Filmtipp

Film „Enklave“: Absurder Alltag im Kosovo

Nils Michaelis17. Februar 2017
„Enklave“ (Deutschland/Serbien 2015): Nenad (Filip Subaric) geht zu seinem Panzer
„Enklave“ (Deutschland/Serbien 2015): Nenad (Filip Subaric) geht zu seinem Panzer
Der Krieg lebt weiter in den Köpfen: Aus der Sicht eines Kindes erzählt das Drama „Enklave“ vom schwierigen Zusammenleben von Albanern und Serben im Kosovo.

Wenn für den Nenad die Schule aus ist, bringt ihn ein ratternder Transportpanzer nach Hause. Der Zehnjährige lebt mit Vater und Großvater in einer winzigen serbischen Enklave im Kosovo. Die Reise durch das Gebiet der Albaner ist gefährlich: Immer wieder fliegen Steine auf das Fahrzeug der KFOR-Truppen.

Schwebezustand nach dem Kosovo-Krieg

Der Film spielt im Jahr 2004, also gut fünf Jahre nach dem Kosovo-Krieg und vier Jahre vor der Unabhängigkeitserklärung der früheren serbischen Provinz. Es ist ein Schwebezustand: Die Waffen schweigen, doch die Lunte der Gewalt glimmt noch immer. Auch, weil die Feindbilder auf Seiten der Serben und Albaner, die nun das Sagen haben, noch immer lebendig sind. Nenad und die anderen Kinder in der Gegend wachsen damit auf, ohne sich erklären zu können, woher der Hass eigentlich kommt.

Die deutsch-serbische Produktion erzählt von der Absurdität des Alltags der serbischen Minderheit, die verstreut in der kleinen Republik lebt. Sie ist ein Spielball der Politik. Kürzlich verlangte Belgrad von der kosovarischen Führung, endlich einen Verbund der mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinden einzurichten. Pristina sieht darin allerdings einen ersten Schritt zur Teilung des Landes. So bleibt erst einmal alles beim Alten. Und die Serben arrangieren sich mit der ungewissen Situation. Manchmal mit dem Rückzug in den Frust und den Suff, wie Nenads Vater Vojislav. Oder trotzig, wie der orthodoxe Priester Drazha, der seine niedergebrannte Kirche wieder aufbauen will und auf die neue Glocke wartet.

Aus den Fugen

Doch Nenad hat, seinem Alter entsprechend, ganz andere Sorgen als Politik. In seinem von Granateneinschlägen gezeichneten Dorf gibt es keine Kinder. In der Schule ist er der einzige Schüler. Seine Lehrerin ist eine der wenigen Bezugspersonen. Daheim spielt er mit dem sterbenskranken Großvater Milutin Domino. Als die Lehrerin plötzlich nach Belgrad verschwindet und Milutin das Zeitliche segnet, gerät Nenads kleine Welt ins Wanken.

Er wünscht sich nichts sehnlicher als Spielkameraden. Nicht im Traum hätte er zuvor daran gedacht, dass dafür albanische Kinder infrage kommen könnten. Zu deutlich ließen ihn die Jungs, die seinen Panzer mit Steinen attackierten, die Ablehnung spüren. Plötzlich suchen sie Nenads Nähe. Eines Tages trifft er auf Bashkim. Der hegt einen tödlichen Hass auf Serben, denn sie haben seinen Vater auf dem Gewissen. Als die ethnische Gewalt wieder aufflammt, gerät Nenad in größte Gefahr. Gleichzeitig bahnen die Ereignisse den Weg zu einer neuen Freundschaft und zu einem neuen Leben.

Können zwei Völker, die eine blutige Geschichte und ein politische Dauerclinch verbindet, je wieder friedlich zusammenleben? Wie lässt sich die Gewaltspirale durchbrechen? Um diese, weitaus über den Balkan hinausgehenden Fragen dreht sich „Enklave“. Noch immer steht der Frieden in der Region auf wackeligen Füßen. Vor wenigen Tagen drohte Serbiens Präsident Tomislav Nikolic, Truppen ins Kosovo zu schicken. Zuvor hatten kosovarische Polizisten einen serbischen Zug mit der Aufschrift „Kosovo ist Serbien“ an der Grenze gestoppt.

Latente Gewalt

Auch Nenad lebt in einer bedrohlichen Atmosphäre, wo Hass jederzeit in Gewalt umschlagen kann. Das bekommt auch seine Tante Milica zu spüren, die mit ihrer Tochter zur Beerdigung des Opas anreist. Radovanovic folgt der Handlung indes weitgehend aus Nenads Perspektive. Der Junge ist weniger im klassischen Sinne kindlich naiv, aber durchaus darauf aus, seinen Wunsch nach Nähe und Austausch zu verwirklichen. Auch die Angst ist ihm vertraut. Der filmische Blick bietet der latenten Aggression reichlich Raum, verliert dabei aber nie seine Lakonie. In keinem Moment gleitet die Geschichte eines Kindes, dem das Unvorstellbare gelingt, ab ins Pathos.

Regisseur Goran Radovanovic, 1957 in Belgrad geboren, findet in seinem Film, den Serbien im vergangenen Jahr als Oscar-Kandidat empfohlen hatte, eine ganz eigene und wirkungsvolle Poesie in der Bildsprache. Schmerz und Hoffnung liegen dicht beieinander. Nicht zuletzt in der Mimik von Nenad, die sämtliche kindliche Gefühlslagen eindringlich widerspiegelt. Ein subjektiver Zugang, der zur Vorgeschichte und zum Kontext seiner Figuren viele Fragen offen lässt, aber gerade dadurch das Universale dieser Geschichte zum Vorschein bringt.

Info: „Enklave“ (Deutschland/Serbien 2015), ein Film von Goran Radovanovic, mit Filip Subaric, Nebosja Glogovac, Anica Dobra u.a. Jetzt im Kino

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Kommentare

Serbien

Es ist nicht so,dass albanische Truppen Serbien besetzt haben und die serbische Bevölkerung versucht haben zu assmilieren,vertreiben und zu vernichten sondern das Gegenteil. Albanien hat nie serbisches Gebiet besetzt oder Serben vertrieben. Alles was wir wollten war in Freiheit zu leben und uns mit Albanien wiederzuvereinen. Wir sind autochton auf unserem Boden.

Völkermord an den Kosovaren

95% der Kosovaren sind albanisch, 3 % Andere, 2 % Serben. In Ihrem Artikel steht nichts über den Völkermord der Serben an den Albanern.

Völkermord? Wie viele

Völkermord? Wie viele gefallene gab es in dem Krieg wo auf kleinstem Terrain die illegale UCK die regulären Streitkräfte Serbiens attackierten. Wie viele loyale Kosovo Albaner wurden seitens der UCK getötet?

Und wie viele Menschen sind gestorben durch NATO Bomben. Und wie viele werden erst noch sterben an den Folgen der Uran angereicherten Munition die abgeschossen wurde seitens der Nato?

Du glaubst echt, in dem Krieg ging es um Serben und Albaner? Der Rambouillet Vertrag hat gezeigt worum es ging.

Schon ein komischer Beigeschmack wenn eine Madleine Albright mit Ihrer FondAtion sich in die Privatwirtschaft einkauft. Wenn ein Wesley Clark Resourcen für sich sichert über ein von ihm gegründetes Unternehmen. Bidenschätze welche nicht mehr dem Volk gehören werden!

Macht die Augen auf!

Schon die ersten Sätze zeigen

Schon die ersten Sätze zeigen, dass hier Unwahrheiten dargestellt werden. Die sogenannten Enklaven leben im Kosovo total unberührt von den Albanern, obwohl diese mit jeglicher Möglichkeit provozieren, in dem diese überall die serbische Flage histen und überall Wände mit "Kosovo ist Serbien" bemalen. Das albanische Volk lebt in ihrem eigenen Gebiet und wurde vom Agressor Serbien jahrzehnte lang misshandelt und unterdrückt. So wie die bossnische und kroatische Bevölkerung sich diesem Agressor widersetzen mussten. Heute leben die Albaner im Kosovo in einem freien Land, all die die nicht dort leben wollen oder sich einem anderen Land zugehörig fühlen, so sollten diese einen Umzug on Erwegung ziehen, anstatt verdrehte Wahrheiten zu erzählen.

Kosovo

Warum braucht ihr den Dialog mit Serbien, wenn Kosovo immer albanisches Territorium war? Warum braucht ihr die Anerkennung Serbiens? Warum musstet ihr euch von Serbien loslösen? Ganz einfach es war Serbiens Territorium! Eure Mafia Regierung hat durch Drogen wahrscheinlich die illegale loslösung von Serbien finanziert! Mit euch konnte man nie zusammenleben und wir werden es nie wollen! Serbiens Regierung müsste jetzt allen Albaner aus dem Kosovo die serbischen Pässe entziehen mal schauen wie weit ihr kommt!

Weil bei er londoner

Weil bei er londoner konferenz im jahr 1912 zu unrecht kosova zu serbien zugeteilt wurde. Deswegen braucht es jezt diesen dialog und die anerkennung und serbien will die wahreit nicht akzeptieren das kosova nie ihnen gehörte. Diese albanische mafia regierung will keiner in kosova, etwa 5% der albaner unterstützen diese mafia regierung...aber die haben zuviel macht auch dank serbien weill sie insgeheim zusammen arbeiten. Kosova ist albanisch aber braucht eine neue albanische seriöse regierung.und serbien soll sich raushalten und auf das was ihnen übrig geblieben ist sich kümern

Kosovo

Die Kommemtare unserer albanischen Mitbürger zeigen, wieso es schwer sein wird Frieden zu schaffen. Auch sieht man an den Kommentaren, wie ungebildet und qualifiziert die Aussagen sind. Jeder Mensch kann doch googlen und wird sehen, dass Kosovo seit jeher serbisch ist. Jeder halb gebildetet Mensch weiß, dass es in keinem vergleichbarem Landstrich auf der Welt eine so große Anzahl Kirchen und Klöster gibt. Kirchen und Klöster die viele unserer Vorfahren überlebt haben.

Aber darum geht es doch gar nicht mehr. Im Kosovo leben jetzt mehrheitlich Albaner. Ja, sie müssen eine Art Selbstverwaltung kriegen. Ja, sie müssen Entscheidungen treffen können die ihre Lebensmitte angeht. Aber nein, sie dürfe niemals ein UN Sitz kriegen und anerkannt werden von der ganzen Staatengemeinschaft. Den Kosovo ist und bleibt Serbien. Guckt mal auf die Landkarte und zählt die Einwohner der Länder die Kosovo nicht anerkannt haben. Mit Recht. Eine Region die Staatsterrorismus betrieben hat, den eigenen Staat boykottiert hat und Völkerrechtswiedrig zerbombt wurde. So lange die Resolution 1244 in Kraft ist, bleibt Kosovo Serbien. Da kann sich jeder drehen ubd wenden wie er will!