Neuaufstellung

Ehemalige SPD-Vorsitzende rufen Mitglieder zu Solidarität und Stolz auf

Kai Doering18. Juni 2019
Stolz sein auf das Erreichte: Neun ehemalige SPD-Vorsitzende rufen die Parteimitglieder zu Solidarität mit der kommissarischen Parteiführung auf.
Stolz sein auf das Erreichte: Neun ehemalige SPD-Vorsitzende rufen die Parteimitglieder zu Solidarität mit der kommissarischen Parteiführung auf.
In einem gemeinsamen Aufruf appellieren neun ehemalige SPD-Vorsitzende an die Mitglieder, die kommissarische Partei- und Fraktionsführung bei der Neuaufstellung zu unterstützen. Die Initiative geht auf Ex-Kanzler Gerhard Schröder zurück.

Sie verkörpern fast 30 Jahre SPD-Führung. Die früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel, Björn Engholm, Rudolf Scharping, Gerhard Schröder, Franz Müntefering, Matthias Platzeck, Kurt Beck, Sigmar Gabriel und Martin Schulz haben sich mit einem öffentlichen Aufruf an die Mitglieder gewandt. Sie seien „in sehr großer Sorge um unsere Partei“, schreiben die Ex-SPD-Chefs in dem Papier.

Ex-SPD-Chefs: Seid stolz auf das Erreichte!

Damit nach dem schlechten Abschneiden bei der Europawahl und dem Rücktritt von Andrea Nahles von Partei- und Fraktionsspitze der Neuanfang gelingt, rufen sie die SPD-Mitglieder auf, „nun geschlossen die kommissarische Partei- und Fraktionsführung zu unterstützen, damit diese ihre Verantwortung für eine Neuaufstellung wahrnehmen kann“.

Die SPD sei „in einer ernsten Krise, die existenzielle Folgen nicht nur für die Partei, sondern auch für unser Land haben kann“ schreiben die neun ehemaligen Vorsitzenden. Dabei habe die Partei die Verhältnisse in Deutschland „wesentlich mitgestaltet“. Das sei auch ein Verdienst der SPD-Mitglieder. Diese rufen die neun Ex-Parteichefs auf: „Seid stolz auf das Erreichte! Denn nur wer von sich selbst überzeugt ist, kann auch andere überzeugen.“

Solidarität mit Kommunalpolitikern

Ausdrücklich wenden sich die früheren SPD-Vorsitzenden an die sozialdemokratischen Kommunalpolitiker. „Ihr seid jetzt die Stärke und das Rückgrat unserer Partei. Euch allen, vor allem denen, die jetzt im Wahlkampf stehen, gilt unsere Solidarität.“ Der Aufruf geht auf eine Initiative von Gerhard Schröder zurück, der die SPD von 1999 bis 2004 führte.

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Kommentare

Ehemalige SPD-Vorsitzende

Einen Mut machenden Aufruf an die SPD-Basis dürfen ganz sicher
Hans-Jochen Vogel und Kurt Beck unterzeichnen. Die anderen sollten
sich die Frage stellen, was dazu geführt hat, dass die SPD seit ca.
15 - 18 Jahren jedenfalls die Hälfte ihrer Mitglieder und die Halfte ihrer
Wähler verloren hat. Schröderianer und Gabrielisten hätten besser geschwiegen!!!

Und haben nicht auch manche

Und haben nicht auch manche der ehemaligen SPD-Vorsitzenden die Kategorien links/rechts in der Politik als überholt bezeichnet? Das Ergebnis dieser sträflich konturlosen Politik kann man heute besichtigen! Besonders bei der SPD, aber auch beim Kanzlerwahlverein CDU. Gewinner sind die Wohlfühlpolitiker von den Grünen ...

Solidarisch und vereint in den Untergang ?

da verlangen unsere Altgedienten doch ein bisschen viel von ihren Parteimitgliedern. Längst ist doch klar, dass allein der GROKO-Austritt das Startzeichen für den bisher ausgebliebenen inhaltlichen und personellen Erneuerungsprozess sein kann, dessen Vorzeichen einst Martin Schulz in einem kurzen Hype erfahren konnte und der jäh endete als er sich plötzlich inhaltsleer der neoliberalen FDP zuwandte.
Jetzt fehlt nur noch dass die Altvorderen der Parteibasis die Schuld für das langjährige Groko-Desaster geben. Vielleicht war die Basis ja viel zu lange stolz auf legendäre SPD-Erfolge einer längst vergangenen Zeit und hat stillgehalten.
Die SPD sollte zusammenhalten, das ist richtig, aber gleichzeitig vor den anstehenden Landtagswahlen gemeinsam den Schritt aus einer unseligen Verbindung wagen, bei der sie überwiegend nur die Misserfolge zugesprochen bekommt. Und derer gibt es weiterhin viele !
Beginnt endlich mit dem versprochenen Erneuerungsprozess !!!

Haut einen nicht um

Nett gemeint, doch Inhalt und Ton des Schreibens der ehemaligen Parteivorsitzenden wirken doch arg wie ein 08/15-Referenten-Papier. Gelesen, weggelegt, vergessen.

Ehemalige Vorsitzende

Da gab es mal einen ehemaligen Parteivorsitzenden, der die Partei bei Wahlen zu >40% führte. Für welche Politik stand der ? und wer hat das Vertrauen der Wähler verbummelt ?
Allzuviele Kotaus vor den Atlantikern und der "Wirtschaft" kann siech die SPD nicht mehr erlauben will sie weiterexistieren.
Mit dem genannten und dem jetzigen Personal ist "Make the SPD great again" wohl kaum zu machen.