Willy-Brandt-Haus

Kampa 2017: Wie die SPD den Bundestagswahlkampf plant

Paul Starzmann27. April 2017
Katarina Barley Kampa 2017
SPD-Generalsekretärin Katarina Barley stellt ein Tool für den digital unterstützten Wahlkampf vor: das Online-Portal der Kampa 2017.
SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat am Donnerstag die Kampa 2017 eröffnet: die Wahlkampfzentrale im Willy-Brandt-Haus. Die Sozialdemokraten setzen voll auf den digitalen Wahlkampf – aber auch auf ein altbewährtes Mittel.

Die Kampa ist eine Institution. Sie wurde 1998 unter Gerhard Schröder ins Leben gerufen und ist seither Bestandteil in jedem SPD-Bundestagswahlkampf. Damals, unter Schröder, gab es eine spürbare Wechselstimmung in Deutschland: weg von der CDU, hin zur SPD. Schröder gewann die Wahl. Heute, unter Kanzlerkandidat Martin Schulz, ist es ähnlich: Dass Angela Merkel noch einmal Kanzlerin wird, ist alles andere als gewiss.

Katarina Barley: „Vorsprung vor der Union“

Die SPD will alles dafür tun, dass Angela Merkel im September aus dem Kanzleramt ausziehen muss. Am Donnerstag haben die Sozialdemokraten dafür im Willy-Brandt-Haus in Berlin ihre Wahlkampfzentrale eröffnet – die Kampa 2017. Auf zwei Etagen arbeiten rund 100 Menschen an der Kampagne der SPD: Sie bespielen die sozialen Medien, planen Veranstaltungen, bereiten Material für Hausbesuche vor oder entwerfen Flyer auf Deutsch, Russisch, Französisch und Türkisch.

Wie SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagte, komme der Bundestagswahlkampf für ihre Partei zu einer passenden Zeit. Seitdem klar ist, dass Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist, sei ihre Partei um ungefähr 16.000 Neumitglieder gewachsen. Damit gebe es rund 12.000 mehr Sozialdemokraten als CDU-Mitglieder. „Wir verfestigen unseren Vorsprung vor der Union“, so Barley.

„Wie kann ich euch unterstützen?“

Bei den Jusos sei sogar jeder zehnte ein Neuzugang. „Das ist bemerkenswert und das spürt man auch in jeder Faser der Partei“, freute sich die SPD-Politikerin über die gute Stimmung bei den Sozialdemokraten. In den kommenden Monaten will sich die SPD sogar noch vergrößern. Das Ziel: 25.000 Neumitglieder im Jahr 2017. Schon jetzt, sagte Barley, stoße ihre Partei auf große Sympathien in der Bevölkerung. Viele fragten: „Wie kann ich euch unterstützen?“

Auf die Kampagne der SPD freut sich Katarina Barley. Sie erwartet einen „unglaublich heißen Wahlkampf“, in dem ihre Partei auf ein altbewährtes Mittel zurückgreifen will: die Hausbesuche. „Die Begegnung von Mensch zu Mensch bleibt das Allerwichtigste“. Die SPD will von Tür zu Tür gehen, mit den Wählern ins Gespräch kommen und „Verständnis schaffen für die Sorgen, für die Nöte“ der Menschen, wie Barley sagte.

Hausbesuche mit digitalen Hilfsmitteln

Obwohl der Wahlkampf an der Wohnungstür beinah so alt ist wie die Sozialdemokratie selbst, werden sich die Hausbesuche in diesem Jahr wohl doch von früheren Kampagnen unterscheiden. Denn: die Kampa 2017 setzt voll auf den digitalen Wahlkampf – auch bei Hausbesuchen. Nach eine Anmeldung auf dem Online-Portal der Kampa haben Bundestagskandidaten und ihre Helfer Zugang zu einer Vielzahl an Daten aus ihrem Wahlkreis – etwa über die Einkommens- und Familienstruktur in einer bestimmten Nachbarschaft oder das Wahlverhalten in einem Wohnblock. Mit diesem Wissen ausgestattet, könnten die Wahlkämpfer zielsicher herausfinden, welche Themen in ihrem Kiez wichtig sind, erklärte Barley. Verbunden ist das Kampa-Portal mit einer Smartphone-App, die speziell für den Wahlkampf an der Wohnungstür entwickelt wurde.

Auch die Konkurrenz von der CDU setzt in diesem Jahr auf den digitalen Wahlkampf. Dennoch sieht Katarina Barley einen wichtigen Unterschied zu den Christdemokraten: Im Gegensatz zur Strategie der Union sei das Kampa-Portal „datenrechtlich absolut sauber“. Dass mit der Digitalisierung des Wahlkampfes allerdings auch Risiken verbunden sind, weiß Barley: „Wir sind sehr wachsam, was Cyberattacken angeht“.

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Kommentare

Merkel vorführen!

Da haben nun die Protagonisten dieser Anti-Schulz-Kampagne, die beiden Schmutz-Dossier-Finken Reul und Grässle , CDU-MdEP, seit einem halben Jahr unermüdlich Vorwürfe (Kompetenzüberschreitungen und Rechtsverstöße) gegen die erfolgreiche Amtsführung von Martin Schulz im Zusammenhang mit seiner exzellenten Personalführung gestreut. Diese wurden nicht nur von Martin Schulz, sondern auch von der EU-Parlamentsverwaltung und neuerdings vom EU-Amt für Korruptionsbekämpfung (Olaf), das vom Haushaltskontrollausschuß - Vorsitzende: Grässle! - angerufen wurde, zurückgewiesen. Jetzt haben das die Unionsvertreter sogar in das EU-Parlament getragen, um wenigstens noch eine wahlkampfwirksame "Rüge" (mehr ist scheinbar nicht von den Vorwürfen übrig geblieben!) zu erreichen.
Es verwundert, dass die Medien kritisieren, dass die SPD dieses Vorgehen entlarvt als das, was es ist: Instrumentalisierung des EU-Parlaments für den deutschen Unions-Wahlkampf!
Ähnlich wie die derzeitige polnische Regierung unter der polnischen Ministerpräsidentin Szydlo, die kürzlich zur Verhinderung der Wiederwahl von Ratspräsident Tusk ebenfalls unhaltbare Vorwürfe über dessen Amtsführung in die EU-Institutionen getrage

Merkel vorführen!...2

...
hatte - mißbraucht jetzt offenbar auch die CDU und Frau Merkel an ihrer Spitze die EU-Institutionen, um Martin Schulz in ein schlechtes Licht zu rücken.
Das muß sich Frau Merkel vorhalten lassen, zumal sie verlautbaren läßt, Martin Schulz im Wahlkampf nicht persönlich angreifen zu wollen. Schon ertappt, Frau Merkel! Das ist hinterfotzig, schäbig und unglaubwürdig!
Und die CDU- Schmutzkampagneuse Strässle machte schon vor einigen Tagen einen Rückzieher im Bezug auf die angestrebte "Rüge": "Ich habe da wenig Hoffnung!" Auch ich habe wenig Hoffnung, dass Frau Strässle und ihr Schmutzkampagnenkollege Reul zur Rechenschaft gezogen werden. Das wäre ein Thema für die Medien, diesem offensichtlichen Mißbrauch der EU-Institutionen nachzugehen. Stattdessen beten die Medien fast unisono unkritisch nach, was ihnen die Schmutzkampagnen-Führer in die Feder diktieren. Das ist der eigentliche Skandal!

Nach der Wahl ist vor der Wahl:
http://youtu.be/0zSclA_zqK4

Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
PS: Glaubt keinen Wahlversprechen von Merkel. Es könnte eine Mau(s)t herauskommen!