Buchvorstellung: Roadmaps 2020

„Diskurse über den Wahltag hinaus“

Laura Giesen30. Juli 2013

Es ist ein Plädoyer für ein solidarischeres, ökologischeres und vor allem weitsichtigeres Politikmodell. Das Buch „Roadmaps 2020: Wege zu mehr Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie“ wurde am Montag in Berlin von Autoren, darunter Andrea Nahles, vorgestellt.

Der Ärger über „zu viel Taktik und zu wenig Nachhaltigkeit in der politischen Debatte“ vereint den vielseitigen Autorenkreis aus Politik und Gesellschaft von „Roadmaps 2020“ und den Herausgeber Denkwerk Demokratie e.V. Daher sei  es ein Ziel des  Buches „Diskurse über den Wahltag hinaus“ anzustoßen, erklärt Yasmin Fahimi. Sie ist Mit-Autorin und Vorstandsmitglied des Netzwerkes, dem Vertreter der aus Parteien, Gewerkschaften, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehören. Es geht den Autoren um die Zukunft der Gesellschaft, der Umwelt, der Demokratie; um große Themen, die im politischen Tagesgeschehen oft zu kurz kommen.

Ein wichtiges Thema für die Autoren ist auch die politische Mobilisierung der Bürger. Während in einem Beitrag die Meinung vertreten wird, gesellschaftliches Engagement solle sich möglichst immer auszahlen, ist Nahles der Ansicht, in der Demokratie müsse man auch mal scheitern können. Sie erzählt vom SPD Ortsverein in ihrem Heimat, den sie gegründet habe um für einen Jugendraum zu kämpfen, den es bis heute noch nicht gäbe.

Aber auch Zielkonflikte zwischen sozialer Gerechtigkeit, Wachstum, ökologischer Nachhaltigkeit und ausgeglichenen Haushalten kommen bei der Diskussion zur Sprache. In der Zusammenarbeit für das Buch habe man Gemeinsamkeiten gesucht, ohne dabei Differenzen zu verschweigen, erklärt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie.

Trotz des Anspruches am „ganz großen Rad zu drehen“, werden in der Runde auch konkrete Punkte angeschnitten. „Ich wäre echt gerne die Mindestlohndebatte los; durch Vollzug“ gibt Andrea Nahles zu. Diese Debatte blockiere andere Schritte in der Lohnpolitik, die dem gesellschaftlichen Wandel angemessen wären.


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