Bundesversammlung

Diese Promis wählen für die SPD den Bundespräsidenten

Kai Doering10. Februar 2017
Sportler, Schauspieler, Sänger: Viele Prominente werden die SPD in der Bundesversammlung vertreten. Ihre Sympathien liegen klar bei Frank-Walter Steinmeier.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier pflegt gute Kontakte in die deutsche Kulturszene.
Sportler, Schauspieler, Sänger: Wenn am Sonntag die Bundesversammlung zusammentritt, um den nächsten Bundespräsidenten zu wählen, werden auch viele Prominente unter den Wahlleuten sein. Wen die SPD nach Berlin schickt und welche Erwartungen sie an Frank-Walter Steinmeier haben – eine Übersicht

Reinhard Rauball hat einen vollen Terminkalender. Der Präsident von Borussia Dortmund und der Deutschen Fußballliga überlegt sich deshalb genau, ob er einen Termin annimmt. Als er vor einigen Wochen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft am Telefon hatte und sie ihn fragte, ob er als Wahlmann an der Bundesversammlung teilnehmen möchte, fiel Rauball die Entscheidung allerdings nicht schwer. „Ich habe sofort ‚Ja’ gesagt“, erzählte er vorwärts.de.

Große Erwartungen an Frank-Walter Steinmeier

Rauball erinnert sich noch gut an die Bundesversammlungen, in denen Gustav Heinemann oder Richard von Weizsäcker als Staatsoberhäupter gewählt wurden. „Von daher freue ich mich sehr, diesmal selbst bei diesem bedeutenden Akt unserer Demokratie abstimmen zu dürfen.“ Für den Fußball-Funktionär ist es das erste Mal, dass er als Wahlmann an der Bundesversammlung teilnimmt.

Dasselbe gilt für den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Reiner Hoffmann. Es sei für ihn „eine große Ehre“ als Wahlmann ausgewählt worden zu sein. In einen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier setzt Hoffmann große Hoffnungen. „Wir brauchen eine starke Stimme für den sozialen Zusammenhalt“, sagt der DGB-Chef. Die Menschen in Deutschland seien verunsichert und auf der Suche nach neuen Sicherheiten. „Ich bin mir sicher, dass sich der Bundespräsident für den Zusammenhalt einsetzen wird.“

Peter Maffay, Iris Berben und Nathalia Wörner

„Frank-Walter Steinmeier ist in der Lage, Gräben zu überbrücken und zu versöhnen“, ist auch Roland Kaiser überzeugt. Der Schlagersänger vertritt die SPD Mecklenburg-Vorpommern in der Bundesversammlung. Auch für Kaiser ist es eine Premiere. Es sei für ihn eine „große Freude, mit Frank-Walter Steinmeier einem Mann meine Stimme zu geben, den ich für ausgesprochen kompetent halte, das Amt des Bundespräsidenten in den kommenden Jahren auszufüllen“.

Neben Roland Kaiser vertreten viele weitere Prominente aus Kunst und Kultur die SPD in der Bundesversammlung. Die Genossen aus dem Saarland schicken Sänger Peter Maffay, die SPD Schleswig-Holstein den Schriftsteller Feridun Zaimoglu und die Bayern-SPD Regisseur Marcus H. Rosenmüller. Die Schauspielerinnen Iris Berben und Natalia Wörner werden von der SPD Hessen bzw. Baden-Württemberg nach Berlin geschickt.

Viele Debütanten und ein alter Hase

Für die SPD Sachsen nimmt Stefanie Kloß, Sängerin der Band „Silbermond“, an der Bundesversammlung teil, für die Brandenburger Sozialdemokraten der dreifache Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel und Sängerin Katja Ebstein, für die niedersächsische SPD Bundesliga-Schiedsrichterin Bibiane Steinhaus und für die SPD Nordrhein-Westfalen die Schauspielerinnen Mariele Millowitsch und Renan Demirkan sowie Youtuber Julien Bam.

Während die meisten von ihnen das erste Mal einen Bundespräsidenten wählen, ist Verena Bentele in Sachen Bundesversammlung schon ein alter Hase. Nach 2010 und 2012 wird sie am Sonntag  das dritte Mal über das künftige Staatsoberhaupt abstimmen. Die ehemalige Biathletin und zwölffache Paralympics-Siegerin freut sich dennoch auf die Wahl. „Eine Bundesversammlung ist immer aufregend“, sagt sie und kündigt an: „Ich gebe meine Stimme mit viel Überzeugung einem so wunderbaren Kandidaten wie Frank-Walter Steinmeier.“

Nicht allein in der Wahlkabine

Auch wenn Verena Bentele für ihre Wahlentscheidung keine Hilfe braucht, wird sie doch Unterstützung bei der Wahl bekommen. Von einer Begleitperson wird sich die von Geburt an Blinde den Wahlzettel erklären lassen, damit sie ihr Kreuz an der richtigen Stelle macht. „Ich werde wohl die einzige Wahlfrau sein, die nicht allein in der Wahlkabine ist.“

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