Zehn Jahre danach

Wie Falken und Jusos das Gedenken an Utøya wachhalten

Paul List22. Juli 2021

Eine Kooperation mit bnr.de

10 Jahre Utøya Gedenken
10 Jahre Utøya Gedenken
Vor zehn Jahren ermordete ein norwegischer Rechtsextremist 69 Menschen in einem Jugendcamp auf Utøya. Falken und Jusos organisieren gemeinsam eine Gedenkveranstaltung. Dabei geht es auch darum, was heute gegen Rechtsextremismus getan werden kann.

Vor zehn Jahren, „ereignete sich der schrecklichsten Tage des Landes in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg“. So beschrieb es damals der norwegische Staatsminister Jens Stoltenberg. Ein Rechtsextremist zündete am 22. Juli 2011 zunächst eine Autobombe vor dem Bürogebäude des Regierungschefs in Oslo. Etwa zwei Stunden später richtete er ein 90-minütiges Massaker auf der Insel Utøya an. Dort fand zu diesem Zeitpunkt ein Camp der norwegischen sozialdemokratischen Jugendorganisation Arbeidernes Ungdomsfylking (AUF) statt. An diesem Tag wurden insgesamt 77 Menschen ermordet. Weltweit sorgte die Tat für Entsetzen.

Gedenken im Anton-Schmaus-Haus

Die Falken und die Jusos setzen sich dafür ein, dass das Ereignis nicht in Vergessenheit gerät. Sara Marion ist im Landesvorstand der Jusos Berlin, sie leitet die Organisation des jährlichen Gedenkens seit bereits vier Jahren. Zusammen mit Alma Kleen, eine der beiden Bundesvorsitzenden der Falken, und weiteren Helfer*innen haben sie in diesem Jahr die Organisation gemeinsam übernommen. Für diesen Donnerstag ist eine Gedenkveranstaltung um 18 Uhr am Anton-Schmaus-Haus in Berlin geplant.

Das Anton-Schmaus-Haus wurde selbst in der Vergangenheit Ziel von Anschlägen aus dem rechten Spektrum. An der Gedenkveranstaltung werden Angehörige der Opfer, Mitglieder der AUF, Personal der norwegischen Botschaft, Mitglieder der Jusos und der Falken teilnehmen und reden. Außerdem wird eine Gedenktafel enthüllt und am Abend ein Film über das Attentat gezeigt.

Die Gedenktafel soll ein Ort des Trauerns und ein Mahnmal gegen rechten Terror werden. Sie wird auch mit einem QR-Code versehen sein. Über ihn gelangt man auf eine Website, die Hintergrund-Informationen zu der Bluttat auf Utøya bietet. In Zukunft soll es auch Bildungsmaterialien rund um das Thema Rechtsextremismus und seine Auswirkungen geben.

Gute Kooperation zwischen Jusos und Falken

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung bieten die Falken in Zusammenarbeit mit den Jusos auch einige Workshops an. Beispielsweise wird der Film, der den Anschlag und seine Hintergründe beleuchtet, besprochen und reflektiert. Es wird über verschiedene Gedenkpraktiken gesprochen, über die Taktiken der Neuen Rechten in den Sozialen Medien aufgeklärt und es werden Hinweise gegeben, wie ihnen begegnet werden kann.

Die Falken und die Jusos organisieren seit über einem Jahr gemeinsam das diesjährige Gedenken. Die Kooperation der beiden sozialdemokratischen Jugendverbindungen „läuft sehr konstruktiv“, so Kleen. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Austausch mit der AUF über internationale digitale Seminare.

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