeinschaft für moderne und pragmatische Politik innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion - entgegenschlägt? Johannes Kahrs, Sprecher des Kreises und Gewinner des Direktmandats in Hamburg-Mitte, sieht es so: „Im Kern ist da relativ viel Frust unterwegs und einige sind auch ziemlich unentspannt.“ Die Seeheimer würden es nicht anstreben, ein Flügel in der Partei zu sein. „Wir sind Sozialdemokraten und sehen uns als Neigungsgruppe in der Bundestagsfraktion, wie es noch zwei andere gibt“, so Kahrs weiter.

SPD-Linke fürchten Machtübernahme der Seeheimer

Frust, fehlende Entspannung, reicht das als Erklärung aus? Fakt ist: Viele linke SPD-Mitglieder kritisieren, die Seeheimer hätten zu viel Macht in der Partei. Tatsächlich sind nicht nur Parteichef Martin Schulz und Lars Klingbeil, neuer Generalsekretär der Partei, Mitglieder der Gruppe. Auch Thomas Oppermann, zuvor Fraktionschef und jetzt Bundestagsvizepräsident, ist Seeheimer, genau wie Carsten Schneider, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Doch droht der Partei deshalb, wie viele Kommentatoren warnen, ein „neoliberaler Kurs“ und der Abstieg der SPD in die Bedeutungslosigkeit?

„Die SPD ist keine neoliberale Partei, sie macht auch keine neoliberale Politik. Die Politik der SPD ist immer zuvor auf Bundesparteitagen oder in der Bundestagsfraktion beschlossen worden, wo alle Gruppierungen vertreten sind. Dass die Seeheimer dort eine absolute Mehrheit hätten, wäre mir neu“, sagt dazu Johannes Kahrs. Der 54-Jährige wehrt sich grundsätzlich gegen die Darstellung des Kreises als reaktionäre Gruppe innerhalb der Partei: „In der Presse werden wir immer als rechtskonservativ dargestellt. Wir selbst sehen uns so gar nicht. Wir sehen uns eher als Kreis von Pragmatikern, als die Realos der SPD.“

Kahrs wirbt für Toleranz und Zusammenhalt

Kahrs, der selbst immer wieder mit seinen pointierten Statements in den sozialen Netzwerken polarisiert, wirbt für etwas mehr Gelassenheit: „Wir streiten uns vielleicht manchmal darum, was der richtige Weg ist. Die Öffnung der Ehe für alle hat mir aber gezeigt, dass man aus unterschiedlichen Gruppen kommen und für das Richtige streiten kann.“ In Richtung der Kritiker des Seeheimer Kreises sagt er: „Ein bisschen mehr Toleranz, ein bisschen mehr Zusammenhalt können sicher nicht schaden. Man sollte sich nicht gegenseitig absprechen, ein guter Sozialdemokrat zu sein.“

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Kommentare

Der Kommunikationsprozess

Seit dennTagen des Altmeisters Helmut Schmidt bis über Gerhard Schröder leidet die SPD an der angemahnten Tolleranz – auch Kahrs ist kein leuchtendes Beispiel für dies Kommunikationskultur. Wie heißt es so schön, wie es in den Wald ruft so schallt es auch wieder zurück – Es ist nie zu spät die Kommunikationsprozesse innerhalb der SPD genauer anzuschauen. Die SPD ist die einzige Partei der ein Parteivorsitzemder abhanden kam und der sich dann in einer neue Partei engagierte – dieser Bruch ist nicht ausgeheilt. Wir brauchen keine Appelle sondern Menschen denen die Einigkeit der Partei eine Herzensangelegenheit über alle Gegensätze hinaus ist und die Kritiker in den eigenen Reihen nicht abwerten und diskreditieren. Aber vielleicht ist es das Los unserer Zeit die überall um sich greifende Fragmentierung zu akzeptieren und damit auch die viele kleine Splittergruppen.

Woher kommt der wohl ...

Jetzt habe ich mir dies 21 Thesen angetan. Meine erste Frage danach war dann: Welche grottenschlechte PR-Agentur hat diesen Mist für den Kreis zusammen gedragt&gedroppt ? Es schreit vor trivialen Nichtigkeiten und heisser Luft. Kein Wort über "Agenda 2010" oder Hartz und wie man damit umgehen will. Und In der Zwischenzeit landen immer mehr Menschen auf dem Müll. Diese Art Sprüche hat man schon viel zu oft gelesen und könnten auch der FDP gut zu Gesichte stehen. Das Problem ist wohl die Unfähigkeit zur echten Selbstkritik. Ein Konzept sieht wirklich anders aus.
Und ein Sozialliberales erst recht.

Kein Wort über die Schere "arm-reich".

Kein Wort über die Schere "arm-reich" bei den #Seeheimer! Nur Quatsch für Schafe-GenossInnen, damit die nichts anderes fordern, aber NOCH MEHR FÜR DIE SKLAVENHALTER-Oligarchen-Satanisten-Faschisten ARBEITEN.

Es scheint so, dass die Seeheimer einen Auftrag des NWO(New World Order - "moderne" Sklavenhaltegesellschaft)-Plans haben, die SPD zu vernichten!!! Nach dem NWO-Plan, müssen alle linke Parteien weltweit vernichtet werden!!!

Arbeit muss nicht der Leser sondern der Thesenaufsteller machen

Das Thesenpapier hab ich aus dem Grund nur überflogen, als ich feststellte, dass ich die Thesen selbst herausarbeiten und formulieren müsste.

Denn:
Duden These
1) (bildungssprachlich) behauptend aufgestellter Satz, der als Ausgangspunkt für die weitere Argumentation dient.
2) (Philosophie) (in der dialektischen Argumentation) Behauptung, der eine Antithese gegenübergestellt wird

Wikipedia:
Die These (von altgriechisch θέσις thésis, deutsch ‚aufgestellter Satz, Behauptung‘) bezeichnet eine zu beweisende Behauptung oder einen Leitsatz. Die Gegenbehauptung kann eine Antithese sein. Das Begriffsverständnis geht zurück auf die Triade These, Antithese und Synthese des Philosophen Friedrich Hegel.

Zunächst sind also die Thesen sauber und knapp zu formulieren und vom übrigen Text abzuheben [These 1 ...], dann kann man sie jeweils begründen. Ist diese Arbeit geleistet, kann sie den Lesern vorgelegt werden.

Dann erst kann man darüber zweifelsfrei diskutieren. Sonst geht es zu wie beim Hornberger Schiessen.

Woher kommt nur der "Hass" auf die Seeheimer?

Nun ja, die Agressivität wird wohl daher kommen, daß die Partei offensichtlich in etwa gleich große Hälften gespalten ist - die eine Seite neigt den m.A.n. sehr wohl neoliberalen Haltungen der SPD seit Agenda 2010 weiter zu und erhofft ihr Heil in der "Mitte", die anderen sehen einen Verrat an den "kleinen Leuten". Beide Seiten existieren in ihrer Filterblase und derzeit ist niemand da, der das verbindet. Die Führungsgremien sind alle in der Hand der Seeheimer (satirisch: weiblicher, jünger usw) und der Vorsitzende steht für die neoliberale Europa- Agenda der letzten anderthalb Jahrzehnte (Der Schulz- Zug hat gezeigt, welche Dynamik jemand auslösen könnte, der wirklich für linke Positionen einträte). Ein Kommunikationsproblem ist es m.A.n. nicht - eher eines der konkreten Inhalte und Positionen, die nicht sozial und nicht links genug sind um eine erkennbare Alternative zur Merkel-CDU darzustellen. Schlechte Aussichten für die nächsten Wahlen wie für die Koa- Gespräche. Ich empfehle zur weiteren Lektüre die Texte auf makroskop.de.
Solidarische Grüße!

Einseitig

Es spricht ich für eine ausgewogene Berichterstattung im Vorwärts, dass hier nur eine Seite zu Wort kommt. Es zeigt eben das unselige Gewicht der Seeheimer in der Partei. Herr Kahrs steht nicht für sozialdemokratische Politik oder "soziale Gerechtigkeit", wie alleine seine Taten, Affären und Skandale der letzten Jahrzehnte zeigen. Er steht, mangels beruflicher Alternative, für reinen Machterhalt, Profit steht bei ihm wie vielen Funktionären über Prinzipien. Die Führung, Schulz, Klingbeil, Oppermann, Scholz etc. sprach nur von Neuorientierung und sicherte sich Posten. Die alte Garde ist die neue, mit den alten, neoliberalen "Thesen", am Menschen vorbei. Bei den Genossen und Wählern gibt es daher einen großen Vertrauensverlust. Mit den Seeeimern ist die Partei auf 20Prozent, demnächst wohl auf 15 Prozent, gesunken. Selbstreflexion angesichts des schlechtesten Wahlergebnisses seit Beginn der Republik ist nicht zu erkennen. Aber weiter vorwärts oder eher abwärts mit Kahrs, der seit Jahren an Stimmen im Wahlkreis verliert und sich dreist zu den "Gewinnern" zählt, sozialdemokratisch ist an Berlinreisen, Spargelfahrten, an reinem Machterhalt und Wählerverachtung nun rein gar nichts.

Am Rande des Untergangs

Wundert es wirklich jemanden, dass der Ärger über die Politik der Seeheimer in der Basis so groß ist? Die Politik dieses Flügels ist das was die SPD unter Gerd Schröder gemacht hat und in großen Teilen bis heute macht und da kommt unser Wähler einfach kaum vor. Das ist auch der wichtigste Grund dafür, dass wir heute bei unter 20 Prozent liegen. Wir müssen wieder glaubhaft werden, aber das schaffen wir nur, wenn wir echte Alternativen zu der Politik der Kanzlerin bieten und das können wir auch. Nur liegen diese nicht im Spektrum der Seeheimer, sondern ein ganzes Stück links davon. Und dies muss im Diskurs mit allen auch mal klar gemacht werden, es ist Zeit, einen neuen Weg zu beschreiten.

wie wird Mensch politisch glaubwürdig ?

Du hast Recht, Gen. Rösler, "wir müssen wieder glaubwürdig" werden. Aber das wird man nicht allein durch die "Formulierung" von echten sozialdemokraiischen Alternativen. Wichtiger ist, dass die Menschen erkennen, dass wir die Politik, Partei und Gesellschaft nicht länger der Herrschaft von tausenden von Berufspolitikern ( in Bund,, Ländern, Kommunen und Europa ) überlassen.
Sozialdemokratische Politik kann nur im engen Verbund von arbeitenden und politischen Menschen erkämpft werden, nicht von einer "Elite" von Berufsreaktionären. Im neuen Bundesvorstand sitzen 100% Abgeordnete, Staatssekretäre und Minister. Kein einziger "Normalverdiener" befindet sich weder im BV voch im Präsidium. So sieht #Neuanfang nicht aus.

Glaubwürdigkeit...

... würde die politische Elite erzielen, wenn sie endlich eine Politik "FÜR" das Volk macht und nicht "GEGEN" das Volk! Aber dazu müßte die politische Elite (Besitzstandswahrer) aber nicht nur an sich selbst denken, sondern auch an das Gemeinwohl bzw. Volkeswohl.

Es ist spannend zu lesen, wie

Es ist spannend zu lesen, wie Kahrs sich selber sieht. Ich fand es auch spannend wie die konservative FAZ sein System beschrieb. Seit seiner Handy-Affäre bin ich was seine Position anbelangt skeptisch.
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spd-hamburg-das-system-johanne...

Woher kommt der Hass auf den Seeheimer Kreis?

Vorab: Hasstiraden auf den Seeheimer Kreis sind absolut indiskutabel und
verbieten sich. Mehr gibt es in Punkto "Hass" nicht zu sagen. Was
im Facebook verbreitet wurde kann ich nicht beurteilen - nehme nicht
dran teil. Was in der vorwärts-Internet-Seite zur "Oppositionsromantik"
geäußert wurde ist dort nachzulesen. Auch mein Kommentar.
Für Hass halte ich dies nicht. (Dann hätte es auch gelöscht werden müssen!) Die Kritik an den Seeheimern war zuweilen hart und auch sehr
hart. Aber diese Kritik haben sich die Seeheimer redlichst verdient.
Sie sind Neoliberale reinsten Wassers. Da gibt es kein Vertun. Sie sind
Jünger des 'Schröder-Blair-Papiers' und ihre Position hat bis heute dazu
geführt, dass es z.B. keine Wende bei 'Hartz-IV/Agenda 2010' gibt. Keine!
Man könnte jedenfalls noch 100 neoliberale Punkte der Seeheimer aufführten, die alle bis heute munter weitergehen - zum Schaden der Masse; von denen, die die SPD eigentlich erreichen müsste! Diese
erreicht sie aber nicht mehr. 20,5 Prozent stehen. Johannes Kahrs sollte keine Krokodilstränen weinen, sondern in sich gehen. Das wird er aber nicht. Und auch deshalb "schmiert die SPD ab"! Aus absolut eigener Schuld!

Kahrs

Die Seeheimer begreifen nicht, dass weite Teile der SozialdemokratInnen es satt haben, mit ihrem Positionen identifiziert zu werden. Präziser, es ist ihnen egal, weil sie haben ja ein "entspanntes Verhältnis" zur Macht. Das ihre "Umtriebe" der SPD in den vergangenen Jahren die Hälfte der Mitglieder gekostet haben, darüber sehem sie ebenfalls "entspannt" hinweg. Dann von "Zusammenhalt" zu schwadronieren ist dreist, passt aber ins Bild.

Stammt der Hass auf Seeheimer Kr. aus Wut über eigene Schwäche?

Meiner Meinung nach ja. Denn die "linken" Sozialdemokraten können den eher konservativ-bürgerlichen Kreisen in der SPD nichts entgegnen, und zwar schon seit vielen Jahrzehnten nicht. Der Kampf der Lassellaner gegen die Bebelianer wurde für die Lassellaner entschieden. Daher die Wut der Unterlegenen.

Die Aushöhlung sozialdemokratischer Positionen begann nämlich mit dem Godesberger Programm, welches das Heidelberger ablöste. Die SPD trennte sich damals von den Marxisten, mit dem Radikalenerlass dann von den Sozialisten und mit der Agenda 2010 inhaltlich von den Sozialdemokraten.

Genau darüber verzweifeln die noch in der SPD gebliebenen Sozialdemokraten. Das Problem aber ist, sie haben keine weltanschaulich feste Position, von der aus sie aus sicherem Stand mit den Seeheimern ringen könnten.

Die Rückbezug auf die sozialliberale Zeit hilft da nicht weiter, weil es keine liberale Partei mehr gibt, von der die SPD wie damals lernen und mit der sie eine Regierung bilden könnte

Links zu sein, ist keine moralisch-ethische sondern eine politisch-wirtschaftliche Frage. Wer den stets folgenlosen Verbalradikalismus mit einer linken Position verwechseln, hat keine Argumente.

Fakten können helfen

Es erstaunt doch immer wieder wie in Teilen der SPD Realitäten ausgeblendet werden. Erinnert sei bspw. daran, dass Schröder 2005 mit seiner Agenda-Politik noch gute 34 % der Wählerstimmen holen konnte. 2009 mit ersten Korrekturen an der Agenda-Politik und Mehrwertsteuererhöhung waren es unter Steinmeier nur noch 23 %. Bis heute hat sich an diesen Zahlen nichts geändert und dies trotz Mindestlohn (!!) und weiterer Korrekturen an der Hartzgesetzgebung. Neoliberale Politik sieht wirklich anders aus. Vielleicht sollte die SPD sich doch wieder mehr an einer vernunfts- und wirtschaftsorientierten Mitte-Politik ausrichten wie sie von den ach so bösen Seeheimern vertreten wird. Gute Arbeitsplätze und Sozialstaat erfodern nunmal eine starke Wirtschaft; das haben zumindest die Seeheimer in der SPD immer verstanden.

Fakten können helfen

"Gute Arbeitsplätze und Sozialstaat erfodern nunmal eine starke Wirtschaft; das haben zumindest die Seeheimer in der SPD immer verstanden."

Und weil die Seeheimer schon immer mit unendlichem Verstand gesegnet sind, führten sie unter Schröder den "besten Niedriglohnsektor Europas" ein und schafften damit jede Menge "gute Arbeitsplätze".
Die so beglückte Stammwählerschaft goutiert dies bis heute mit reichlich Kreuzchen auf dem Zettel.

Die Seeheimer Steinmeier, Steinbrück und Schulz konnten von dieser hervorragenden Politik nur nicht profitieren, weil der gemeine Wähler nichts von der "vernunfts- und wirtschaftsorientierten Mitte-Politik" versteht und diese Tatsache nicht ausreichend kommuniziert wurde.
Dem nächsten Seeheimer-Kanzlerkanditaten wird dieser kleine Fehler sicher nicht mehr unterlaufen.

Was sie allerdings mit "trotz Mindestlohn(!!) und weiterer Korrekturen an der Hartzgesetzgebung" meinen erschließt sich nicht denn Hartz IV-Betroffene sind vom Mindestlohn ausgeschlossen und andere "Korrekturen an der Hartzgesetzgebung" haben die Situation der Betroffenen auch nicht verbessert.
Bisher scheint der abstiegsgefährdete Teil der "Mitte" jedenfalls nicht begeistert

Seeheimer

Die Seeheimer sind m.E. Looser. Sie übernehmen mit Blick auf die "bürgerliche" Mitte Positionen von dort, die in der SPD nicht oder nur gering geteilt werden und wollen so zu Erfolgen kommen. Das gelingt ihnen aber nicht. Viele sehen sie damit als Verhinderer fortschrittlich sozialer Positionen, die irgendwo wortreich angerissen, dann aber nur bedingt angegangen werden. Die Rücksicht auf Nicht-Parteipositionen wird von denen, auf die Rücksicht zu nehmen lohnen soll, noch nicht mal belohnt. Das ist natürlich auch kein Grund aber vielleicht Beweggrund für noch übleren Hass.und Häme.

Neuer Kurs

Seit der Agenda 2010 und seit dem die SPD ihren linken Kurs verlassen hat, geht es und bei Bundestagswahlen bergab. Der Seeheimer Kreis hatte und stützt jetzt noch immer diese Agenda, die zu mehr Privatisierungen weniger Sozialstaat und die Kluft zwischen arm und reich immer weiter stärkt.
Die Spd und der Seeheimer Kreis müssen sich von dieser Politik der Mitte endlich trennen und wieder wie früher links stehen. denn die SPD ist eine linke Volkspartei

Warum wird hier von Hass gesprochen?

Ich hasse den Seeheimer Kreis nicht.

Johannes Kahrs polarisiert mit dem Ziel, die Menschen aufzubringen und fordert anschließend Gelassenheit, um sich selbst als sachlich zu profilieren. Das hilft ihm persönlich, ist aber nicht zielführend für die SPD und für unser Land.

Natürlich ist der SK innerhalb der SPD der rechtskonservative Flügel und natürlich nennt sich niemand gerne selbst rechtskonservativ. Pragmatisch klingt da besser.

Ein Gespür für das Volk und die immer größer werdende Bedrohung von rechts scheint bei den sich als sachliche Pragmatiker fühlenden Personen nicht im Vordergrund zu stehen.

Im Moment hab ich leider den Eindruck, dass die Energie des SK eher dafür verschwendet wird, die Basis Schrit für Schritt auf deren Kurs zur nächsten Groko zu bringen.

Liebe Leute vom SK. Wir brauchen Euch auf unserer Seite, auf der Seite der Sozialdemokratie. Die SPD ist nicht der linke Flügel der Union.

Bitte setzt euren Pragmatismus dafür ein, Wege abseits von der Groko zu suchen.

Deutschland braucht jetzt Demokratie auf offener Bühne, auch wenn die Gefahr von Überstimmung durch die rechte Mehrheit besteht. Da müssen wir durch. Für Deutschland und für die SPD.

Diskussionsbedarf

Das ist ja eine absolut verschlafene, traurige Website. Gibt es keinen Gesprächsbedarf in dieser Partei? Beliebtestes Sprachrohr der „erneuerten“ SPD unter Führung des Seeheimer Kreises ist offenbar die Springerpresse geworden. Was immer man der Öffentlichkeit gewichtiges mitteilen möchten, zuerst findet man es in der Welt, der Bildzeitung oder der Welt am Sonntag. Passt ja auch ganz gut zu den Inhalten.