Idee der Freiheit

Die Redaktion23. Juni 2009

Vor 20 Jahren veränderte sich die Welt. Das Jahr 1989 wurde zum Symbol für den Neuanfang nach einer Reihe von politischen Massenprotesten in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Jedoch,
darunter der 17. Juni 1953, die ungarische Revolution von 1956, der "Prager Frühling" 1968, die Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarnosc 1980 in Polen In der Regel wurden diese durch
das militärische Eingreifen der Sowjetunion beendet.

Inzwischen sind diese Vorgänge längst Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtungen geworden.



Geschichte und Gegenwart

1989: "Bei diesem Thema trifft die Geschichte auf die Gegenwart", betonte der Historiker und Vorsitzende der Historischen Kommission Bernd Faulenbach. Die Interpretationen der Geschehnisse
von 1989/ 90 würden heute in besonderer Weise variieren. "Der Mauerfall und die deutsche Einheit sind Teil einer europäischen Umwälzung und Teil eines transnationalen Geschehens gewesen."

SPD-Parteichef Franz Müntefering unterstrich die Notwendigkeit von Freiheit. "Es ist nötig, die Freiheit auf der Tagesordnung zu haben." Der 17. Juni stehe in besonderer Weise dafür.
"Zugleich aber muss das Erreichte gewürdigt werden." Daher forderte Müntefering in Deutschland mehr Demokratie zu wagen. Denn Freiheit sei " ohne Demokratie nicht möglich". "Sie ist Ausdruck von
Humanität und menschheitsgeschichtlichem Fortschritt, welche die Gestaltbarkeit der Politik garantiert", sagte Müntefering. Die friedliche Revolution 1989 sei ein gutes Beispiel für erkämpfte
Freiheit. "Sie ist heute zu einem Stück europäischer Freiheit geworden."



Freiheit und Demokratie

Marktradikalismus lehne nicht nur alle Regeln der Demokratie ab, sondern zwinge seine Regeln auf, so der SPD-Parteichef. "Daher müssen sich die Demokraten besinnen und die soziale
Marktwirtschaft neu starten. Dies kann jedoch nicht nationalstaatlich geregelt werden." Die Herausforderung der Zukunft werde es sein, übereuropäische Regeln zu schaffen, um künftig den
Anforderungen der Freiheit und Demokratie gerecht zu werden.

Auch Bildung und soziale Integration würden eine politische Aufgabe sein. "Die Chance auf Bildung ist eine Chance auf Freiheit. Bildung ist für Sozialdemokraten ein Menschenrecht ungemessen
an der wirtschaftlichen Rentabilität", gab Müntefering abschließend zu verstehen.

Das Fazit der Veranstaltung war, dass die Entwicklung seit 1989 in Deutschland und in Europa trotz der momentanen Wirtschaftkrise positiv zu bewerten ist. Nach dem Ende des Ost-West
Konflikts haben sich völlig neue politische und wirtschaftliche Verhältnisse entwickelt, die geschützt und weiter ausgebaut werden müssen. Aber auch eine angemessene Erinnerungskultur an die
Ereignisse von 1989/ 90 verhilft dazu, die deutsche Nachkriegsgeschichte besser zu verstehen und zu vergegenwärtigen.

Edda Neumann

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