Ein Lied für die EM

Fußball-EM: „Siegertypen sind unsere Spieler auch ohne den Titel“

Kai Doering02. Juli 2016
Cover "Siegertypen"
Fußball ist ein Gemeinschaftsgefühl: Moritz Leopolder und Christian Tölle haben ein Lied für die deutsche Nationalmannschaft geschrieben.
Moritz Leopolder ist Sozialdemokrat und Komponist. Für die Fußball-EM hat er mit seinem Freund Christian Tölle ein Lied für die deutsche Nationalmannschaft verfasst. Der Titel: „Siegertypen“. Ein Interview über Zusammenhalt, Jerome Boateng und das Viertelfinale gegen Italien

Wie zu jedem Turnier gibt es auch bei dieser Fußball-EM eine Menge Lieder, die die deutsche Nationalmannschaft in Frankreich unterstützen sollen. Was ist das Besondere an euerm Lied „Siegertypen“?

Christian Tölle: Moritz und ich sind beide große Fußballfans. Deshalb war es uns eine Herzensangelegenheit, unser Team bei der EM zu unterstützen. Und wie ginge das besser als mit einem Song. Wir sind sehr stolz auf unsere Nationalmannschaft und hoffen, dass sie nach dem WM-Titel vor zwei Jahren nun auch Europameister wird.

Moritz Leopolder: Unsere Kernaussage ist, dass Fußball ein Gemeinschaftsgefühl sein sollte und Erfolg nur gemeinsam möglich ist. Es ist ganz egal, wo du herkommst oder was du bist: Die Mannschaft ist nur gemeinsam stark. Das lässt sich vom Fußball auch auf die Gesellschaft übertragen.

Haben das die Fans auch verstanden?

Moritz Leopolder: Zum großen Teil schon. Die teilweise brutalen Auseinandersetzungen zwischen Hooligans zu Beginn der EM haben mich überrascht und schockiert, aber die begeisternden Momente überwiegen bisher auf jeden Fall bei dieser EM. Besonders beeindrucken mich die Isländer – die Mannschaft, aber auch die Fans, die ihr Team von Sieg zu Sieg tragen. Hier kann man sehen, wie Fußball Menschen zusammenbringen kann und ungeahnte Erfolge möglich werden.

Christian Tölle: Ich finde aber, auch die deutschen Fans zeigen eindrucksvoll, dass Herkunft oder was auch immer keine Rolle spielen und dass das Ziel, Europameister zu werden, zu großem Zusammenhalt führt.

Moritz Leopolder: Auch das „Respect“-Zeichen, das jeder Spieler am Trikot trägt, finde ich ein wichtiges Statement. Ich möchte die EM gar nicht politisieren, aber für mich hat das etwas sehr Menschenfreundliches. So etwas können wir gerade in dieser Zeit gut brauchen.

Euer Lied heißt „Siegertypen“: Was macht die denn aus? Am Ende doch  nur der EM-Titel?

Christian Tölle: Ich würde mich total freuen, wenn Deutschland am 10. Juli Europameister wird, aber Siegertypen sind unsere Spieler auch ohne den Titel. Jerome Boateng zum Beispiel ist für mich schon jetzt ein Siegertyp, weil er im Spiel gegen die Ukraine alles gegeben hat, um den Ball noch von der Linie zu kratzen. Der Moment, in dem er im Tornetz hängt, ist für mich schon eins der prägenden Bilder dieser EM. Menschen, die sich reinhängen und etwas Positives erreichen wollen, sind Siegertypen.

Wie ist eigentlich bisher die Resonanz auf euern Song?

Moritz Leopolder: Ausgesprochen gut. „Siegertypen“ ist ja eine Mitgrölhymne und etwas anderes als wir sonst so machen. Wenn wir es live gespielt haben, ist es immer gut angekommen und auch mit den Verkaufszahlen auf iTunes und Amazon sind wir zufrieden.

Wann kann man euch wieder live erleben?

Christian Tölle: Wir werden heute Abend beim Public Viewing auf dem Viehmarkt in Trier wieder auftreten, entweder vor dem Spiel oder in der Halbzeitpause.

Zum Schluss das Wichtigste: Wie geht das Spiel Deutschland gegen Italien aus?

Christian Tölle: Ich tippe auf ein 2:0 für Deutschland.

Moritz Leopolder: Mein Tipp ist 2:1 für Deutschland, weil südeuropäische Mannschaften ja dafür bekannt sind, dass sie am Anfang ein Ding reinmachen und dann hinten mauern, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Das wird die deutsche Mannschaft aber nicht mit sich machen lassen.

Und am Ende steht dann der EM-Titel?

Christian Tölle: Ich denke, die Mannschaft hat gute Chancen, ja. Wenn es heute gegen Italien klappt, droht im Halbfinale zwar Frankreich, das den Heimvorteil auf seiner Seite hat, aber mit Siegertypen wie Kimmich und Boateng sehe ich unser Team am 10. Juli ganz vorn.

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Kommentare

Siegertypen?

Leider keine Siegertypen, sonst hätten sie das Ding ja geholt.
Die einzige nicht Computer gestützte und Kennzahlen gesteuerte Mannschaft hat gewonnen: POR. Leider haben sich unsere - auch der als charmante Persönlichkeit hervorstechende Boateng*! - der Computertaktik (von Mercedes?) unterworfen, (insofern hatte M. Scholl vollkommen recht!) , statt im freien Spiel den Weg zum Erfolg zu suchen. Franz Beckenbauer sagte einst: 'Geht's raus und spielts Fußball!' Im Spiel, während des Spiels, den Weg zum Erfolg zu finden, war unseren Spielern absolut verwehrt: Im Kopf waren sie zugemüllt von einer am grünen Tisch ersonnenen digitalen Taktik des Scheiterns.
* Schon in der Anfangsphase schaltete sich Boateng vollkommen unsinnig und unnötig ungestüm ins Angriffsspiel ein, verlor hier und da den Ball und musste dann den Gegenangriff mit aller Kraft unterbinden, Ergebnis: Muskelverletzung und Auswechselung, der Anfang vom Ende; wobei , auch in 100 Std. hätte vorne keiner ein Tor gemacht =Taktik des Scheiterns, Jogi und der Daimler sollten gehen. (T.v.Storch hatte ausnahmsweise recht als sie meinte, sie sollten für Deutschland spielen und nicht als Betriebsmannschaft für d.Daimler.