"Stadtteilmütter in Neukölln"

Integration von Mutter zu Mutter

Birgit Güll15. Mai 2010

Dass die Initiative in Berlin-Neukölln entstand, überrascht wenig. 300 000 Menschen leben in dem Bezirk, 120 000 von ihnen sind Einwanderer. Und diese helfen sich nun selbst: Im
Bekanntenkreis, beim Arzt oder anderen sozialen Treffpunkten bieten die "Stadtteilmütter" ihre Dienste an. Projektleiterin Maria Macher spricht von einem "Schneeballeffekt". Anfängliche Skepsis
sei meist schnell überwunden und die Beratung der "Stadtteilmütter" werde weiter empfohlen.

Stadtteilmütter als "Exportschlager"

Zehn Mal besucht eine "Stadtteilmutter" jede Familie um mit ihr über Bildung in all ihren Facetten zu sprechen - von Spracherziehung über Kindertagesstätten bis hin zu
gesunder Ernährung. Umfangreiches Informationsmaterial, in der Muttersprache der Besuchten, sorgt dafür, dass die Frauen ihre Rechte und Pflichten ebenso kennenlernen, wie die Angebote des
Bezirks. So ebnen die 170 ausgebildeten "Stadtteilmütter" den Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Im letzten Jahr haben sie 1500 Familien beraten. Und das Projekt hat Schule gemacht: Auch andere Bezirke haben inzwischen "Stadtteilmütter". So ist die vor fünf Jahren
entstandene Initiative heute ein "Exportschlager", so Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit. Doch das Beratungsangebot gibt es längst nicht überall. Aus diesem Grund säßen bisweilen
Verwandte aus anderen Bezirken mit am Tisch, wenn die "Stadtteilmutter" kommt, erzählt Maria Macher.

Der Erfolg des Integrationsprojekts spricht für sich. So mangelt es nicht an Lob von allen Seiten. Nur die Regelfinanzierung steht weiter aus. Die Diakonie ist zwar Träger des Projekts, doch
es bleibt auf unterschiedliche Geldgeber angewiesen.

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