Baden-Württemberg

„Halten Sie endlich Ihren Schnabel!“ SPD-Abgeordneter knöpft sich AfD-Mann vor

Kai Doering24. Juni 2020
Klare Worte in Richtung AfD: Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg
Klare Worte in Richtung AfD: Andreas Stoch, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg

Eine Kooperation mit bnr.de

Am Mittwoch debattierte der Landtag in Baden-Württemberg über die Ausschreitungen in Stuttgart am Wochenende. Als ein AfD-Mann seine Rede mehrfach unterbrach, platzte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch der Kragen.

In der Sitzung des baden-württembergischen Landtags fielen am Mittwoch deutliche Worte. Von „Idioten“ war die Rede, die die „Härte des Gesetzes“ spüren müssten. Das Thema, das die Gemüter erhitzte, waren die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht von Samstag auf Sonntag des vergangenen Wochenendes. Mehrere hundert Jugendliche hatten Polizist*innen angegriffen, randaliert und Geschäfte verwüstet.

Stoch: AfD macht Staat und Polizei verächtlich

Als der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch in seiner Rede den Polizist*innen für ihre Besonnenheit dankte, dass sie nicht zur Waffe gegriffen hätten, wurde er mehrfach vom AfD-Abgeordneten Stefan Räpple unterbrochen. Schließlich platzte Stoch der Kragen. „Halten Sie jetzt endlich Ihren Schnabel!“, rief er Räpple von Redner*innenpult aus zu. „Sie sind die, die diesen Staat verächtlich machen – jeden Tag und auch unsere Polizei.“ Applaus bekam Stoch dafür nicht nur von seiner Fraktion.

Es ist nicht die erste Provokation Räpples gegenüber der SPD. Im Dezember 2018 beschimpfte er die Sozialdemokrat*innen in einem Zwischenruf als „rote Terroristen“, was ihm einen Ordnungsruf einbrachte. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Hans-Ulrich Rülke, ergriff daraufhin in seinem Redebeitrag Partei für die SPD und wies auf die Verfolgung der Sozialdemokrat*innen im Nationalsozialismus hin, während die Vorgänger der AfD „im Stechschritt durchs Brandenburger Tor marschiert“ seien.

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Kommentare

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Bitte auch Hintergründe zur Diskussion stellen !

Werter Herr Döring, es ist sicher richtig wenn von Zeit zu Zeit im Vorwaerts in redaktionellen Beiträgen beschrieben wird, wie sich unserer GenossInnen in Parlamenten gegen das oft rüpelhafte Verhalten von AFD-Parlamentariern wehren, dennoch sollte die Redaktion gerade deshalb nicht scheuen gerade die Hintergründe für die viel zu hohen Zustimmungswerte der AFD zur Diskussion zu stellen! Wieso hat gerade diese Partei nach empirischen Umfragen auch relativ hohe Zustimmungswerte bei unseren staatlichen Sicherheitskräften. Könnte es einen Zusammenhang geben zwischen Einsparungen bei Personal und Ausstattung in der jüngeren Vergangenheit und der Zuwendung zu einer Partei die in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet wird ? Zeigten nicht gerade die Vorfälle in Stuttgart dass anarchisch anmutende Zusammenrottungen von "Chaoten" unsereren inzwischen mängelbehafteten Sicherheitsapparat auf die Probe stellen oder gar öffentlich vorführen wollten ? Begibt sich nicht ausgerechnet die AFD absurderweise in die Rolle, den Schutzschirm einer durch Einsparungen geschwächten Polizei zu spielen ? Hier schließt sich doch der Kreis zu dem unsäglichen Auftreten des Abgeordneten Stefan Räpple (AFD) !

ach ja

sie ist ja doch noch im Landtag vertreten, man hört ja sonst gar nicht mehr von der SPD im Ländle. Da ist so eine Nachricht direkt Gold wert. Wunderbar, weiter so, dann klappt es bestimmt auch wieder bei den Umfragen und Wahlen