Aufholpaket der Bundesregierung

Erholung von der Pandemie: So erhalten Familien eine „Corona-Auszeit“

Kai Doering23. September 2021
Erholung nach dem Lockdown: Für Familien mit geringem Einkommen gibt es seit Donnerstag die Möglichkeit einer „Corona-Auszeit“.
Erholung nach dem Lockdown: Für Familien mit geringem Einkommen gibt es seit Donnerstag die Möglichkeit einer „Corona-Auszeit“.
Seit Donnerstag können Familien mit geringem Einkommen einen einwöchigen Urlaub buchen, den sie nur zu zehn Prozent bezahlen müssen. Die „Corona-Auszeit für Familien“ ist Teil des Corona-Aufholpakets der Bundesregierung.

Monate des Homeschoolings, Kurzarbeit oder Stress in „systemrelevanten Berufen“: Für viele Menschen bedeutet die Corona-Pandemie besonderen Stress. Die Hälfte der berufstätigen Mütter und Väter war mit der Kombination aus Homeschooling, Kinderbetreuung und Arbeit überfordert. Das zeigte kürzlich eine Familien-Studie der pronova BKK für die 1.000 Versicherte von Betriebskrankenkassen mit mindestens einem Kind im Haushalt befragt wurden.

Erholung unabhängig vom Einkommen

Für Familien mit geringem Einkommen gibt es seit Donnerstag die Möglichkeit einer „Corona-Auszeit“: Berechtigte können einen einwöchigen Urlaub buchen und sich ab Oktober in einer gemeinnützigen Familienferienstätte erholen. Der Clou: Sie müssen nur zehn Prozent der anfallenden Kosten für Unterbringung und Verpflegung selbst zahlen. Der Großteil wird aus dem Corona-Aufholpaket der Bundesregierung finanziert.

Mithilfe des Einkommensrechners der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung können Interessierte ermitteln, ob ihnen eine „Corona-Auszeit“ zusteht. Berechnungsgrundlage sind die Sozialhilfe-Regelsätze. Unterschreitet eine Familie die geltende Einkommensgrenze, ist sie zu einem vergünstigten Urlaub berechtigt. Das Angebot gilt auch für Familien, in den mindestens ein Familienmitglied eine Behinderung hat.

50 Millionen Euro für Corona-Auszeit

„Nicht jede Familie kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können“, erklärte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht am Donnerstag das Ziel des Programms. „Eine Familien-Auszeit wollen wir gerade für die Menschen ermöglichen, die es schwerer haben als andere.“ Möglich ist ein Urlaub von bis zu sieben Tagen bis Ende dieses und weiteren bis zu sieben Tage im kommenden Jahr. Insgesamt stehen für die „Corona-Auszeit für Familien“ 50 Millionen Euro zur Verfügung.

„Malle oder Ostsee? Diese Frage stellt sich Familien mit schmalem Budget nicht, weil sie sich aus eigener Kraft oft gar keine Urlaubsreise leisten können“, weiß auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Deshalb ist sie froh, dass es den Sozialdemokrat*innen gelungen ist, im Frühjahr das Corona-Aufholpaket auf den Weg zu bringen. Neben der „Corona-Auszeit“ umfasst es auch diverse Nachhilfe-Möglichkeiten, mit denen Schüler*innen dabei unterstützt werden sollen, während der Lockdowns versäumten Schulstoff nachzuholen.

So kommen Familien zur Corona-Auszeit

Familien, die im Rahmen der Corona-Auszeit einen stark vergünstigten Aufenthalt in einer Familienferienstätte oder Jugendherberge buchen wollen, finden dazu auf der Interneitseite des Bundesfamilienministeriums alle Informationen. Eine Deutschlandkarte bietet einen Überblick über alle Einrichtungen, die ab Oktober Plätze anbieten.

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