Gedenken an Johannes Rau

Johannes-Rau-Gesellschaft gegründet

Vera Rosigkeit25. Januar 2011

"Mein Mann war ein leidenschaftlicher Wissenschaftler", sagt Christina Rau. "Er hat sich nicht gewünscht, dass nach seinem Tod Plätze nach ihm benannt werden, er wollte, dass die Menschen
darüber reden, was unsere Gesellschaft zusammenhält."

Mit einer Johannes-Rau-Gesellschaft soll diesem Wunsch nun entsprochen werden. Christina Rau, SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, Schatzmeisterin Barbara Hendricks und die ehemalige
NRW-Kultusministerin Gabriele Behler gaben die Gründung eines gemeinnützigen Vereins, der jährlich ein Stipendium an Promovierende vergibt, die wissenschaftlich das Wirken von Johannes Rau
bearbeiten, am Dienstag in Berlin bekannt.

Bedingung: Forschungsfrage von gesellschaftlicher Bedeutung

Gefördert werden sollen Arbeiten, die sich "im ethischen Koordinatensystems von Rau bewegen", erklärte Gabriele Behler, Vorsitzende der Gesellschaft und ehemalige Kultusministerin in
Nordrhein-Westfalen. Eine Fachdisziplin sei nicht vorgeschrieben, Doktoranden ganz unterschiedlicher Fachrichtungen, beispielweise Theologen, Politologen, Historiker oder auch
Sprachwissenschaftler könnten sich bewerben, fügte sie hinzu. Den ersten Stipendiaten gebe es bereits. Seine Promotion werde sich mit dem Leben und Werk des
Sozialdemokraten Hans Simons beschäftigen und soll im März starten.

"Johannes Rau sei fast schon eine Legende der Sozialdemokratie", sagte Parteichef Gabriel, "er hat Politik und Menschlichkeit nicht als unterschiedliche Sphären gesehen". Es sei eine gute
Form mit unterschiedlichen Preisen und Stipendien Sozialdemokraten zu ehren. "Die Finanzierung von rund 30.000 Euro im Jahr werde aus dem Unternehmensbereich gesichert", ergänzte Schatzmeisterin
Barbara Hendricks. Gemeinsam mit Christina Rau, dem Historiker Klaus Tenfelde und dem Sozialhistoriker Jürgen Kocka, dem SPD-Politiker Jürgen Schmude und Anja Kruke, der Leiterin des Archivs der
sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, gehört sie dem Vorstand der Johannes-Rau-Gesellschaft an.

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