Hamburg Spitzenreiter bei Existenzgründungen

Die Redaktion20. August 2008

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und die Universität Hannover haben eine gemeinsame Studie zu Existenzgründungen erstellt. Demzufolge liegt Hamburg bundesweit auf dem
ersten Platz. Der Bildungsstand der Bürger beeinflusse das Interesse an Selbstständigkeit. Auch die regionalen wirtschaftlichen Unterschiede begünstigten oder benachteiligten potentielle
Unternehmer. Das Ergebnis der mit über 33.000 Befragten umfassenden Studie ist überraschend. Hamburger im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind mit über zehn Prozent geplanten Firmengründungen
bundesweit vorn. Innerhalb der letzten dreieinhalb Jahre riefen weitere vier Prozent von ihnen Unternehmen ins Leben. Im Vergleich zu den Regionen Oldenburg, Duisburg oder Dresden ist der
Vorsprung deutlich. Potentielle Gründer und Jungunternehmer sind dort statistisch betrachtet nur halb so aktiv wie in der Hansestadt. Firmengründungen standortabhängig "Die Wahrscheinlichkeit
einer Firmengründung ist in ökonomisch erfolgreichen Regionen höher als in weniger erfolgreichen", so die Autoren der Studie. Der süddeutsche Raum liege aufgrund der besseren wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in der Firmenerrichtung vor den nord- und ostdeutschen Regionen. Hamburg gelte hierbei als eine Ausnahme. Ballungszentren wie München, Frankfurt am Main oder die Rheinschiene
weisen der Studie zufolge eine hohe Gründungsneigung auf. Das Ruhrgebiet sei in seiner Betriebsstruktur sehr uneinheitlich aufgebaut. Die Neigung zur Selbständigkeit ist in Regionen mit
überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen am größten. Gebiete mit hauptsächlich großbetrieblichen Strukturen lägen in der Zahl der Unternehmenserrichtung deutlich dahinter. Bildung
als wichtige Komponente Der Einfluss der Bildung auf Existenzgründungen lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Je höher die Qualifikation, desto größer die Neigung zur Selbstständigkeit.
Ingenieure und Naturwissenschaftler führen die Gründungsstatistik an. Die Autoren der Studie sehen in den Unternehmensgründungen viele Vorteile für die Regionen. Wirtschaftswachstum und nötiger
struktureller Wandel ließen sich damit besser erzielen. Doch für Unternehmensgründungen müsse noch viel getan werden. Langfristig müssten mehr Ressourcen in die Ausbildung investiert werden.
Kurzfristig könnten die Verringerung bürokratischer Hindernisse die wichtigen Firmengründungen begünstigen. Lothar Saßen Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur
für Arbeit (IAB) Foto: pixelio.de

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