Kommentar

Wie Deutschlands Autokonzerne unsere Zukunft verspielen

Kai Doering11. August 2017
Statt die aufkommende E-Mobilität ernst zu nehmen, setzen die deutschen Autobauer weiter auf Verbrennungsmotoren. Das dürfte sich rächen.
Statt die aufkommende E-Mobilität ernst zu nehmen, setzen die deutschen Autobauer weiter auf Verbrennungsmotoren. Das dürfte sich rächen.
Martin Schulz will Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität machen. Damit will der SPD-Kanzlerkandidat den Autobauern Beine machen, damit sie endlich in die Zukunft investieren. Das ist gut so, denn am Auto-Dilemma wird deutlich, woran Deutschland zurzeit krankt.

Als im 19. Jahrhundert die ersten Dampfschiffe aufkamen, reagierten die Reeder gelassen. Sie bauten einfach größere Segelschiffe und glaubten fest daran, dass Schiffe mit Motorantrieb nur eine vorübergehende Erscheinung sein würden. Einige Jahrzehnte später waren die Segelschiffe verschwunden.

Die Konkurrenz wird nicht ernst genommen

In einer ähnlichen Situation wie die Reeder vor 150 Jahren befinden sich die deutschen Autohersteller im Jahr 2017. Noch werden sie ihre diesel- und benzinbetriebenen Fahrzeuge gut los. Die Frage ist, wie lange noch. In den USA rüstet sich Tesla, künftiger Marktführer im Automobilbereich zu werden. Das Unternehmen setzt seit seiner Gründung 2003 konsequent auf die Elektromobilität.

Doch statt die aufkommende Konkurrenz ernst zu nehmen und ambitioniert eigene Elektrofahrzeuge zu entwickeln,  setzen Volkswagen, Mercedes und Co lieber auf effizientere und größere Verbrennungsmotoren. Und weil die Kunden zwar gerne SUV fahren und trotzdem einen gewissen Sinn für die Umwelt haben, wird eine Technik eingebaut, die die Abgaswerte etwas verträglicher erscheinen lässt – deutsche Ingenieurskunst auf Spitzenniveau.

Ein Zukunftskonzept für die Automobilbranche

Martin Schulz hat das erkannt. Die Automobilindustrie stehe „vor dem größten Strukturwandel ihrer Geschichte. Es geht um nicht weniger als die Neuerfindung der Automobilität“, schreibt der SPD-Kanzlerkandidat in einem Fünf-Punkte-Papier „für die Zukunft des Automobilstandorts Deutschlands“, das er am Freitag veröffentlicht hat.

Schulz fordert darin „ein Zukunftskonzept für die Automobilbranche“ inklusive einer neuen „Investitionskultur“, einer „verbindlichen europäischen E-Mobilititätsquote“, einer eigenen Batterieproduktion in Deutschland und einem raschen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Das Ziel: Die Bundesrepublik soll zum „Leitmarkt und Leitanbieter von Elektromobilität werden“.

Angela Merkel lässt die Autobauer gewähren

Das ist ambitioniert und vollkommen richtig. Ohne klare Ziele wird der Übergang zur Elektromobilität schon deshalb scheitern, weil die Autohersteller bisher keinerlei Sinn darin sehen, in eine neue Technik zu investieren. Unter der Regierung einer unambitionierten Kanzlerin Merkel, die im Mai mal eben lapidar erklärte, das von der Bundesregierung ausgegeben Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 werde wohl nicht erreicht, kommen sie damit bisher auch durch.

Dabei steht das Auto-Dilemma sinnbildlich für Merkels Regierungsstil. Statt Zukunftskonzepte zu entwickeln, verwaltet sie den Status quo. Es geht uns doch gut. Warum sollen wir etwas ändern? So ähnlich dürften die Reeder im 19. Jahrhundert auch gedacht haben.

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Kommentare

Merkel und Dobrindt sind mitverantwortlich!

Selbst die treuesten Merkel-Hofberichterstatter können es nicht mehr leugnen: das Bundeskanzleramt trägt eine wesentliche Mitschuld an dem Dieselskandal in all seinen Facetten und damit auch an der Gefährdung von Millionen deutscher Arbeitsplätze. Frau Merkel kann sich nicht mehr wegducken!
Frau Merkel, wenden Sie weiteren Schaden an der Umwelt, bei den Autofahrern, für die deutschen Arbeitsplätze, von der deutschen Industrie ab!
Frau Merkel, treten Sie zurück! Und zwar sofort!
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

Skandal-Parabel

Skandal-Parabel: das Bundeskanzleramt trägt eine wesentliche Mitschuld an dem Dieselskandal in all seinen Facetten und damit auch an der Gefährdung von Millionen deutscher Arbeitsplätze.
Wie die BILD herausgefunden hat, hat das Bundeskanzleramt im März 2015 u.a. auf Drängen von Daimler und des VDA das von der EU geplante RDE-Messverfahren („Real Driving Emissions“) aus der Vorlage gestrichen. Damit waren weiterhin die "Labor-Meßverfahren" und nicht das "Messen auf der Straße" angesagt, was letztlich die Türe zu den aufgedeckten Betrügereien aufgestoßen hatte.
Union und Wirtschaft empört: Diesen Skandal haben wir auch erst aus den Medien erfahren! Das haben wir nur Rot-Grün mit ihrer überzogenen Klima-und Umweltpolitik zu verdanken. Damit muß endlich Schluß sein!
Daher kommen im Wahlprogramm der Union Diesel-Fahrverbote zur Senkung der Stickoxid-Werte zum Schutz der Gesundheit der Bürger in den betroffenen Großstädten auch gar nicht erst vor.
Schulz und seine SPD sollten sich schämen, den Autofahrern wieder einmal ihr Liebstes nehmen zu wollen. Freie Fahrt für freie Bürger!
Und die Forderung nach einem Rücktritt von Merkel und Dobrindt sind völlig unangemessen!
...

Skandal-Parabel...2

...
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU
PS: Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die dunkle Rolle des Bundeskanzleramtes in den Medien fast keine Rolle gespielt hat? Merkel-Hofberichterstattung?

Merkel's Beitrag zur Lösung der Autokrise

Merkel's Beitrag zur Lösung der Autokrise: "Das verspielte Vertrauen können nur die Unternehmensführungen wieder herstellen".
Offensichtlich nicht durchdacht, Frau Merkel.
Zudem hat Merkel vergessen, dass das Merkel-System selbst Teil des Problems ist.
Selbst die treuesten Merkel-Hofberichterstatter können es nicht mehr leugnen: das Bundeskanzleramt trägt eine wesentliche Mitschuld an dem Dieselskandal in all seinen Facetten und damit auch an der Gefährdung von Millionen deutscher Arbeitsplätze. Frau Merkel kann sich nicht mehr wegducken! Aber erinnern wird sie sich doch noch können: an März 2015!
Frau Merkel, wenden Sie weiteren Schaden an der Umwelt, bei den Autofahrern, für die deutschen Arbeitsplätze, von der deutschen Industrie ab!
Frau Merkel, treten Sie zurück! Und zwar sofort!
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

Merkel's Beitrag zur Lösung von Armut

Merkel's Beitrag zur Lösung von Armut (frei in Analogie zur Lösung der Autokrise): Das Problem können nur die Armen selbst lösen. Die Armen sollen endlich mal ordentlich Geld verdienen.
Deshalb haben wir im Unions-Wahlprogramm auch die Abgehängten ausgespart:
Rentner, Alleinerziehende, Leih-, Mindestlohn- und Zeitarbeiter in prekären Arbeitsverhältnissen, Mini-Jobber, Arbeitslose, Abgehängte, Arme und Armutsgefährdete! Im Wahlprogramm der Union ist kein Platz für Euch! Merkel und Co haben Euch für die nächste Legislaturperiode schlicht "vergessen"!
Die Unions-Blockade der Verbesserung der Beschäftigungssituation am Arbeitsmarkt, insbesondere durch Abbau der 1-1,5 Mio Langzeitarbeitlosen wie von Frau Nahles bereits vor 3 Jahren vorgeschlagen, wird auf den St. Nimmerleinstag in 2025 verschoben!
Es ist daher zu befürchten, dass auch in den nächsten 20 Jahren wiederum rd. 42% der Haushalte nicht an dem von der Union prophezeiten Wirtschaftswachstum teilnehmen werden (Mindereinnahmen in den letzten 20 Jahren geschätzt: 500-1000 Mrd EUR).
Es ist zu befürchten, dass die soziale Schieflage weiter verschlimmert wird.
Und was genau meint jetzt Seehofer mit seinem Wahlslogan:...

Merkel's Beitrag zur Lösung von Armut...2

...
"Wohlstand für alle"?
Wehrt Euch! Wählt Merkel und Co ab!

Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

Elektro-Auto - die Lösug aller Probleme oder nur ein neuer Gag

Gibt es eigentlich Daten zur Umweltverträglichkeit von Akkus für E-Autos? und zwar von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung! Und die Unmengen Kupfer für die "Ladeinfrastruktur", sowie der Strom der darin fließen soll, fallen auch nicht vom Himmel. Könnte sein das dieser Elektro-Hype wie ein Kartenhaus zusammen fällt. Oder anders gesprochen, die "deutsche Untugend" Einzelparameter zu optimieren bis das Gesamtsystem zusammenbricht, wird zur Handlungsmaxime erhoben. Es wird wohl so werden, das das Jahrhundert des Individual-Verkehrs zu Ende geht. Und wer hat den Mut das zu "verkünden"??