Angebot für junge Menschen

FAQ: Was ist der KulturPass und wer bekommt ihn?

Daniela SepehriVera Rosigkeit24. November 2022
KulturPass für Jugendliche
Ab kommenden Jahr soll es einen KulturPass für Jugendliche geben. Das Startkapital beträgt 200 Euro.
Die Bundesregierung führt einen KulturPass als App für junge Menschen ein. Davon profitieren sollen nicht nur Jugendliche, sondern auch lokale Kulturanbieter*innen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Junge Menschen an die Kultur heranführen, ihnen dabei aber die Wahl lassen. Das ist das Ziel des KulturPasses aus sozialdemokratischer Sicht. 100 Millionen Euro stellt die Bundesregierung für das Pilotprojekt zur Verfügung. „Wir schaffen mit dem KulturPass vielfältige Zugänge zu Kunst und Kultur, damit möglichst viele junge Menschen unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status teilhaben können“, sagt der kulturpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Helge Lindh.

Was ist der KulturPass?

Der KulturPass wird als App oder Website verfügbar sein. Hierüber können junge Menschen kulturelle Angebote wahrnehmen (s.u.).

Wie hoch ist das Guthaben?

Auf der App des KulturPasses stehen 200 Euro Startkapital zur Verfügung. Das Guthaben kann über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgegeben werden.

Wer bekommt den KulturPass?

In einer Pilotphase bekommen alle Jugendlichen den KulturPass, die im kommenden Jahr 2023 das 18. Lebensjahr vollenden. Laut Statistischem Bundesamt sind das rund 750.000 Personen. Bei erfolgreichem Verlauf soll das Guthaben dann Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren zur Verfügung stehen.

Wo kann ich mit dem Guthaben einkaufen?

Eingelöst werden kann das Guthaben auf einem virtuellen Marktplatz, der als App und Website verfügbar sein wird. Die operative Umsetzung soll dabei die Stiftung Digitale Chancen vornehmen. Sie soll als Ansprechpartnerin für Jugendliche und für  Kulturanbieter*innen sowie für den Betrieb der Plattform verantwortlich sein.

Was kann man mit dem KulturPass machen?

Zu erwerben sind z.B. Tickets für Konzerte, Theater- und Kinovorstellungen, aber auch Eintrittskarten für Museen oder Ausstellungen. Auch Produkte wie Bücher und Vinylplatten gehören zum Angebot, können allerdings nur in Buchhandlungen und Plattenläden erworben werden, große Online-Anbieter sind dabei ausgeschlossen.

Wie wird bezahlt?

Die Kulturangebote werden personalisiert dargestellt, abhängig vom Wohnort und den Interessen der Nutzer*innen. Die Angebote können reserviert und mit einem digitalen Gutschein bei den Anbieter*innen vor Ort eingelöst werden, beispielsweise in einem Kino, einer Buchhandlung oder in einem Museum.

Wer hat sonst noch etwas davon?

Profitieren vom KulturPass soll auch die Kulturbranche. Sie leidet weiterhin unter den Folgen der Corona-Pandemie und ist nun zusätzlich von der Energiekrise betroffen. Für Kulturpolitiker Helge Lindh ist der KulturPass ein neuer zeitgemäßer Ansatz der Kulturförderung. „Bei der weiteren Ausgestaltung des KulturPasses werden wir eng mit den entsprechenden Vereinen und der Kulturszene zusammenarbeiten. Zugleich wollen wir möglichst passgenau auf die Wünsche der jungen Menschen eingehen und ein vielfältiges Kulturangebot schaffen.“

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Kommentare

warum wieder mit der Gießkanne?

Es sind ja nicht alle unterstützungsbedürftig, nur weil sie zufällig gerade 18 Jahre alt sind. Wer die undifferenzierte Verteilung von Staatsgeld hier gutheisst, verspielt seine Glaubwürdigkeit, wenn er sie beim Tankrabatt kritisiert.
Eine Schnapsidee , finde ich, gut gemeint- ohne Frage, aber wie immer: gut gemeint geht Hand in Hand mit schlecht gemacht.