Jusos

Juso-Bundeskongress: Kühnert mit 88,5 Prozent als Vorsitzender wiedergewählt

Jonas Jordan22. November 2019
Mit einem historischen Ergebnis von 88,5 Prozent ist Kevin Kühnert als Juso-Bundesvorsitzender wiedergewählt worden.
Mit einem historischen Ergebnis von 88,5 Prozent ist Kevin Kühnert als Juso-Bundesvorsitzender wiedergewählt worden.
Auf dem Bundeskongress der Jusos in Schwerin ist Kevin Kühnert als Vorsitzender wiedergewählt worden. Die 298 Delegierten wählten den 30-jährigen Berliner mit 88,5 Prozent für zwei weitere Jahre an die Spitze des SPD-Nachwuchsverbandes. Es wird Kühnerts letzte Amtszeit sein, wie er zuvor angekündigt hatte.

„Mein Name ist Kevin. Ich bin 30 Jahre alt und aus dem Landesverband Berlin. Ich möchte gerne noch einen Teil dieses Weges mit euch gehen.“ – Mit diesen Worten bat Kevin Kühnert auf dem Bundeskongress der Jusos um die Unterstützung der etwa 300 Delegierten. Und er bekam sie. Mit einem Rekordergebnis von 88,5 Prozent wählten die Jungsozialisten Kühnert für zwei weitere Jahre an die Spitze des SPD-Nachwuchsverbandes.

Ein historisch gutes Ergebnis

Bereits bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren in Saarbrücken hatte Kühnert mit rund 76 Prozent das beste Ergebnis eines Juso-Vorsitzenden seit 50 Jahren erhalten. Im Interview mit dem „vorwärts“ sagte er daher im Vorfeld des Bundeskongresses: „Nach zwei Jahren guter Arbeit freue ich mich, wenn es noch ein Tick mehr wird, aber bitte keine 100 Prozent.“ Zuletzt war Karsten Voigt beim sogenannten Linkswende-Kongress 1969 in München mit 81,5 Prozent gewählt worden. Insofern ist Kühnerts Zustimmungswert ein historisch gutes Ergebnis als Juso-Vorsitzender.

Es wird Kühnerts letzte Amtszeit sein, wie der 30-Jährige in seiner Vorstellungsrede ankündigte. Für die kommenden beiden Jahre setzt er sich zum Ziel, die in diesem Jahr angestoßene Sozialismusdiskussion fortzuführen. „Wir freuen uns, dass diese Debatte gesellschaftlich aufgekeimt ist. Jetzt sind wir selbst in der Pflicht, konkreter zu werden.“

Kühnert: „Wir sind ein Fixpunkt in der Partei“

Auch kündigte Kühnert an, einen Schwerpunkt auf den Kampf gegen Rechts legen zu wollen: „Wir sind an der Seite derjenigen, die Antifaschismus leben.“ Es müsse Schluss sein mit der Diskriminierung antifaschistischer Arbeit, sagte der Juso-Vorsitzende. Er äußerte sich in diesem Kontext kritisch bezüglich Meldungen, wonach der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)“ die Gemeinnützigkeit aberkannt werden könnte, weil sie im bayerischen Verfassungsschutzbericht erwähnt worden war: „Wir lassen nicht zu, dass Markus Söder und seine Landesregierung entscheiden, wer in diesem Land antifaschistische Arbeit machen darf.“

Zu den Erfolgen seiner ersten Amtszeit sagte Kühnert selbstbewusst: „Wir sind zu einem Fixpunkt in der Partei und darüber hinaus geworden. Aus dem Wissen um diese Rolle übernehmen wir Verantwortung.“ Aus dieser Rolle resultiere auch die von Kühnert in dieser Woche angekündigte Kandidatur für den Parteivorstand: „Ich möchte das Versprechen einlösen, das wir Jusos seit zwei Jahren geben. Mit möglichst vielen Jusos, die auf allen Ebenen Verantwortung übernehmen.“

So viele Jusos wie seit langem nicht mehr

Bereits im Interview mit dem „vorwärts“ hatte Kühnert im Vorfeld des Juso-Bundeskongresses erklärt: „Wir wollen dafür sorgen, dass die SPD auch auf der Straße ein anderes Gesicht bekommt. Wir sind jetzt 80.000 Mitglieder – so viele, wie seit langem nicht. Das soll man im Alltag gerne sehen dürfen, wenn die SPD irgendwo auftritt.“ Kühnert kündigte an, er werde „nicht eher Ruhe geben, bevor wir der Partei von vorne den Stempel aufdrücken. Wir wollen die Spitze dieser Partei zu unserer Bewegung machen.“

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Kommentare

VVN-BdA

In Sachen Gemeinnützigkeit des VVN-BdA geht es aber nicht um Söder sondern um das Finanzamt für Körperschaften I des Landes Berlin und der Finanzsenator heßt Mathias Kollatz (SPD). Und wo ist Olaf Scholz ? Wir erinnern uns an Attac ? ..... Während die "Bertelsmänner" ihre Millionärsschwere Gemeingefährlichkeit betreiben können wird Organisatoren der Zivilgesellschaft von den Finanzämtern der Geldhahn abgedreht..... ?
Nebenbei Kevin: das zeitälter der Öl- und Gaskriege scheint sich zu diversifizieren, jetzt geht es auch um Lithium - Wie bewerten die JuSos und ihr Vorsitzender den Putsch in Bolivien und das Verhalten der Bundesregierung, speziell Maas ?????

Gratulation

Macht was draus; macht die SPD wieder zu einer SOZIALDEMOKRATISCHEN Partei !!! Apropos Macht: Kämpft darum daß die Bedürfnisse der Mehrheit der Bevölkerung wieder von der Politik berücksichtigt werden und nicht die Auto-, Pharma-, Agro- etc-Industrie die Politik bestimmen. Dabei werde ich Euch gerne beseite stehen.
Als Linker ist man halt Optimist !

Kevin Kühnert

Bleibt zu hoffen, dass Kevin Kühnert nach einer eventuellen Wahl in den Parteivorstand seinen Standpunkt aufrecht erhält und sich nicht an die Linie der sogenannten Sachzwänge, wie manche seiner Vorgänger, anpasst.