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Johanna Uekermann: SPD muss jünger und weiblicher werden

Robert Kiesel11. Oktober 2017
Johanna Uekermann
Johanna Uekermann kandidiert nicht erneut für den Juso-Bundesvorstand. Stattdessen strebt die 30-Jährige in den Parteivorstand der SPD.
Seit vier Jahren ist Johanna Uekermann Chefin der Jusos. Wenn sie den Posten im November abgibt, fängt ihr Engagement für eine Neuausrichtung der Partei erst richtig an.

Frau Uekermann, nach vier Jahren an der Spitze der Jusos verzichten Sie auf eine erneute Kandidatur für den Vorstand. Warum?

Erstens sind vier Jahre an der Spitze eine lange Zeit für einen Jugendverband, zweitens haben wir viel erreicht in den letzten Jahren. Wir haben die Jusos kampagnenstark gemacht, sie modernisiert und inhaltlich viel durchgesetzt in der SPD. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt an eine neue Juso-Generation zu übergeben, die die SPD weiter antreiben kann.

Statt für den Juso-Vorsitz wollen Sie im Dezember für den SPD-Parteivorstand kandidieren. Was muss nach Schock der Bundestagswahl passieren?

Ich glaube, dass wir die SPD ganzheitlich neu aufstellen müssen. Inhaltlich müssen Zukunftsthemen wie Digitalisierung, globale Ungerechtigkeiten, das Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft aufgenommen und programmatisch weiterentwickelt werden. Außerdem müssen wir die Partei organisatorisch neu aufstellen. Die Strukturen der SPD durchzulüften, die vielen Neumitglieder zu integrieren, die SPD jünger und weiblicher zu machen, das sind Punkte, die ich vorantreiben möchte.

2017 sind viele tausend junge Menschen in die SPD eingetreten. Wäre eine Johanna Uekermann im Parteivorstand ein Signal an sie, in der SPD tatsächlich etwas erreichen können?

Ich habe als Juso-Vorsitzende schon immer dafür geworben, dass wir junge Leute in der Partei sichtbarer machen. Es ist mir unglaublich wichtig, dass wir die komplette Partei verjüngen, vom Ortsverein bis hin zur Parteiführung. Das kann man aber nicht nur immer einfordern, man muss auch selbst die Initiative ergreifen.

Einzelne monieren, als Ex-Juso-Chefin und stellvertretende Vorsitzende der Bayern-SPD seien Sie zu etabliert, um die SPD erneuern zu können. Was sagen Sie denen?

Das höre ich gerade zum ersten Mal. Ich finde es aber auch Quatsch, wenn erfahrene und neue Gesichter gegeneinander ausgespielt werden. Die Partei muss divers sein. Dazu gehört, dass sie jünger und weiblicher wird. Aber auch, dass Leute, die noch nicht 20 Jahre in der Partei sind, an der Neuaufstellung mitarbeiten können. Wir müssen alle zusammenarbeiten, damit es wieder voran geht mit der SPD. Ich finde im Übrigen, die Bayern-SPD hat den Schritt der personellen Erneuerung vorbildhaft vollzogen – jünger und weiblicher, das leben wir in Bayern vor.

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