Folgen von Steuersenkungen

Gewollter Schmalspur-Staat?

Vera Rosigkeit19. November 2009

Es sei keine verantwortliche Politik, die derzeit von der neuen Bundesregierung und ihrem Steuersenkungskurs betrieben wird, sind sich die Wirtschaftsweisen einig. "
Bevor die Kanzlerin sich auf das Abenteuer Steuersenkungen einlässt, muss sie erklären, wie sie sich den Abbau der hohen Defizite vorstellt, die für die nächsten Jahre auch
schon ohne weitere Steuersenkungen zu prognostizieren sind", forderte der Wirtschaftsökonom Peter Bofinger in der "Passauer Neuen Presse" am Donnerstag.


"
Die Zukunft hat keine Lobby."

Er vermutet, dass
"hier absichtlich ein Schmalspur-Staat herbeigeführt wird", denn bis 2011 müssten
die Ausgaben drastisch gesenkt werden. "Dann wird das Brecheisen an staatliche Aufgaben angesetzt", ist Bofinger überzeugt.
Der Steuersenkungskurs werde zu Streichungen bei den Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung und Infrastruktur führen.
Denn es sei immer am einfachsten, bei Ausgaben zu sparen, die niemandem direkt weh täten. Bofinger: "
Die Zukunft hat keine Lobby."

Der Wirtschaftsweise sprach sich vehement gegen die von der Regierung geplante Einführung eines Stufentarifs bei der Einkommensteuer aus
.
Die Steuerausfälle eines Stufentarifs seien gigantisch, kritisierte er: "Jeder, der gut verdient, wird besonders entlastet." Bei einem Drei-Stufentarif mit maximal 35
Prozent Steuersatz würden sich nach Berechnungen die Steuerausfälle auf 60 Milliarden belaufen. Das sei unverantwortlich, sagte Bofinger.

Das vollständige Interview unter
www.pnp.de

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