Parteispitze

Hubertus Heil zum Bundestagswahlkampf: „Gute Ideen – die haben wir“

Kai Doering02. Juni 2017
Parteifreunde: SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz (r.) will, dass Hubertus Heil der neue Generalsekretär der Sozialdemokraten wird.
Der neue Generalsekretär der SPD Hubertus Heil setzt auf Entschlossenheit und Durchhaltevermögen seiner Partei. Im Interview mit vorwärts.de spricht er darüber, was er in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes plant.

Was bedeutet es für Sie, als Generalsekretär der SPD ins Willy-Brandt-Haus zurückzukehren?

Zunächst ist die Ursache für diesen Schritt leider eine sehr traurige. Durch die Erkrankung Erwin Sellerings, den ich persönlich gut kenne und außerordentlich schätze, kam es zu den Personalentscheidungen, die letztlich auch dazu führten, dass ich von Martin Schulz gefragt wurde, ob ich für das Amt des Generalsekretärs zur Verfügung stünde. Das habe ich als Ehre empfunden – ich freue mich, dass der Kanzlerkandidat und meine Partei mir das zutrauen.

Die Entscheidungen mussten nach dem Rücktritt von Erwin Sellering sehr schnell fallen. Hat das Auswirkungen auf den Einstieg?

Es ist eine sehr turbulente Woche für mich, aber ich fühle mich durch meine politische Erfahrung gut vorbereitet.

Was werden Sie anders machen als ihre Vorgängerin Katarina Barley?

Es geht nicht darum, etwas anders zu machen. Ich werde den erfolgreichen Weg, den Katarina Barley eingeschlagen hat, weitergehen. Wir gehen jetzt in die heiße Phase des Wahlkampfes und wir werden alle für unseren Kanzlerkandidaten Martin Schulz kämpfen.

Als Generalsekretär werden Sie auch Manager des Bundestagswahlkampfs sein. Worauf kommt es aus Ihrer Sicht in den kommenden vier Monaten vor allem an?

Auf gute Ideen – die haben wir. Auf Entschlossenheit – die strahlen Martin Schulz, die Partei und die Fraktion gleichermaßen aus. Und auf Durchhaltevermögen – das bringt die älteste Volkspartei Deutschlands in ausreichender Menge mit.

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Bundestagswahlkampf SPD

Interview Oppermann mit der WQELT vom 29.4.2017:
Welt: Großbritannien hat sich bereits von der EU verabschiedet. Labour-Chef Jeremy Corbin kämpft für den Brexit. Ist Labour noch eine europäische Partei?

Thomas Oppermann: Jeremy Corbyn hat die einst bedeutende Labour Party kampfunfähig gemacht. Vor dem Volksentscheid waren seine Abgeordneten zu 90 Prozent für Europa. Nach dem Brexit ist die Partei zerrissen. Corbyn lehnt ein Plädoyer für Europa ab. Labour ist deshalb völlig orientierungslos und wird bei der Wahl voraussichtlich eine katastrophale Niederlage erleiden. Corbyn ist ein Alt-Linker, der ähnlich wie Wagenknecht Europa als eine Festung des Kapitalismus betrachtet. Er ist deshalb unfähig, die positiven Werte Europas – Frieden, Demokratie, Wohlstand, Reisefreiheit – angemessen zu würdigen. Ich kenne viele wirklich gute Akteure bei Labour. Aber wenn ich mir Labour heute ansehe, leide ich wie ein Hund.