Aktion gegen Rechts

Initiative „Kleiner Fünf“: Radikal höflich gegen Rechtspopulismus

Jonas Jordan05. März 2019
Die Initiative „Kleiner Fünf“ kämpft gegen Rechtspopulismus in den Parlamenten.
Die Initiative „Kleiner Fünf“ kämpft gegen Rechtspopulismus in den Parlamenten.

Eine Kooperation mit bnr.de

Eine offene Gesellschaft statt rechtspopulistischer Parolen: Dafür kämpft die bundesweite Initiative „Kleiner Fünf“ seit ihrer Gründung vor drei Jahren mit radikaler Höflichkeit.

Ausgelassene Menschen ziehen durch die Straßen von Berlin. Jubelnd springen sie in die Luft, umarmen sich und rufen: „Sie sind weg!“ Gemeint ist die AfD, die bei der Wahl 2021 mit 4,9 Prozent den Wiedereinzug in den Bundestag verpasst hat.

Wahlantrag mit Plastikring

Das ist die Vision der Initiative „Kleiner Fünf“, die sich für Demokratie, Meinungsvielfalt und einen respektvollen Austausch einsetzt. Sie gründete sich im August 2016. Ursprünglich, um zu verhindern, dass bei der Wahl im darauffolgenden Jahr erstmals eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag einzieht. Mehr als 300 Aktive beteiligten sich bundesweit an den Aktionen der Initiative. Junge Menschen knieten mit Plastikringen voreinander und machten sich einen Antrag, gemeinsam wählen zu gehen. Im Netz forderte „Kleiner Fünf“ zu „radikaler Höflichkeit“ auf. Aktivistinnen und Aktivisten sollten vehement gegen rechtspopulistische Positionen argumentieren, dabei aber höflich im Ton bleiben.

Trotz zahlreicher Aktionen verfehlte die Initiative ihr Ziel deutlich: Die AfD zog mit 12,6 Prozent der Stimmen in den Bundestag ein. Trotzdem war schnell klar, dass es mit „Kleiner Fünf“ weitergehen sollte. „Die Bedrohung war nach der Bundestagswahl noch viel konkreter“, sagt Tobias Gralke. Der 27-Jährige aus Niedersachsen ist seit Oktober 2018 Vorstandsvorsitzender von „Tadel verpflichtet“, dem Trägerverein von „Kleiner Fünf“.

Inzwischen bietet die überparteilich agierende Initiative auch Workshops zum Umgang mit rechtspopulistischen Argumenten an, beispielsweise im Oktober vergangenen Jahres für die Jusos Niedersachsen. „Wir sprechen bei der Gelegenheit über Erfahrungen im Alltag und tauschen uns über mögliche Strategien aus“, sagt Gralke.

Zahlreiche neue Mitstreiter seit Chemnitz 

In diesem Jahr plant „Kleiner Fünf“ weitere Aktionen zur Europawahl im Mai und im Herbst zu den Landtagswahlen in Ostdeutschland. Speziell nach den Vorkommnissen in Chemnitz hat die Initiative zahlreiche Mitstreiter gewonnen. „Unser akutes Ziel ist es, Rechtspopulismus zurückzudrängen. Langfristig wollen wir eine aktive Vision für das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft“, sagt Gralke. 

Eine Kooperation mit bnr.de

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Kommentare

Rechtspopulismus

Lobenswert, daß man den Rechtspopulismus minimieren will, aber dazu muss man die Ursachen angehen: Sozialdumping, Hartz I-IV, Abdrängen in die Scheinselbstständigkeit, Befristungen, Leiharbeit, Mietwucher..........
Damit tut sich die SDP Repräsentanz schwer - mit einfachem Umbenennen ist das nicht getan, auch nicht mit positive besetzten Adjektiven vor lückenhaften Gesetzen.
Und was ist Rechtspopulismus anderes als das Basching von "Florida Rolf", "Viagra Kalle" durch G. Schröder, oder das Griechenlandbasching durch den hochverehrten Herrn Gabriel ?
Bei jedem Gesetz das die SPD zur verbesserung der Lebensumstände der Menschen vorschlägt heißt es gleich: Finanzierungsvorbehalt. Bei der Erhöhung des Militäretats gibt es das nicht. Ich bin mal gespannt was von den akzeptablen Gesetzesvorschlägen von Herrn Heil nach den Wahlen in der EU und in den 4 Bundesländern übrig bleibt.

Ist es nicht so...

... dass es zuerst gilt die Wurzeln des Übels zu erkennen um sie dann kraftvoll und mutig auszumärzen ?!
Armin Christ hat vollkommen Recht !
Was nützt das oberflächliche Heimatgedönse und was nützen Initiativen für mehr Freundlichkeit, wenn eine schnell wachsende Gruppe von Menschen empört ist, dass sie im Globalisierungseifer vergessen und/oder ausgebeutet werden ?
Gute Initiative, aber zur falschen Zeit !!! Die Empörung hat ihre Gründe und Erleichterung ist nicht in Sicht !!!
Es braucht eben auch eine laute Protestkultur links der vesagenden Mitte !!!

Als Sprecher der WENIGEN weiterhin rechtstreue

Netter Versuch, aber dieser Kommentar steht natürlich nicht im Einklang mit unserer Netiquette. Deswegen wurde er gelöscht.