Grundrente

Heils Pläne zur Grundrente: Schritt gegen wachsende Altersarmut

Vera Rosigkeit04. Februar 2019
Fordert eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung: SPD-Bundesarbeitsminister Hubertus Heil.
Bundesminister Hubertus Heil will eine Grundrente, die Lebensleistung honoriert. Sein Konzept schlägt Wellen. Kritik kommt vom Koalitionspartner aus CDU/CSU. Für Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften sind seine Vorschläge hingegen ein richtiger Schritt gegen wachsende Altersarmut.

Kaum schlägt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil seine Idee über eine künftige Grundrente vor, überschlagen sich am Montag die Kommentare dazu. Kritik kommt vor allem vom Koalitionspartner aus CDU/CSU. Was Hubertus Heil da vorlege, entspreche nicht dem Koalitionsvertrag, erklären der arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Peter Weiß und der stellvertretende Vorsitzende Hermann Gröhe unisono.

Bis zu 447 Euro mehr Rente

Dort festgeschrieben ist, die „Lebensleistung von Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben“, zu honorieren und ihnen ein „regelmäßiges Alterseinkommen zehn Prozent oberhalb des Grundsicherungsbedarfs“ zuzusichern. Voraussetzung dafür: 35 Beitragsjahre sowie eine Bedürftigkeitsprüfung entsprechend der Grundsicherung.

Laut Bundesminister Hubertus Heil soll nun einen Zuschlag auf seine Rente erhalten, wer mindestens 35 Jahre „Grundrentenzeiten“ aufweisen kann. Und das – im Unterschied zum Koalitionsvertrag – ohne Bedürftigkeitsprüfung. Dieser Zuschlag könnte bis zu 447 Euro mehr Einkommen im Monat bedeuten. Das wird anhand dieses Beispiels deutlich: Derzeit käme eine Friseurin nach 40 Jahren Vollzeit auf dem Niveau des Mindestlohns auf eine monatliche Rente von 512,48 Euro. Mit der künftigen Grundrente könnte sie 960,90 Euro erhalten, heißt es in einem Faktenpapier des Ministeriums.

Aus Steuermitteln finanziert

Auch das Wohngeld soll nach den Plänen Heils verbessert werden: Miet- bzw. Einkommensgrenzen zum Wohngeld sollen künftig regelmäßig angepasst werden. Und es soll einen Freibetrag beim Wohngeld geben, der sich an dem heute schon existierenden Freibetrag für schwerbehinderte Menschen in Höhe von 125 Euro pro Monat orientiert.

Die Kosten für die Grundrente beziffert Heil in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ auf einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag pro Jahr. „So viel werden wir brauchen, um eine Grundrente zu bekommen, die den Namen verdient“, sagt der SPD-Politiker. Sie soll aus Steuermitteln finanziert werden, denn die Grundrente müsse der gesamten Gesellschaft etwas wert sein, so Heil. Davon profitieren würden rund drei bis vier Millionen Rentner, überwiegend Frauen. Starten könnte das ganze bereits 2021.

Schritt gegen wachsende Altersarmut

Zuspruch zu Heils Rentenplänen kommt von Wohlfahrtsverbänden und den Gewerkschaften. „Hiermit wird dem gesellschaftlichen Skandal entgegengetreten, dass jahrzehntelange Leistung nicht zu Renten über der Grundsicherung führt. Diese Vorschläge sind ein richtiger Schritt gegen wachsende Altersarmut“, erklärt IG Metall-Chef Jörg Hofmann. Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler begrüßt, dass das das Konzept der langjährigen Forderung der AWO Rechnung trage, „dass Leistungsverbesserungen für Niedrigverdiener in der Rentenversicherung nicht bedürftigkeitsabhängig sein dürfen“.

Gut für Frauen und „Helden des Alltags“

Ökonom Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) macht in einem Tweet via Twitter deutlich, dass zwei Drittel derer, die von der Grundrente profitieren würden, Frauen seien.

Viel Lob erhält Heil aus den eigenen Reihen: Für die arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestgasfraktion Kerstin Tack ist die Kritik der Union „absolut nicht nachvollziehbar“. Die SPD wolle den „ärmsten Rentnerinnen und Rentnern helfen. Den Helden des Alltags, denen lange niedrige Löhne zum Teil unter dem Mindestlohn gezahlt worden sind, z.B. in der Dienstleistungsbranche, Frisöre, Beschäftigte im Hotel Gaststättenbereich, bei Billigfliegern, im Lager, Paketboten, für sie ist ein nachträglicher Ausgleich nur gerechtfertigt", erklärt sie gegenüber dem vorwärts.

Ebenfalls via Twitter fordert Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der Union, die „in den letzten Wochen viele warme Worte zur Anerkennung der Lebensleistung der Ostdeutschen gefunden“ habe, gemeinsam mit der SPD die Grundrente umzusetzen, statt dagegen zu reden.

 

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Kommentare

Heils Pläne zur Grundrente

Klingt ja schön und gut, aber fast gleichzeitig hat Scholz über sinkende Steuern geklagt, womit der Vorschlag von Heil genauso schnell verschwinden dürfte wie er in die Öffentlichkeit gelangt war, abgesehen vom Veto der Union, die sich in diesem Fall, warum nicht auch bei den Waffenlieferungen, auf den Koalitionsvertrag beruft.

Natürlich wäre das Geld vorhanden,
wenn Scholz endlich die von den Konzernen hinterzogenen Steuern eintreiben würde,
wenn Scholz die Steuerankündigungen der SPD (z.B. Finanztransaktionssteuer) vor der Wahl in die Tat umsetzen würde,
wenn Scholz sich nicht auf die Forderungen nach Erhöhung des Kriegshaushalts von über vier (!) Milliarden Euro einlassen würde, wobei allein die umstrittenen Beraterverträge eine Verschwendung von mühsam erarbeiteten Geldern der Arbeitnehmer darstellen (der einzige Vorteil besteht darin, dass die Waffen oft untauglich sind und unschuldige Menschen dadurch ihr Leben behalten),
wenn Scholz den vom Bundesrechnungshof aufgedeckten Wahnsinn bei der Deutschen Bahn AG schnellstmöglich beenden würde
etc.etc.

Hat schon mal Jemand nachgerechnet ?

"Derzeit käme eine Friseurin nach 40 Jahren Vollzeit auf dem Niveau des Mindestlohns auf eine monatliche Rente von 512,48 Euro. Mit der künftigen Grundrente könnte sie 960,90 Euro erhalten, heißt es in einem Faktenpapier des Ministeriums."

Was bei dem ganzen Medienspektakel permanent unter den Tisch fällt ist die Tatsache, das Renten zunehmend höher besteuert werden.
Die Inflation lasse ich auch mal raus, es ist schon beschämend genug wenn man nur die Grundwerte nachrechnet.

Selbst wenn man diese Faktoren außer Acht läßt erschließt sich mir nicht wie man als Rentner mehr bekommen kann als Hartz IV, selbst mit dieser "Lebensleistungsrente" in voller Höhe, von der Steuern sowie Kranken- und Pflegepflichtversicherung abzuziehen sind.

Bevor hier wieder wegen angeblich unbelegten Behauptungen gelöscht wird möge sich bitte jede(r) Interessierte bzw. Betroffene durchrechnen, wie groß die Chance ist das man selbst mit voller "Lebensleistungsrente" aus Hartz IV bzw. Sozialhilfe herauskommt.

Das liegt keinesfalls daran das die Überlebensbeihilfe "ALG II" zu großzügig bemessen ist.

Gute Ankündigung

Heils Vorschlag hat sozialdemokratische Substanz. Ich hoffe daß dieser Vorschlag nicht wegen Koalitionsraison oder Finanzierungsvorbehalt zurückgezogen wird. Er könnte zwar besser sein, aber er ist auch ein Hoffnungsschimmer, daß die SPD wieder sozialdemokratischer wird.

Was ist Ungerechtigkeit? Teil 1

Bei etwa vier Millionen Menschen wird der Aufschwung seit der Agenda 2010 im Alter vorbeiziehen. Sie sind prekär in Teilzeit befristet, als Aufstocker, in Leiharbeit, in mehreren Minijobs. Bei Subunternehmen beschäftigt haben sie gereinigt, gefliest, gekocht, Kinder beaufsichtigt, Bürokorrespondenzen erledigt und vieles mehr. Keiner will sie im eigenen Freundeskreis haben, aber wir nutzen sie aus.

Sie sind alleinerziehend, alleinstehend und doch mittellos. Sie nehmen an keiner Firmenfeier teil. Sie erhalten keine Boni, kein Urlaubs- oder auch Weihnachtsgeld. Viele Arbeitgeber sparen sich bei ihnen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und oft rechnen diese als wirtschaftlich Stärkere ihnen den Mindestlohn klein. Sie arbeiten sonntags, an Feiertagen und in der Nacht.

Manchmal sind sie funktionelle Analphabeten oder verdeckt behindert und trauen sich keine Gleichstellung beim Arbeitgeber zu. Sie werden in jeglicher Hinsicht ausgebeutet und die Ausbeute ist der goldene Regen, der uns jährlich zusätzliche Umsätze im Online- und Einzelhandel beschert. Durchaus haben sie Sozialversicherungsbeiträge bezahlt, um uns Besser- und Bestverdienende auch im Alter die Rente zu finanzieren.

Was ist soziale Ungleichheit? Teil 2

„Der Ungerechte will aber nicht immer zu viel haben, sondern unter Umständen auch zu wenig, nämlich von dem, was an sich ein Übel ist. Da aber das kleinere Übel gewissermaßen als ein Gut erscheint und die Habsucht auf Güter gerichtet ist, so scheint ein solcher Mensch habsüchtig zu sein. In Wirklichkeit aber ist er ein Freund der Ungleichheit.“ [Aristoteles Nikomachische Ethik 1129b]

Die Detailfragen ob Freibetragsmodell oder Grundrente, administriert durch die DRV oder die Kommunen sind technisch. Wichtig ist, was uns diese Menschen letztlich wert Zeit ihres Lebens wert sind. Das freidemokratische Besserverdiener[innen] und Steuerbetrüger[innen] aufschreien ist selbstredend. Das unionschristliche Mittelstandsbabies aufschreien, vorhersehbar.

Sie alle akzeptieren das Pensionierungsmodell, dass dieser Gruppe es erlaubt, leistungsunabhängig und ohne Umlageverfahren mit dem Bezug des letzten Monats in Pension zu gehen. Sie alle rechnen damit, dass die Geringsten unter uns sich nicht trauen werden, als Bittsteller vor dem Amt sich finanziell zu entkleiden. Ja, es mag eine Rolle spielen, ob sie nicht noch Kapitalerträge erwirtschaften.

Was ist Gerechtigkeit? Teil 3

Und es mag eine Rolle spielen, ob sie im Sinne eines Familieneinkommens nicht bestens versorgt sind. Eine Bedürftigkeitsprüfung scheint hier objektiv angebracht zu sein. Aber ist das gerecht? Wir bewerten nur das Beobachtbare.

Wir quantifizieren nur das Nachweisbare. So wird jedoch die strukturelle Gewalt der sozialen Ungleichheit nicht sichtbar. Moralisch lässt sich diese Frage scheinbar nicht gesellschaftlich beantworten. Ethisch lässt sich diese Antwort anscheinend nicht rechtfertigen.

So bleibt nur den gordischen Knoten politisch zu durchschneiden. Die unionschristlichen Koalitionäre wollen wie im Ausländerrecht Falschangaben im Asylrecht strafrechtlich belangen. Für Sozialdemokrat[innen] ist das kein Stöckchen, sondern ein Schlagbaum, wie für die Christsozialen und -demokraten Hubertus Heils Grundrente Konzept.

Würde die SPD dem zustimmen, dass Falschangaben im Asylverfahren strafrechtlich relevant werden und Betroffenen bei einer Mindeststrafe auf Bewährung ihre Residenzpflicht auf AnkER-Zentren reduziert würden, entweder um gezielter integriert zu werden, oder bei Ablehnung abgeschoben zu werden, oder bei Weiteren strafrechtlichen Verstößen ausgewiesen zu werden.

Kompensation als Lösung des politischen Mängelwesens! Teil 4

So müsste die CDU/CSU der Grundrente ohne Wenn und Aber nach Heils Konzept zustimmen, als Vorleistung versteht sich. Die letzte Koalition hat ja ihre Spuren hinterlassen. Einerseits lässt sich die Finanzierungsfrage nicht einseitig stellen, wenn Pensionen politisch nicht weiter angerührt werden. Andererseits eignen sich sowohl die Themen Grundrente wie Asylrecht überhaupt nicht als Wahlkampfthema, da sie nur die links- und rechtsgerichteten Ränder hochziehen und gerade von denen gewählt werden, die von Heils Plänen massiv profitieren würden, Antidemokraten für Deutschland [AfD] allen voran.

Die Koalition sollte sich also nicht weiter Heil-los zerstritten zeigen. Es geht hier nicht um das Ausloten von politischen Mitten. Diese sind in allen Fragestellungen nicht leidtragend. Sondern es geht um das Beseitigen von unzumutbaren Härten und Finden von zumutbaren Belastungen. Jede[r] hat die Möglichkeit strafffrei zu bleiben und im Zweifel sich mit Strafverteidiger[innen] zu wehren, aber keine[r] hat die Möglichkeiten, sich gegen strukturelle Gewalt zu wenden. Eine parlamentarische Demokratie sollte sich endlich für diese Generationen der Verlorenen entscheiden und nicht nur über sie.

Großer Wurf Richtung Geechtigkeit ?

Es bleibt zweifelhaftt ob die Heil´sche Grundrente (die keine wirkliche Grundrente ist l) in der Lage ist das Gerechtigkeitsempfinden der Menschen zu stärken und mit diesem Konzept vor den kommenden Wahlen (Europa, Kommunal und in div.Bundesländern) den niotwendigen Zuspruch des Wahlvolkes zu bringen !?
Denn: 1) Dieses Konzept schafft neue Ungerechtigkeiten (Bsp.bes. für Menschen die nicht an die 35 Berufsjahre herankommen und wie Menschen behandelt werd die nichts auf die Reihe gekr. haben !1
2.) Es löst i der Breite nicht das Grundproblem das Menschen die mind. 8 Stunden täglich hart arbeiten, von ihrem Lohn die für eine auskömmliche Rente notwendigen Beiträge zahlen und wie Bittsteller zum "Amt" rennen müssen .
3.) Für die Finanz.. der Grundrente müssen mangels Steuergerechtigkeit an anderer Stelle Erleichterungen gestrichen werden, die Geringvedienern ein menschenwürdiges Leben ermöglichen sollen !!
Die Lösung des Problems wäre: Mindestlohn der adäquate Rentenbeiträge ermöglicht; alle, auch Selbstständige und Beamte zahlen iin die Rentenkasse ein,; Steuergerechtigkeit wird hergestellt;, staatl. Unterst. f. Firmen b. Exist.gründ. u. mangelnd. intern. Wettbew.fahgkeit !.

Guter Tag ! - Volle Kraft voraus !

Gestern am 07.02.2019 war ein guter Tag ! Denn: Sowohl Bundesarbeitsminister Heil ( Mindestrente, Sendung "M.Illner") als auch Bundesumweltministerin Schulze; (Sendung "Lanz) - notwendiges Tempolimit auf Autobahnen 130 )zeigten bei umstrittenen aber überfälligen Themen mutig klare Kante. CDU-Widerpart Ziemiak sah mangels greifbaren Gegenargumenten mehr als alt aus !
Was Heil´sauftritt bei Maybrit Illner anbelangt, gab es allenfalls offene Fragen bei Finanzierung der Respektrente und bei der Frage ob Menschen dei die 35 Beitragsjahre nicht erreichen leer komplett von dieser sinnvollen und mehr als verdienten Leistung ausgeschlossen werden !
Was die Finanzierung anbelangt wurde aber klar, dass dies wohl nur durch mehrere ebenfalls überfällige Schritte geschehen kann:
1.) Flexibleres Weiterarbeiten bzw. bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten im Alter, je nach körperl. Verfassung, eigenen Vorstellungen incl.Exist.gründung etc.- mehr Rentenbeiträge werden ohne Zwang so länger bezahlt !)
2.) Größere Einzahlerbasis (auch Beamte und Selbstständige)
3.) Weitere Steuereinnahmen generieren (so bekommt der Arzt bspw. etwas weggenomen,seine Frau die "berühmte" Sprechstundenhilfe etwas dazu)

Warum erst jetzt?

‪"Uns geht es allen gut!" Sagten Merkel und das Unions-Wahlprogramm ... gerne und immer wiederholt von den Merkel-Hofberichterstattungs-Medien, also fast von der gesamten deutschen Medienlandschaft! Heuchler!
http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
Auch in Bayern immer wieder gerne gespielt. ‪Die Lippen scheinfromm geschürzt und dann aus hartem Herzen jubiliert: „Uns geht es allen gut"! Die von der „C“SU-Regierung an dubiose Investoren verscherbelten 30.000 GBW-Wohnungen und ihre 80.000 Mieter sind bei ihrem neuen Wohnungseigentümer gut aufgehoben: keiner muss seine Wohnung verlassen, wenn er seine bis zu 200% erhöhte Miete zahlt!
42% Abgehängte: "Wir bitten Dich, erhöre uns"!‬
In den letzten 20Jahren durften die unteren Einkommensgruppen 5% mehr Steuern zahlen, während die Reichsten 5% weniger Steuern zahlen mußten.
Aber 45 Super-Reiche besitzen so viel wie die Hälfte der Bevölkerung!
Dafür haben rd. 30% der Bevölkerung kein Vermögen bzw. sogar Schulden!
Die Lücke zwischen Armen und Reichen geht kontinuierlich auseinander! Das Risiko in Altersarmut zu enden steigt kontinuierlich von Jahr zu Jahr! Ein „Naturgesetz“? Oder ungerechte Umverteilung von unten nach oben? Insofern trifft...

Warum erst jetzt? ...2

...
Insofern trifft der Vorschlag des SPD-Ministers Heil einen Nerv! Bravo!
Wie nicht anders zu erwarten, halten Union und FDP den Vorschlag des SPD-Ministers für eine Grundrente zur „Abfederung“ von Rentnern, die bereits in Altersarmut leben, für ungerecht! Den heutigen Zustand also für gerecht! Gut zu wissen!

"Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!"

https://youtu.be/9Steya7Qtr8

Und die Union verwässert bzw. verhöhnt in altbekannten Mustern weiterhin alle Initiativen, die z.B. die wachsenden Probleme der Kinderarmut, der Altersarmut, der Mietenexplosion, der Abgehängten etc. nachhaltig angehen will! Und angesichts der absehbaren demografischen Herausforderung steckt die Union den Kopf in den Sand!

Nicht abgesprochen!?

Skandal! Grundrente weder mit Union, noch mit Merkel und schon gar nicht mit Lindner abgesprochen! Das ist nicht rechtens von den von Altersarmut betroffenen Rentnern! Sie hätten sich doch vorher anmelden können! Im übrigen hätten Sie sich ja nur um eine höhere Entlohnung bemühen müssen, dann würde es Ihnen doch auch - wie uns allen - gut gehen! Stattdessen wollen sie jetzt den Jungen ans Portmonee - wegen höherer Beiträge! Ungerecht ist das!
So, oder so ähnlich kommen nun die „Neider“ wieder aus ihren Löchern, denen jeder Euro in den Sozialstaat einer zu viel ist!

"Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!"

https://youtu.be/9Steya7Qtr8

Ist es gerecht

wenn jemand sich aus freien Stücken (Zahnärztingatte) dazu entschlossen hat, Teilzeit zu arbeiten, eine Rente in gleicher Höhe zu erhalten wie ein Vollzeitbeschäftigter?

Es ist unzutreffend, alle Renten aus langer Versicherungszeit mit geringer Höhe über einen Kamm zu scheren. Hier werden, auf Kosten aller, dazu gehören auch diejenigen, die keine 35 Versicherungsjahre aufweisen können, Geschenke gemacht, von denen Scholz annimmt, dass sie nicht zu finanzieren sind.
Die beschenkten mögen sich der SPD zuwenden, in ihrer Wahlentscheidung. Viele andere werden sich hingegen abwenden.

Kurzum- bei näherer Betrachtung wohl doch keine so gute Lösung

Könnte man auch Griechenland-Rente nennen

Ähnlich wie bei der elendigen Geschichte mit der sogenannten "Griechenland-Rettung" scheint mir auch diese "Lebensleistungs" Rente ein reines Umverteilen von Tasche zu Tasche, ohne das die angeblich "Beschenkten" tatsächlich einen Vorteil hätten.

Die von Ihnen genannten scheinbaren Ungerechtigkeiten kommen sicher dazu aber bei einer derartig lächerlichen Auszahlungshöhe steht für mich am Ende nur die Frage woher die Armutsrente kommt bzw. im welchem Maß sich der Hartz-IV-Regelsatz aus anderen Töpfen mit deckt. Ein gut bezahlter Halbtagsjob kann mehr Punkte generieren als ein Mindestlohnjob, Beitragszeit führt in dem Fall in die Irre.

Knapp unter 1000 Euro, davon sind ggf. Steuern (je nachdem wie die Freibeträge sich entwickeln) und aktuell nochmal 16% KV/PV abzuziehen. Der aktuell noch vorhandene Rentenfreibetrag wird in wenigen Jahren abgeschafft sein.
Steuern und politisch gewollte Inflationsrate von mindestens 2% ignoriere ich mal.

840 Euro für Miete+Nebenkosten und Energie sowie Lebensmittel sind dann theoretisch noch frei.
Preisfrage: Wie hoch darf die Miete samt Nebenkosten sein damit der "Lebensleistungsrentner" tatsächlich mehr erhält als ein ALG II Bezieher ?

Bedürftigkeitsprüfung

Das wäre wirklich erniedrigend und macht die Rente zum Almosen - für 35 Jahre härter Arbeit?!
Man sollte aber auch darauf hinweisen, dass sonstige Einkünfte wie Mieterträge oder Hinterbliebenenversorgung etc. angerechnet werden.
Was soll dann noch ein Bedürftigkeitsnachweis!

Jetzt sind doch erst mal die Reichen und Mächtigen dran!

Der SPRINGER-Verlag trommelt schon seit geraumer Zeit in seiner Rolle als der Beschützer der Reichen und Mächtigen gegen den Vorschlag des SPD-Ministers Heil für eine neue Grundrente für von Altersarmut bereits betroffener Rentner! Er lässt „führende“ Ökonomen behaupten, die Grundrente sei ungerecht und solle nach dem Gieskannenprinzip verteilt werden: an Rentner in Altersarmut, die zwar lange gearbeitet haben, aber aufgrund niedriger Löhne nur geringe Rentenansprüche erwerben konnten! Wo ist da die Gieskanne? Wo ist da die Ungerechtigkeit?
Und keiner von diesen „führenden“ Ökonomen kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, die Rentenbeiträge künftig nicht nur aus dem Arbeitseinkommen zu generieren, sondern auch aus Einkommen aus Kapital und Boden! Stattdessen wird das bekannte Spiel Alt (Rentner) gegen Jung (Beitragszahler) aufgeführt!
Und noch etwas: Die von der WELT zitierten „führenden“ Ökonomen sind gar nicht führend! Insbesondere international spielen sie gar keine Rolle! Führend sind sie nur, wenn Sie immer wieder ihre gleiche Melodie abspielen: die Reichen und Mächtigen werden es gerne hören!
Und auch Leute wie Lindner und andere Medien springen schon auf den Zug auf..

Jetzt sind doch erst mal die Reichen und !ächtugen dran! ...2

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Und auch Leute wie Lindner und andere Medien springen schon auf den Zug auf und bemänteln ihre Ablehnung auch noch dumm-dreist mit mangelnder Gerechtigkeit und skurrilen Beispielen von gutbetuchten Armuts-Rentnern! Und dass jetzt die Union, die ja bekanntermaßen auf der Seite der Reichen und Mächtigen steht, auch in dieses unsoziale Horn bläst, war zu erwarten! Sie möchten lieber den Reichen (Soliabbau) und der Wirtschaft wieder mehr Steuergelder zufließen lassen!

"Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!"

https://youtu.be/9Steya7Qtr8

Ich gebe da Max Freitag Recht

Ich gebe da Max Freitag Recht. Die angeschobene Sache ist mir noch zu unausgegoren. Aber nichtsdestotrotz kommt Bewegung in die Rentenangelegenheit.
Wäre es nicht an der Zeit, eine Reform unseres Rentensystems zu überdenken und nicht nur kleine Flickschustereien zu versuchen? Aufgrund des Niedriglohnsektors, Zeiten der Nichtbeschäftigung auch aufgrund der Fristverträge, wird eine gigantische Alterasarmut auf uns zurollen. Für 2018 errechnetete die DRV ein Durchschnittseinkommen von EUR 37.873,-- was einem Rentenpunkt von EUR 32,03 abzügl. Sozialversicherung und ggfs. Steuern ergibt. Die bescheidende sich daraus ergebende Rente lässt sich ausrechnen. Viele verdienen eh stets weniger und viele erreichen das Durchschnittseinkommen nicht 45 Jahre lang. Es wird Millionen von Menschen nicht möglich sein, eine auskömmliche Rente zu erarbeiten. Hilfreich könnte ein Blick auf unsere Nachbarländer sein, die es sehr wohl schaffen, ihre Renter besser zu versorgen und das noch zu günstigeren Beiträgen. Eine Reform der Rentenversicherung kann m.E. nur gelingen, wenn BlackRock und Konsorten mit großem Geldhunger nicht mit involviert werden.