Klimaschutz

Der Kampf gegen die Klimakatastrophe ist ein Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit

Robert Misik12. August 2019
Das Ziel muss sein, das Verbrennen fossiler Energien und die zusätzliche Aufheizung unserer Städte und Regionen zu reduzieren. Wer wirklich sein Auto braucht, weil er oder sie pendeln muss, kann entschädigt werden, meint Robert Misik.
Das Ziel muss sein, das Verbrennen fossiler Energien und die zusätzliche Aufheizung unserer Städte und Regionen zu reduzieren. Wer wirklich sein Auto braucht, weil er oder sie pendeln muss, kann entschädigt werden, meint Robert Misik.
Geht es um Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe, entdecken die falschen Freunde der einfachen Leute plötzlich die soziale Gerechtigkeit. Aber dass Klimaschutz die Armen trifft, ist ein Märchen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Klimakatastrophe trifft die einfachen Leute wie ein Keulenschlag.

Ein Charakteristikum unserer gesellschaftlichen Probleme ist, dass sie oft erdrückend groß erscheinen, praktisch unlösbar. Nehmen wir nur die wachsende Ungleichheit und die Unsicherheit, die sich in das Leben vieler Leute frisst. Viele Bürger und Bürgerinnen haben das resignative Gespür, dass sich daran sowieso nichts ändern ließe. Dazu bräuchte es ja nicht nur mutigere, entschlossenere Politiker, es bräuchte sie auch noch gleichzeitig an den Schlüsselstellen mindestens der G-8-Staaten. Und alle müssten an einem Strang ziehen. Wird’s nicht geben, vergesst es, so der Reflex. Die Sozialdemokraten leiden unter dieser Haltung. Sie haben ja nicht nur das Problem, dass sie die Bürger oft für unglaubwürdig halten, sondern zusätzlich noch, dass die Bürger ihnen nicht mehr zutrauen, dass sie das hinkriegen, was sie sich glaubwürdig vornehmen. Die fatalistische Diagnose lautet dann etwa: Ist sowieso nicht machbar.

Fatalismus der Konservativen

Eine ganz ähnliche Konstellation, die Fatalismus begünstigt, gibt es beim Thema Klimakatastrophe. Wir stecken mitten in dieser drinnen. Und viele Leute meinen, dass man daran doch wohl sowieso nichts mehr ändern kann. Dass das schon eine solch gigantische Lawine ist, da komme man nicht mehr dagegen an. Und wenn, dann nur mit so massivem Verzicht, dass man sich das nicht nur nicht vorstellen kann, sondern eigentlich auch nicht will. Die Kipppunkte, ab denen es einen Point of No Return gibt, sind doch längst erreicht, wenn Antarktis, Arktis und Permafrostböden schneller schmelzen, als man schauen kann. Diejenigen, die wollen, dass alles einfach so weiter geht, die haben in diesem Fatalismus eine Art seltsamen Alliierten.

Zu den Seltsamkeiten gehört aber auch, dass gerade die Konservativen, die die einfachen Leute permanent hinhängen, die Liberalen, die die Winner feiern und die Loser verachten, und die Rechtspopulisten, die die Klein- und Normalverdiener sofort verraten und verkaufen, sobald sie in Regierungen sind, plötzlich den „kleinen Mann“ entdecken, wenn es um Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe geht. „Klimaschutz trifft die Armen“, titelt sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung, als habe die je ein Problem damit gehabt, dass irgendetwas „die Armen trifft“.

Da dürfe nicht umgesteuert werden, sei es mit CO2-Steuern oder ähnlichem – denn das könnte ja die Einkommensschwachen treffen oder die hart arbeitenden normalen Leute. Die benötigen doch beispielsweise ihr Auto. Und wenn man das für diese verteuert, dann sei das doch sozial ungerecht. Also hätte man sich in diesen Kreisen je um soziale Gerechtigkeit gesorgt. Und was ist mit den Leuten, die eine Ölheizung haben? Für die werde dann das Heizen teurer, und oft sind das Leute, die jeden Cent umdrehen müssen.

Die Superreichen produzierten einen Großteil der Emissionen

Aber all das ist natürlich Unfug. Kampf gegen die Klimakatastrophe geht nicht nur sozial gerecht. Kampf gegen die Klimakatastrophe ist selbst schon Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit. Denn damit beginnt es schon einmal: Die Superreichen produzierten einen Großteil der Emissionen, große Konzerne und Multis auch – aber die Folgen tragen vornehmlich auch die einfachen Leute. Jene, die nicht in schicken Penthouses mit Air-Condition abhängen. Die keine Villa im Grünen haben. Die nicht jedes Wochenende in Ferienparadies jetten. Die, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind, sterben ja auch viel öfter bei drückenden Hitzewellen. Der Tod ist nicht gerecht. Er ereilt jene früher, die hart arbeiten und die in unterprivilegierten Stadtbezirken wohnen. Und wenn das Thermometer lang über 33 Grad steht, dann ist er noch viel ungerechter. Dann sterben die Armen wie die Fliegen während die Reichen in ihren Häusern im Grünen abhängen.

Aber auch ökologisches Umsteuern geht sozial gerecht. Wer wirklich sein Auto braucht, weil er oder sie pendeln muss, kann entschädigt werden. Aber sehen wir uns die Sache etwas systematischer an:

Das Ziel muss sein, das Verbrennen fossiler Energien und die zusätzliche Aufheizung unserer Städte und Regionen zu reduzieren. Da ist natürlich klar: wenn ich mit einer Steuer den Preis anhebe, will ich einen Steuerungseffekt haben. Das ist ja das Ziel. Das Ziel besteht nicht einfach darin, mehr Kohle einzunehmen.

Eine Steuer, die steuert

Kurzum: der Steuerungseffekt, der erzielt werden soll ist, dass Unternehmen effizienter produzieren, ihre Anlagen modernisieren; auf erneuerbare Energien umsteigen; weniger Brennstoff verfeuern. Schon eine kleine Verteuerung fossiler Brennstoffe löst das aus. Das Ziel ist aber auch, dass die Menschen noch mehr auf Öffis, auf Rad, auf Roller, auf E-Mobilität umsteigen, wo das gut geht. Weniger fliegen, mehr Bahn fahren. Dafür muss man das eine teurer, das andere billiger machen. Das ist einfach vernünftig. Was heißt vernünftig? Es ist eine Überlebensnotwendigkeit.

Zugleich gilt: Dass Niedrigverdiener, für die es ohnehin immer prekärer wird, nicht unter die Räder kommen sollen, ist auch klar. Dafür gibt’s so viele Möglichkeiten. Wer pendeln muss, für den kann man die Kostenerstattung – bzw. steuerliche Begünstigung bei der Lohn- und Einkommenssteuer – erhöhen. Das geht ganz einfach. Außerdem könnte man Park&Ride-Angebote gratis machen, das ist sowieso ein Notwendigkeit. Täglich auch nur sechs Euro oder mehr für den Parkplatz beim Zug zu bezahlen – das sind schnell fast 200 Euro im Monat und auch für die Mittelschicht viel Geld. Dass da dann niemand auf den Zug umsteigt, braucht einem nicht wirklich zu wundern. Auch die Umrüstung persönlich genützten Wohneigentums beim Umstieg von Ölheizungen kann man öffentlich fördern, sodass kaum eine finanzielle Belastung übrig bleibt. Und finanzieren kann man all das aus den Mehreinnahmen einer CO2 Steuer. Das ist alles kein Mirakel.

Mark Schieritz berichtet in der „Zeit“ über verschiedene Varianten einer CO2-Steuer, die die Mehreinnahmen wiederum in sozial gerechte Unterstützungen verwandelt: Das Ergebnis der Modellrechnungen: „Die untere Hälfte der Bevölkerung würde unter dem Strich entlastet, nicht belastet. Die Hauptlast der Maßnahme tragen die Spitzenverdiener. Die C02-Steuer muss also nicht sozial gemacht werden, sie ist bereits sozial. Wer anderes behauptet, dem geht es nicht um das Schicksal der armen Leute, sondern um die Verhinderung der zwingend nötigen ökologischen Transformation der Wirtschaft.“

Es geht nicht darum, kein Auto mehr zu fahren, sondern weniger

Die Leute wissen letztlich, dass etwas getan werden muss, denn die Menschen sind nicht so blöd, wie dummdreiste Politiker glauben. Dass Zugfahren billiger werden muss, damit nicht schon bei zwei Passagieren die Fahrt mit dem Auto günstiger ist, versteht auch jeder. Und dass man noch smartere Mobilitätskonzepte für Leute braucht, die in Städten wohnen und nicht unbedingt aufs Auto angewiesen sind, versteht auch jeder. Wer einigermaßen im städtischen Bereich lebt, gesund ist, keine ganz kleinen Kinder hat, der braucht nicht jeden Tag ein Auto. Kannst Großteil der Wege mit Rad, Öffi, Roller etc. machen. Eine Steuerungspolitik, die gerade nicht mit Verboten arbeitet, kann aber auch sehen, dass das eben nicht für alle zutrifft. Es wird schon einen erheblichen Teil der Leute geben, die auf das Auto angewiesen sind, und für die soll es nicht teurer werden. Aber viele Menschen sind eben nicht auf den Individualverkehr angewiesen, und wenn diese viele gute Möglichkeiten finden, umzusteigen, dann ist es genau das, was kluge Politik forcieren sollte.

Sagen wir es so simpel wie möglich: Es geht nicht darum, dass wir nicht mehr Auto fahren. Es geht darum, dass wir das seltener tun. Dann, wenn es nötig ist. Oder dann, wenn es zum Spaß einfach dazu gehört, etwa, wenn man bei Ausflug durch die Täler cruised.

All diese Notwendigkeiten kann man auch übrigens aus Regierungsmittel finanzieren. Man muss dafür nur langfristige, billige Kredite aufnehmen um all die großen Investitionen zu tätigen, die ohnehin notwendig sind um das Leben aller besser machen. Investitionen in öffentliche Infrastruktur. Und falls da jetzt jemand „Staatsschulden“ schreit: Unsere Enkel werden bestimmt nicht fragen „warum habt ihr damals ein Budgetdefizit von 2,9 Prozent gemacht?“. Sie werden aber fragen: „Warum habt ihr nichts unternommen, als es noch möglich war, den Planeten bewohnbar zu halten?“

Die falschen Freunde der einfachen Leute

Ach ja, und noch ein Wort zu Konservativen, Liberalen und Rechtsextremen, die immer nur dann die „einfachen Leute“ entdecken, wenn sie ein durchsichtiges Argument brauchen, um notwendige Umsteuerungen zu verhindern. Mehr soziale Gerechtigkeit schaffe ich primär nicht damit, indem ich das Benzin billig halte. Mehr soziale Gerechtigkeit schaffe ich, indem ich die für hohe Löhne eintrete, indem ich einen ordentlichen Mindestlohn durchsetze, indem ich Vollbeschäftigung schaffe, indem ich kostenlose, gute soziale Dienstleistungen für alle – von der Schule bis zum Krankenhaus – bereit stelle und eine hochwertige Infrastruktur, von Bahn bis Bus bis U-Bahn bis Strom bis Wasserversorgung bis Internet für Alle. Aber da stehen unsere falschen Freunde der einfachen Leute immer auf der anderen Seite, nämlich auf der Seite derer, die sich auf Kosten der Allgemeinheit gern eine goldene Nase verdienen.

weiterführender Artikel

Kommentare

Schon die Wortwahl

Schon die Wortwahl "Klimakatastrophe" deutet darauf hin, daß eine Diskussion nicht mehr stattfinden soll: Wer Zweifel äußert, der hat se eben nicht mehr alle, mit so einem Spinner kann man nicht reden, oder wie? Wenn der Blackout kommt, wird man vielleicht umdenken oder weiter verharmlosen: http://kaltesonne.de/windkraft-im-spiel-blackout-in-london-zur-rush-hour/

Das ist wieder so ein Artikel

Das ist wieder so ein Artikel, der den Leser davon überzeugen kann, die SPD für nicht wählbar zu halten.

Was ist denn eigentlich mit der von der SPD forcierten Zuwanderung? 200.000 pro Jahr wurden im Koalitinsvertrag vereinbart. Mehr Menschen, mehr Wohnungen, mehr Energieverbrauch, mehr CO2-Ausstoß und mehr Umweltverschmutung. Das sind wohl Fakten, die nicht veränderbar sind. Steht die Zuwanderung denn nicht im Widerspruch zu der "Klimakatastropfe"? Auf die Idee können sicher nur Rechtsexstremisten und Nazis kommen.

Ein Artikel, der mir wieder

Ein Artikel, der mir wieder erklärt, warum die SPD so viele Wähler verliert.
"… Klimakatastrophe. Wir stecken mitten in dieser drinnen." Ich empfehle dem Autor die, im Kaleidoscriptum- Verlag erschienene Broschüre: Kann der Mensch das "Klima retten", zu lesen. Autoren: Prof. Dr. sc.techn. Dr. rer. nat. Wulf Bennert, Prof. Dr. habil. Wolfgang Merbach, Prof. Dr.- Ing. Hans- Günter Appel, Dr. techn. Dipl. Ing. Helmut Waniczek. Lesen und danach über das Gelesene nachdenken!

Netter Artikel aber im Kern anm falschen Platz

Es ist ja ganz angenehm das der Artikel all das aufzählt was der angeblich resignierte und sich permanent verweigernde von einer parteiübergreifend durchgehend gegen ihn gerichteten Politik so viel zitierte aber NIE respektierte "kleine Bürger" seit Jahren weiß.

Aber der Artikel zeigt seinem Autor auch warum ihn niemand braucht.
Das täglich erlebte "Nichts gegen die mich absichtlich schädigende Politik tun können" macht genau solche Artikel vollkommen sinnlos.

"Weniger" Auto und darauf vertrauen das genau die Partei die mich per Amt dazu zwingt, Rad/ÖPNV-Inkompatible Arbeitswege hinnehmen zu müssen dann schon den angeblich gewollten "Ausgleich" richtig hinbekommt ?

Kleiner Realitätscheck: die Leute die am heftigsten erwischt werden haben keine Probleme die man durch Lohnsteuersenkung lösen könnte. Bei den zu erwartenden Mehrbelastungen kann bestenfalls die drastische Senkung der sogenannten "Sozialabgaben" helfen. Oder weglassen vom Abgabenirrsinn.

Eine vergebliche Handlungsanweisung im Sinne einer Politkaste, die offenbar nicht begreifen will das man durch noch mehr Auspressen nichts mehr "steuern" kann - außer die Menge an Überschuldungen und Privatinsolvenzen.

Keine Chance für inhaltliche/personelle Erneuerung in Groko !

Ein sozialer Ausgleich ist sicher nicht nur in der Klimaschutzfrage dringend von Nöten, sondern, ganz aktuell, auch in der Frage wegfallen des Solidaritätszuschlages. Durch den Wegfall dieses Beitrages, gerade für die vom neoliberalen System extrem Überprivilegierten, werden bei gleichzeitiger "schwarzer Null" und ausbleibender Steuerreform Richtung gleichwertiger Lebensverhältnisse, gerade die vom neoliberalen System extrem Benachteiligten in den Gebieten in denen der Strukturwandel nie ernsthaft eingeleitet wurde ein weiteres Mal "betrogen" !
Gegenmaßnahmen gegen diese Entwicklung, die auch für den rechten, teils rechtsextremen Protest verantwortlich ist, werden in unserer eigenen Partei durch Scholz Weigerung einer solchen großen Steuerreform, aber natürlich auch durch den Verbleib in der Groko verhindert ! Die CDU macht bisher nicht einmal den Anschein, dass sie sich auf eine höhere Einkommenssteuer einlässt. Die CDU will sogar eine Steuerreform in die andere Richtung sowie d. Wegfall des Solidaritätszuschlages auch für Superreiche. Selbst Heils Kurzarbeitergeldplan wird von der CDU bereits torpediert. Erneuerte SPD innerhalb der Groko ? Ein wirklich schlechter Witz !

Titelbild

Das Titelbild sagt doch sehr viel. Alle Straßen verstopft mit LKW. Warum werden Güter eigentlich nicht mit der Bahn transportiert ? Ach ja, das ist weniger BIP. Und jetzt die moralinische Diskussion um die Fleischsteuer ! An den Produktionsbedingungen ändert sich dadurch nix, und wenn die Deutschländer weniger Fleisch kaufen, dann wird halt mehr exportiert ! Jetzt soll ich mit meinen Steuern auch noch den Ölheizungstausch subventionieren - das heißt dann öko-bio. Wie war das mit den Autos vor 10 Jahren ? Funktionsfähige Autos wurden verschrottet im Namen von öko-bio und mit erheblichem Resourcenverbrauch wurden dann neue mit Betrugssoftware gefördert. Einzig und allein wurden damit die Konzerne gefördert. Richtig ist: der Kampf um eine lebenswerte Umwelt ist ein Teil des Klassenkampfes - das wusste die Sozialdemokratie vor über 100 Jahren schon besser.

Klimapolitik lässt sich wirksam und sozial gerecht gestalten.

Nur kostet das viel Geld. Auf Geld verzichtet unser SPD-Finanzminister bei der Abschaffung des Soli aber gerade. Und er verkündet gleichzeitig, dass diese Herausforderung ohne Abkehr von Schuldenbremse und Schwarzer Null möglich sei.

Diese Äußerungen von Scholz sind eine erneute Bankrotterklärung sozialdemokratischer Politik. Kein privatwirtschaftliches Unternehmen könnte dauerhaft unter Geltung der Schuldenbremse erfolgreich wirtschaften. Warum sollte dies ein Staat können, der ungleich schwierigere Aufgaben zu bewältigen hat?

Sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Politik kosten viel Geld und sie lassen sich nicht einfach durch den Markt "substituieren". Weil es auch darum geht, marktgängige aber katastrophale Geschäftsmodelle zu verhindern und dabei die sozialen Folgen "zu bezahlen". Um dies zu finanzieren brauchen wir deutlich mehr Mittel, die über Staatsschulden bereit gestellt werden. Und der soziale Ausgleich kann nur über Umverteilung (= hohe Arbeitseinkommen + Steuern für Reiche) erfolgen. Ein Finanzminister, der das bestreitet, verkauft den Wähler für dumm. Ein Sozialdemokrat der dies bestreitet, will keine sozialdemokratische Politik machen.

Steilvorlage für Merkel

Die Kanzlerette stellt sich aktuell gegen die Co2-Steuer und wird damit ein hohes Maß an Zustimmung erzielen können.
Ihr "Konzept" mit den Cum-Fake-Emissionszertifikaten ist zwar auch nur ein weiteres Betrugsbonbon für die altbekannten Nutznießer aber zumindest kein direkter Angriff auf die bereits durch andere sinnfreie "Umwelt"steuern stark strapazierten Einkommen der Bürger.

Es stimmt, wirksame Umweltsteuerung kann nur denen wehtun, die sich eben dieser verweigern dürfen und damit Kasse machen.
Aber da sind und bleiben an erster Stelle alle Unternehmen die mit "geplanter Obsoleszenz" bzw. absichtlicher, haftungsfreier Qualitätsverweigerung Unmengen an Energie bei Herstellung und Auslieferung verbrauchen und bei der regelmäßigen Entsorgung nochmal die Umwelt direkt schädigen.

Der einfachste, wirklich im Sinne der Umwelt wirksame Hebel bleibt daher die drastische Erhöhung der Garantiezeit auf mindestens 5 Jahre bzw. bei längerfristigen Anschaffungen wie "weiße Ware", KFz, etc. 10 Jahre.

Technisch möglich wäre es, unsere Brotmaschine ist Baujahr 1976, unsere Waschmaschine hat als deutsches "NoName"-Produkt mehr als 14 Jahre bei regelmäßiger Beanspruchung gehalten.

Das ist alles richtig,

denkt man es aber weiter, bedeutet das eben, dass Brotmaschine und Waschmaschine dadurch deutlich teurer werden. So ist das auch bei anderen Themen, sei es energieeffiziente Bausanierung oder Stromsparen, alles ist nur mit zusätzlichen Geldausgaben zu kompensieren, die insbesondere kleine Einkommen oder Arbeitslose nicht aufbringen können. Was unmittelbar zeigt, dass Klimapolitik ohne sozialpolitische Fundierung vor allem den Sozialdemokraten um die Ohren fliegen wird. Und was direkt zu der Frage an den Obergenossen Finanzminister Scholz führt, woher denn bitte das Geld dafür kommen soll, wenn er auf Steuern verzichtet und Schuldenbremse sowie Schwarze Null für sakrosankt erklärt. Er kann und er will es nicht erklären. Das Wort "Umverteilung" kommt ihm gar nicht erst über die Lippen.

Auf Deutsch übersetzt: Olaf Scholz und mit ihm die SPD verzichtet mit der schwarzen Null auf wirksame sozialdemokratische Politik. Sowohl im Sozial- wie auch im Klimabereich.

Preisfindung

Die Frage nach den Preisanstiegen ist berechtigt. Aktuell ist es aber auch so das ärmere Menschen minderqualitative Konsumgüter bezogen auf die Nutzungsdauer eher doppelt so teuer bezahlen wie vermögendere Menschen die sich zum höheren Anschaffungspreis länger haltende Ware leisten können.
Andererseits findet sich z. B. im Bereich Beleuchtung das seit über 100 Jahren weltbekannte "Phönix-Kartell" das genau den anderen Weg geht.Abgesprochene maximale Produktlebensdauer.

Und immer wieder positionieren sich neue Marken am Markt indem sie zunächst höhere Qualität liefern bis sie eine entsprechende Versorgungsdichte erzielt haben. Das auch noch zum niedrigeren Preis als die "Platzhirsche".

Wie stark eventuelle Preissteigerungen ausfallen ist nicht klar zu benennen, hier ist aber der primäre Faktor wie viel weniger Gewinn die "Investoren" noch mittragen. Ob staatliche Subventionen (direkt an Hersteller oder indirekt über Förderungen der Käufer) da der richtige Weg sind oder eine effizientere Preisfindung behindern muß sich zeigen.

Noch ein Kotau wie bei der Verschlechterung der Garantiezeit zu 6 Monate Garantie,danach "Gewährleistung" mit Beweislastumkehr dürfen nicht sein.

Richtig !

Die Garantiezeiten - Gewährleistungspflicht - muss drastisch hochgesetzt werden, das spart enorm an Resourcen und Energie (wenn es auch das BIP mindert, da dort ausschließlich der Geldumsatz zählt). Nichtreparierbare Produkte (z.B. solche von der Firma mit dem angebissenen Apfel) dürfen nicht in den Verkauf ! "investitionsschutzklauseln, die Energiechartavertrag und ähnliches sind sofort zu kündigen !
Man braucht nicht groß von Umweltschutz reden wenn man mit dem Regenwaldmordenden Faschisten Bolsonaro Freihandelsverträge schließt; sogar der MAinstream kritelt daran schon rum.
Regenwald roden -> Soja anbauen -> Soja nach D exportieren -> industrielle Massentierhaltung -> Nitrat im Grundwasser und Fleischexport. Diese Logik verstehen schon meine Schüler im Biologieunterricht der 9. Klasse, aber Politiker ?????

ja, so ist es

wir produzieren -mit Mitteln, über die zu sprechen ist, von allem viel zu viel, und können dem Problem der Überproduktion nur Herr werden, in dem wir die Lebensdauer des Produkts gezielt reduzieren, was bei Nahrungsmitteln über das MHD funktioniert, erfolgt bei technischen Geräten durch Systemwechsel (analoges Fernsehsignal, z.B.) oder durch gezielte Mängel im Produkt selbst. Bei Bekleidung wird uns gesagt, was wir tragen dürfen und was nicht, da gibt es die verordneten Modewellen

Wir müssen weniger produzieren. Beginnen am besten bei den Nahrungsmitteln, denn da ist die positive Wirkung bishin zum Naturschutz am ehesten und am weitestgehendsten zu erreichen

Wichtiger Punkt...

... über den in unserer SPD viel zu wenig geredet wird! Eine wirkliche Umkehr zu Nachhaltigkeit, sozusagen Mass und Mitte im eigentlichen Sinne, bedeutet Verzicht auf Überkonsum und das bedeutet weniger Wirtschaftswachstum und weniger erforderliche Arbeitszeit zur Herstellung sinnloser Güter !
So bedeutet beispielsweise Mobilitätswende nicht das Modell Privat-PKW auf Elektro-Basis, sondern bezahlbarer, besser ausgebauter öffentlicher Nah- und Fernverkehr, langlebige reparaturfreundliche Sharing-Fahrzeuge für Ausnahmesituationen, autoarme Städte mit hoher Lebensquaität, sowie generell langlebige, reparaturfreundliche Güter von Kleidung bis Haushaltsgeräten. Das können wir hoffentlich sagen ohne damit diffamiert zu werden, dass wir den DDR-Sozialismus wieder einführen wollen ! Das schenkt uns Zeit kostet aber nicht Arbeitsplätze wenn die verbleibende notwendige Arbeitszeit gerecht auf die Arbeitnehmer verteilt wird ! Was kann daran schlecht sein ? In der Groko-SPD werden jedoch weiterhin Nachhaltigkeitsbestrebungen in Gegensatz zu Arbeitsplätzen gestellt ! Das ist von vorgestern ! Die Wissenschaft mahnt ! Lebens- und Wirtschaftsstil ändern und zwar schleunigst !!!

Tatsächlich ?

Der aktuellen Profitpropaganda zu glauben das allein das MHD die Quelle aller "Verschwendung" bei Lebensmitteln darstellt bedarf genauerer Betrachtung.

Ein Großteil der angeblichen "Verschwendung" wird pauschal unterstellt, die einzig nachweisbare Verschwendung ist das aussortieren nicht maschinengerechter oder anderweitig nicht "genügend" aufwandslos nutzbarer Lebensmittel und Grundstoffe. Funktional wird eine Abschaffung des MHD zur Folge haben das in einem bestimmten Einführungszeitraum Lebensmittel übermäßig lang im Verkaufsraum verbleiben, und nach dem Aufbrauchen dieses logistischen "Puffers", der die Einkaufskosten massiv senkt und ohne Aufwand Profite generiert läuft alles weiter wie bisher - nur mit deutlich schlechteren Produkten zum Vollpreis.
Indirekte Folge ist dann, das alle die auf die "Tafel" angewiesen sind eine drastische Reduzierung in Menge und der aktuell bereits fragwürdigen Qualität der verteilten "Nahrungsmittel" erfahren werden.
Zynisch gesehen ist "Lebensmittelverschwendung" durch die "Tafeln" bereits aktiv eingeschränkt.

Bei Ausweitung von technischen Garantiepflichten werden Rohstoff/Energiebedarfe und Verschmutzung weit umfassender begrenzt.

sie gehen den Konzernen

auf den Leim, deren Interesse es ist/ und sein muss, ein im Überfluss vorhandenes Produkt künstlich zu verknappen .
Die bedarfsgerechte Produktion schützt zunächst einmal die Tiere, dann das Grundwasser, und - um es nicht zu vergessen, die Landwirtschaft in den Ländern der Dritten Welt. Der macht unserer Landwirtschaftsindustrie den Garaus, weil alles, was der Markt hier nicht mehr aufnehmen kann, dort zu Preisen verschleudert wird, mit denen die dortigen Landwirte nicht konkurrieren können.

Bei Kleidung gilt dasselbe, was hier gespendet wird (wegen der diktierten Mode) , wird in Afrika verscherbelt- die dortigen Produzenten werden kaltgestellt.

Wir können gerne so weitermachen, noch ein Paar Jahre, vielleicht ein Jahrzehnt, dann aber ist Schluss mit Lustig, dann ist die Konsumparty zuende, das Trinkwasser so teuer, wie es heute schon sein müsste, um mehr Wertschätzung zu erfahren.

Verknappen ?

Mir erschließt sich der Sinn dieser Argumentation nicht. Die u.A. durch Subventionierungen entstandenen "Butterberge" und von der EU zur Preissicherung angewendeten Lebensmittelvernichtungsorgien können nicht durch Aufgabe des Mindeststandards für Lebensmittelqualität bedämpft werden..
Auch wird keinesfalls "künstlich vernappt" wenn das MHD aufgehoben wird. Die Menge und Produktion bleibt gleich, lediglich die logistische Puffer wird entzerrt und der Zustand der Lebensmittel die irgendwann doch aussortiert werden müssen ist dann "echter" Restmüll.

Verbot von nicht reparierbaren Geräten bzw. "Recht auf Reparatur" ist aktuell sogar im "corporate state" USA Thema vieler Gesetzesvorlagen. Fakt bleibt aber auch, das für Ramschware im technischen Bereich ungleich viel mehr Umweltschäden (Giftstoffe, Abraumhalden, etc.) zur Erzeugung entstehen als für "überzählige" Lebensmittel.

Was international verschiffte Waren angeht dürfen wir uns auch bei den "Freihandelsabkommen" bedanken. Steuerung durch Zoll entfällt. Damit entstehen Auswüchse wie Nordseekrabben zum Pulen nach Marokko und wieder zurück nach Cuxhaven zu schicken...

sie meinen also

wirklich, Lebensmittelqualität sei am MHD zu messen?

Wenn das so ist, erübrigt sich jede weitere Diskussion

Kurswechsel mit neuen mutigen Anführer/innen !!!

Vielleicht habt ihr ja beide ein Stück der Wahrheit. Das MHD ist ein Blödsinn der Verbraucher/inne über Jahrzehnte suggeriert hatte, Lebensmittel seine nach Ablauf des Datums nicht mehr zu verwenden. Denn frühestens nach Ablauf des Datums verliert das Lebensmittel, meist noch sehr langsam einen Teil seiner Qualität !
Die Förderung von Massenproduktion bei gleichzeitiger fehlender Rahmensetzung für Menschen- und Tierschutz hat Lebensmittel zu Billigramsch gemacht ! Eine wertvolle Lebensgrundlage die wir kaum mehr Wertschätzen,genausowenig wie die gequälten Kreaturen und ausgebeuteten Arbeitnehmer/innen !!!. Ich nenne es Politikversagen höchster Güte !!! Bei der Neuwahl unseres Parteivorstandes sollten wir darauf achten, dass nicht ausgerechnet wieder die am Ruder sind, die mit dem angekündigten Verbleib in der Groko und fortgesetzter Behinderung eines Politikwechsels genau für diese konzernnahe Linie stehen ! Arbeitsplätze schaffen ? Gerne ! Aber nicht mit Methoden von vorgestern !
Wir brauchen einen mutigen Neuanfang mit mutigen Anführer/innen die einen Kurswechsel zulassen und sich nicht auf einer "schwarzen Null" ausruhen !!!

Kein "Blödsinn"

Das MHD wurde erdacht um einen "sicheren" Mindestzustand bei Lebensmittlen zu erzwingen. Textlich bedeutet es, das Lebensmittel bis zum MHD einen bestimmten Zustand aufweisen müssen.
Wie alle "Gießkannen"-Verordnungen hat es natürlich inhärente Mängel.
Auch wenn Joghurt und Quark sicher noch in paar Tage nach MHD im Kühlschrank gelagert genießbar bleiben, bel fleischlastigen Produkten möchte ich das Risiko von Salmonellen u.Ä. nicht eingehen. In der Technik gilt bei Sicherheitsregeln auch "fail to safe", im Zweifelsfall lieber "übermäßig sicher".
Die "Sicherheitsspanne" des MHD ermöglicht es, das an sich theoretisch noch genießbare Lebensmittel per "Tafel" an Bedürftige weitergereicht werden können ohne das allzu große gesundheitliche Risiken entstehen.
Also: Erst mal den Bedarf für "Tafeln" abschaffen !

Es ist eine Illusion das höhere Produktpreise eine "Wertschätzung" wären. Sie sichern nur eine höhere Wertschöpfung, oder glaubt tatsächlich irgendwer das bei höherem Endpreis nicht trotzdem maximaler Profit in der Erzeugerkette erzwungen werden wird ?

Henne/Ei. Wer miesen Lohn bekommt kann sich nur "Billigramsch" leisten, den Rest fressen politisch gewollte Energiepreise

Keine Arguemnte mehr ?

Ich "meine" nicht, ich weiß das das MHD analog zur Garantie eine bindende Vorgabe ist, das bis zum MHD die Ware einen bestimmten Zustand aufzuweisen hat.

In der aktuellen "Umwelt"-Debatte bei der beide Lager zugeben das Deutschland allein kaum Umweltschutz in China durchsetzen kann wird allein duerch die Verlängerung von Garantiezeiten eben das faktisch erzwingbar.
Wessen Geräte eingebaute Schwachstellen haben der wird erhebliche Mehrkosten tragen müssen.
Ein Blick quer durch Amazon was an Elektronik (Geräte und Einzelteile/Platinen), dem wohl giftstoffhaltigsten Produktzweig nach Erdöl und Atomkraft überhaupt, aus Asien kommt, reicht aus.
Die Verlagerung ganzer Produktionszweige innereuropäisch nach Irland (Marston Chemicals) bzw. elektronikbezogen nach Asien erlaubt billige Verschmutzungen. Bei z.B. Kupfer (Peru/Chile) liegt die Abraumquote unter knapp 2%, d.H. das Loch in der Landschaft rentiert sich, wenn unter 2% vom Abraum Kupfererz ist.
Zinn (Indonesien) und die sogenannten "seltenen Erden" (Die sind nicht "selten" nur aufwändig auszufiltern) geben das gleiche Bild.
In der Entsorgung kommt dann nochmal eins drauf.
Siehe "Energiesparlampen"bzw. "Recycling" in Afrika.

Seht hin !

Interessanter Vortrag von Prof. Dr. Quaschning
https://www.youtube.com/watch?v=z5mdsUgsI3M
!!! Der Mann ist Elektrotechniker, also hat er seinen Schwerpunkt.
Das bestehende Wirtschaftssystem stellt er allerdings auch nicht in Frage.