„vorwärts“ auf der Buchmesse

„Feminismus kann viel Spaß machen“

Kai Doering10. Oktober 2014
Einen „Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“ verspricht die Journalistin Julia Korbik in ihrem Buch „Stand up“. Am Freitag hat sie darüber mit Familien- und Frauenministerin Manuela Schwesig auf der Frankfurter Buchmesse diskutiert.

Mit dem Feminismus ist das so eine Sache. „Ihn zu definieren, ist, wie einen Pudding an die Wand zu nageln“, sagt Julia Korbik. Die Journalistin hat es dennoch versucht. „Stand up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene“ lautet der Titel des Buches, das Korbik geschrieben hat. „Es gibt viele Klischees gegenüber Feministinnen“, weiß Korbik. Leider habe der Feminismus ein schlechtes Image. Feministinnen gelten als humorlos oder gar aggressiv. „Dabei wird niemand Feministin, weil sie Männer blöd findet“, stellt Korbik klar.

„Ich wünsche mir, dass der Feminismus mehr Leichtigkeit bekommt, ohne dass seine Anliegen an Ernsthaftigkeit verlieren“, sagt auch Manuela Schwesig. Die Bundesministerin, zuständig für Familie, Jugend, Senioren – und Frauen, hat die Erfahrung gemacht, „dass man sich als Frau fast den ganzen Tag rechtfertigen muss“. Gebe man sein Kind in die Kita, um weiter zu arbeiten, gelte man als „Rabenmutter“, verzichte man gar ganz darauf, Kinder zu bekommen, als „karrieregeiles Weib“.

Ohne die Quote tut sich nichts

Manuela Schwesig möchte ihr Ministeramt deshalb auch dafür nutzen, „anderen Frauen Mut zu machen“. Dabei sei immer klar: „Feminismus geht nicht gegen Männer, er funktioniert nur mit ihnen.“ Julia Korbik wünscht sich mehr Frauen wie Schwesig. „Frauen in Spitzenpositionen haben eine Signalfunktion“, ist sie überzeugt. Und auch die Frauenquote, die Manuela Schwesig vor wenigen Wochen auf den Weg gebracht hat, gefällt Korbik inzwischen. „Ich wollte nie eine Quotenfrau sein, aber ich habe gemerkt, dass sich ohne sie nichts tut.“

„Die Politik hat sich nicht darum gerissen, ein Quotengesetz zu erlassen“, betont auch die Ministerin. Schließlich sei es aber nötig geworden, zu handeln, weil es die Unternehmen nicht freiwillig auf die Reihe bekommen hätten. „Macht, Einfluss und Geld gibt eben niemand freiwillig ab“, weiß Manuela Schwesig. Die Unternehmensvorstände sollten vielleicht Julia Korbiks Buch lesen. Dann wüssten sie: „Feminismus kann viel Spaß machen.“

Julia Korbik: Stand up. Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene, Verlag Rogner & Bernhard, Berlin 2014, 22,95 Euro, ISBN 978-3954030446

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Alles nur repressive Entsublimierung. Das bringt nicht viel. Höchstens Weicheier, Anstieg der Homosexualität und noch mehr Kinderpornografie. Das sollte tunlichst vermieden werden. Eine Unterdrückung darf nicht durch die andere ersetzt werden. Bestimmt gibt es einen anderen, besseren Weg. Fourier hatte sich seinerzeit ausführliche Gedanken dazu gemacht.