Vor 5 Jahren

Fünfter Jahrestag der rechtsextremen Anschläge von Utoya

Lars Haferkamp22. Juli 2016
Am 22. Juli 2011 geschieht in Norwegen das Unfassbare: Ein rechtsextremer Attentäter ermordet auf der Ferieninsel Utoya und in der Hauptstadt Oslo 77 Menschen. Es ist ein eiskalt geplanter und durchgeführter Amoklauf.

Das Grauen beginnt in Oslo, am 22. Juli 2011, um 15:25 Uhr. Vor dem Büro des Ministerpräsidenten im Zentrum der norwegischen Hauptstadt explodiert eine 950-Kilogramm-Bombe. Sie fordert acht Todesopfer.

Im Feriencamp sterben 69 Menschen

Doch das Schlimmste kommt erst noch. Der Attentäter landet zwei Stunde später auf der Insel Utoya. Hier verbringen 560 Jugendliche ein Feriencamp der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Norwegens. Eineinhalb Stunden wütet hier der Rechtsextremist Anders Behring Breivik. Gnadenlos erschießt er einen Jugendlichen nach dem anderen. Dabei sterben 69 Menschen im Alter zwischen 14 und 51 Jahren. 32 von ihnen sind unter 18 Jahren.

Kurz zuvor hat die frühere norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland die Insel nach einem Vortrag verlassen. Breivik wollte auch sie ermorden. Denn die langjährige Regierungschefin, die Breivik „Landesmörderin“ nennt, macht er verantwortlich für die Immigrationspolitik Norwegens.

Mörder ist Nationalist und christlicher Fundamentalist

In einem vor seinem Massaker versendeten Manifest „begründet“ der Massenmörder seine Taten mit dieser Politik. Er selbst stilisiert sich als Retter der christlich-europäischen Ordnung und bekennt sich als Nationalist und christlicher Fundamentalist.

Vor Gericht gehen die Meinungen über die Zurechnungsfähigkeit Breiviks auseinander. Das Gericht erklärt ihn schließlich für zurechnungsfähig. Ein Jahr nach den Terroranschlägen wird er zu 21 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das ist die Höchststrafe in Norwegen.

weiterführender Artikel

Kommentare

5 a Utoya - das Positive muss gewinnen

Es ist der fünfte Jahrestag der Morde von Utoya. Der Mörder sitzt im Gefängnis, was gut ist. Wir Mitfühlenden denken an die getöteten – vor allem – Jugendlichen und an ihre Angehörigen. Nichts, was wir tun, bringt uns die Getöteten zurück. Aber es bleibt etwas, was wir tun können – so wie es das norwegische Volk uns vorgelebt hat – wann immer so etwas passiert: trauert, aber seid nicht verbittert, zeigt Mitgefühl und dann wandelt die Gefühle in Positives, indem ihr nett seid zu euren Mitmenschen. Lächelt sie an, begegnet anderen freundlich, seid tolerant und nachsichtig. Lasst uns miteinander dafür sorgen, dass das Leben schön ist und probiert das am besten einfach gleich jetzt aus.
Viele Grüße, Karsten Lentge