Willkommensinitiative

Warum Flüchtlinge in die SPD eintreten

Kai Doering23. Dezember 2015
Flüchtlinge in der SPD
Willkommen in Deutschland, willkommen in der SPD: Raed Saleh (l.) begrüßt sechs Neu-Berliner aus Ägypten.
Sie kommen aus Ägypten und wurden verfolgt, weil sie Christen sind. In Berlin fanden sechs Kopten Zuflucht – und den Weg in die SPD. Ein Ortsbesuch

Der Bürgersaal des Rathauses in Berlin-Spandau ist festlich dekoriert. An drei Tischreihen sitzen Männer in Sakkos und Frauen in Blusen. Auf den Tischen stehen Wein- und Wasserflaschen, Teller mit Keksen und Weihnachtssternen. Es ist der Abend des 9. November. Viele nennen dieses Datum den „Schicksalstag der Deutschen“. Für die Spandauer SPD ist es traditionell der Tag, an dem sie ihre langjährigen Mitglieder ehrt und neue willkommen heißt.

„Jeder muss seinen Beitrag leisten, damit die SPD erfolgreich ist“, erinnert Klaus Wowereit. Bis vor einem Jahr war er Regierender Bürgermeister von Berlin. Für diesen Abend haben ihn die Spandauer Genossen als Festredner eingeladen. Wowereit spricht über das Ende der Monarchie am 9. November 1918, den Fall der Mauer am 9. November 1989 und die Pogromnacht am 9. November 1938, in der überall in Deutschland jüdische Geschäfte zerstört, Synagogen angezündet wurden. „Dieses Ereignis sollte uns daran erinnern, warum wir ein besonderes Verhältnis zum Asylrecht haben“, sagt Wowereit.

„Ich will mich für die deutsche Gesellschaft engagieren.“

Im hinteren Teil des Bürgersaals sitzen fünf Männer und eine Frau und hören besonders aufmerksam zu. Ab und an tuscheln sie miteinander. Nicht jeder von ihnen spricht schon so gut Deutsch, um alles zu verstehen. Emad ist Anfang dreißig. Er ist Ingenieur und hat schon in verschiedenen Ländern gearbeitet. Auf seinen Handrücken ist ein kleines Kreuz tätowiert. Emad ist Kopte und damit Mitglied der christlichen Minderheit in Ägypten. In seiner Heimat wurde er verfolgt. Nach dem Sturz Mubaraks machten die Muslimbrüder Jagd auf die Kopten. Mit seiner Familie floh Emad nach Deutschland. Knapp zwei Jahre ist das her. In Berlin fassten sie Fuß. Anfang November ist Emad in Spandau in die SPD eingetreten. „Die Partei macht sich stark für uns Flüchtlinge“, sagt Emad. Und: „Ich will mich für die Gesellschaft engagieren.“

„Die SPD ist eine starke Partei. In ihr leben die Ideen von Karl Marx fort“, meint Osama. Auch er spricht Deutsch, aber wenn ihm etwas besonders wichtig ist, wechselt er ins Englische. Osama ist Jurist, doch die Muslimbrüder ließen ihn in Ägypten nicht in Ruhe arbeiten. Er hat einen Asylantrag in Deutschland gestellt, wartet nun auf eine Antwort. Osama zeigt ein dünnes Papier, seine „Aufenthaltsgestattung“. Sie ist sechs Monate gültig. Was danach kommt, weiß Osama nicht. Der Eintritt in die SPD war ihm trotzdem wichtig. Auch Osama möchte sich engagieren und mit Gleichgesinnten austauschen.

Gemeinsam eine neue Leitkultur entwickeln

Dann müssen Emad, Osama und die anderen nach vorn. Raed Saleh, der Vorsitzende der Spandauer SPD, überreicht jedem Neumitglied zur Begrüßung eine rote Rose. „Willkommen in Deutschland, willkommen in der SPD“, sagt Saleh, der selbst als Kind mit seinen Eltern aus dem Westjordanland nach Berlin gekommen ist. Wenn er mit Emad, Osama und den anderen spricht, wechselt er ständig zwischen Deutsch und Arabisch. „Wir wollen gemeinsam mit euch Regeln für ein gutes Zusammenleben entwickeln, eine neue Leitkultur“, sagt Saleh. Die Neu-Mitglieder nicken. Sie sind angekommen.

weiterführender Artikel

Kommentare

Schlimm, ganz schlimm!

Das wird dann unser "neue" Leitkultur. Schlimm!

Willi Bähm, 25. Dez. '15

Sehr wahr, Willi Bähm! rk

Traurig

Traurig, was aus unserem Deutschland wird.

Deutschland schafft sich ab

Deutschland schafft sich eben immer mehr ab. Und die Politik unterstützt das auch noch. Dr. Thilo Sarrazin (SPD) hatte doch recht.

Das gibt noch Ärger!

Das gibt noch Ärger! Unsere Politik und unsere "etablierten" Parteien tun wohl alles dafür damit es zu einem Kampf der Kultur in den eigenen Reihen kommt. Jetzt fällt das vielleicht noch nicht auf, aber wartet noch mal 5 oder 10 Jahre! Dann fetzt es in den Parteien. Mein Resümee: So destalbilisiert man ein Land auf allen Ebenen und zerlegt es von innen. Das kann auf Dauer nicht friedlich gut gehen. Das was die Regierenden und Parteien veranstalten scheint wie eine groß angelegte Selbstzerstörung.

Wie kann man nur ...

Wie kann man nur so blöd sein und alles für die Selbstzerstörung der eigenen Kultur, Werte und Gesellschaft sorgen? Die Flüchtlingsgeschichte ist demnach der "Zubringerdienst" der SPD, über den Weg man Mehrheiten schaffen will. Ich fasse es nicht!

Langfristiger und hinterhältiger Plan?

Also wenn man das anschaut gewinnt man den Eindruck dahinter steht ein langfristiger und gemeiner Plan. Wer auf der Welt würde Zuwanderer in diesem Ausmaß in die eigenen Parteien schleusen?! Das ist doch ein abgekartetes Spiel.

Die Scharia Partei

Die Scharia Partei Deutschlands (SPD) ahnt wohl heute schon, daß sie die nächsten Wahlen nicht überstehen werden. Deshalb arbeitet sie sich jetzt vor um das zu verhindern. Mit Hilfe von Migranten!!! So wie das aussieht machen die aus der SPD eine große Migrantenpartei. Dann gnade uns Gott!

Es kommt noch schlimmer ...

Thilo Sarrazin (SPD) hatte Recht. UND ES KOMMT NOCH SCHLIMMER!

"neue" Leitkultur

was soll das - ich möchte und brauche als SPD Mitglied keine neue Leitkultur

Sehr schön!

Im Gegensatz zu den Hetzer hier unterstütze ich diese Aktion. Gut, wenn sich Flüchtlinge auch politisch engagieren!

Die Kopten, die ja Christen

Die Kopten, die ja Christen sind werden sicher noch ihr "blaues Wunder" in der SPD erleben .. Da in der SPD ganz Klar die Moslems und der Koran "das Sagen" haben.
Das sieht man z.B. bei den Schwulen und Lesben, die mittlerweile in der SPD durch Muslime platt gemacht wurden.. und die SPD schweigt dazu. Viele Schwule sind in der AfD zu Hause und wurden deshalb in diesem Jahr auch dezent vom Motz-Strassenfest "entfernt"..

Ich behaupte hier zu RECHT, das die Kopten eher in der AFD zu Hause sind.
Denn niemand schert sich um verfolgte Christen und am wenigsten die SPD und die Grünen.

Hier etwas ausführlicheres zum Thema:
http://blog.wolfgangfenske.de/2016/04/25/spd-faktencheck-scharia-partei-...