Landtagswahl

Familienfest der SPD Brandenburg: „Wir haben hier den Juten, und den müssen wir wählen“

Jonas Jordan03. August 2019
Drei Brandenburger auf der Bühne: Die kommissarische Parteivorsitzende Manuela Schwesig (von links), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kämpfen für ein gutes Wahlergebnis.
Drei Brandenburger auf der Bühne: Die kommissarische Parteivorsitzende Manuela Schwesig (von links), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey kämpfen für ein gutes Wahlergebnis.
Prominenter Besuch in Potsdam: Beim Familienfest der SPD warben die gebürtigen Brandenburgerinnen Manuela Schwesig und Franziska Giffey für die SPD und Dietmar Woidke. Der Ministerpräsident setzt für die Landtagswahl am 1. September vor allem auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land, den nur die SPD garantieren könne.

„Wenn die Sonne lacht, hat's die SPD gemacht“, sagte die kommissarische SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig und strahlte der Sonne entgegen. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich aufgemacht zum Familienfest der SPD Brandenburg in Postdam. Der Hauptstadt des Bundeslandes, in dem sie einst aufgewachsen ist. In Seelow im Oderbruch, wo Schwesigs Eltern noch heute leben.

Schwesig: „AfD will das Land spalten“

„Gute Nachbarn halten zusammen in schwierigen Zeiten“, sagte Schwesig auch angesichts bescheidener Umfragewerte für die Brandenburger SPD. Gleichzeitig ist Dietmar Woidke der beliebteste Politiker des Bundeslandes. Entsprechend sagte Schwesig: „Wir wollen, dass dieses Land weiterhin von Dietmar Woidke und der SPD regiert wird.“ Dass Brandenburg in vielen Bereichen eine positive Entwicklung nehme, hänge auch damit zusammen, dass eine starke Sozialdemokratie von Anfang an auf gute Arbeit gesetzt habe. 

Die kommissarische Parteivorsitzende lobte die vielen Ehrenamtlichen in Brandenburg: „Sie geben jeden Tag das Wertvollste in ihrem Leben, ihre Zeit, während andere nur meckern.“ Beispielhaft dafür steht nach Schwesigs Ansicht Dietmar Woidke. Ganz im Gegensatz zur AfD. Deswegen sagte sie: „Jeder muss sich überlegen, wer an der Spitze dieses Landes stehen soll. Die AfD kann oft nur hetzen und Sprüche klopfen. Sie wollen dieses Land spalten.“

Woidke: Für ein weltoffenes Brandenburg

Dietmar Woidke argumentierte ähnlich. Er wies darauf hin, dass der Urnengang am 1. September eine ganz besondere Landtagswahl sei. „Es geht im Kern um eine Richtungsentscheidung für dieses Land. Es geht darum, ob Brandenburg ein weltoffenes Land bleibt“, sagte der Ministerpräsident. Er berichtete von Gesprächen mit Menschen, die er in den vergangenen Wochen getroffen habe: „Viele sagen mir, Dietmar, ich mache mir große Sorgen.“

Entsprechend deutlich wurde Woidke: „Der Rechtsextremismus hat in diesem Land nichts verloren. Die einzigen, wie es schaffen können, die rechte Truppe zu stoppen, sind wir. Wir können dafür sorgen, dass ein Signal von Brandenburg ausgeht. Das Signal, dass wir die Lehren aus der Geschichte gezogen haben. Denn der Nationalsozialismus war eben kein Fliegenschiss.“

„Danken Sie den Feuerwehrleuten!“

Woidke wies auf die Regierungserfolge der Brandenburger SPD in den vergangenen Jahren hin. So gebe es aktuell die höchste Lehrerzahl seit 1990. Zudem sei inzwischen das letzte Kitajahr beitragsfrei. Bildungsgerechtigkeit seit für ihn die Grundlage jeder sozialen Gerechtigkeit. Zudem wies der Ministerpräsident darauf hin: „Gute Bildung ist die beste Wirtschaftsförderung unseres Landes.“

Angesichts der immer größeren Waldbrandgefahr hob Woidke das ehrenamtlichen Feuerwehrleute hervor und forderte alle Anwesenden auf: „Wenn Sie Feuerwehrleute auf der Straße sehen, sagen Sie ihnen danke dafür, dass sie immer für uns da sind.“ Bevor sich Woidke jedoch selbst bei den zahlreich erschienen Feuerwehrleuten bedanken konnte, kam noch ein „Überraschungsgast“ auf die Bühne: Familienministerin Franziska Giffey, die wie Schwesig ebenfalls gebürtig aus Brandenburg stammt. „Wir können stolz auf das sein, was in Brandenburg erreicht wurde“, sagte Giffey und appellierte im Hinblick auf den 1. September: „Wir haben hier den Juten, und den müssen wir wählen.“

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Kommentare

Mein "Juter" das ist nicht Dein Ernst !!!

Etwas enttäuschend finde ich, dass der "Jute" jetzt kurz vor der Sachsen-Wahl bei dem kläglichen Chor derer mitsingt, die die Botschaft den Menschen rüberbringen wollen, die Arbeitsplätze in den strukturgebeutelten Gebieten könnten erhalten werden, indem wir, schlimmer wie zu DDR-Zeiten, überholte Technologien wie Kohlekraftwerke länger am Leben erhalten. Da schlimme (oder "jute", je nachdem) ist, anders wie noch zu DDR-Zeiten mahnt uns jetzt die Wissenschaft unverzüglich zu handeln und den Strukturwandel in kürzester Zeit hin zu umwelt- u. gesundheitsverträglichen nachhaltigen Technologien zu vollziehen. Der Umwelt, der Heimat und der internationalen Konkurrenzfähigkeit wegen !!!

"Müssen" den "wählen" ?

Ich mag mittlerweile ob der überall aufkeimenden antidemokratischen Wortwahl aller Parteien etwas überempfindlich geworden sein aber irgendwie lese ich hier schon wieder eine Variante von:
"Ihr MÜSST unsere Vertreter wählen damit die Bösen nicht an die Macht kommen !".

Nein, liebe Politiker IHR müßt den Wähler durch angemessene politische Arbeit davon überzeugen das IHR seine Interessen vertretet und gute Arbeit leistet - also überhaupt erstmal wählbar seid.

Danach MÜSST IHR, liebe Politiker und angebliche "Volksvertreter", im demokratischen Konkurrenzkampf noch beweisen, das IHR besser seid - bezogen auf den Nutzen für den Wähler und seine Interessen - als Eure Konkurrenten.

Und wenn Ihr das nicht hinbekommt oder gar nicht erst leisten wollt, dann wird der Wähler euch nicht wählen oder sogar genau die Parteien, vor denen ihr (aus reinem Eigennutz ?) warnt.

So und nicht anders läuft das.
Die "fetten Jahre" des hirnlosen "Traditionswählens" sind auch für die ehemaligen "Volksparteien" vorbei seit vom "Wohlstand" aufgrund umfassenden zielgerichteten Politikversagens für eine immer größere Mehrheit der Wähler nichts mehr übrig bleibt.