Nachfolge von Johannes Kahrs

Dennis Rohde – ein Youngster wird Chefhaushälter der SPD im Bundestag

Lars Haferkamp06. Mai 2020
Dennis Rohde tritt die Nachfolge von Johannes Kahrs an als haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Auf dem Weg nach oben: Dennis Rohde tritt die Nachfolge von Johannes Kahrs an als haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
Mit nur 33 Jahren wird der Niedersachse Dennis Rohde einer der wichtigsten Fachpolitiker im Bundestag: Sprecher der Arbeitsgruppe Haushalt der SPD-Bundestagsfraktion. Früh dran war der junge Mann in seinem politischen Leben eigentlich schon immer.

Das Haushaltsrecht gilt als das älteste und wichtigste Recht des Parlamentes. Kein Politikbereich, der nicht von Finanzen und damit von dem im Bundestag beschlossenen Mittelzuweisungen abhängt. Daher gelten die Haushaltspolitiker*innen als die einflussreichsten Fachpolitiker*innen im Parlament. Das gilt erst Recht für die der Regierungsfraktionen und hier besonders für die haushaltspolitischen Sprecher*innen.

Mit 33 Jahren Schlüsselposition im Bundestag

Am 6. Mai nominierte die Arbeitsgruppe Haushalt der SPD-Bundestagsfraktion Dennis Rohde einstimmig zu ihrem Sprecher. Er soll Nachfolger des von seinen Ämtern zurückgetretenen Johannes Kahrs werden. Am 12. Mai steht Rohdes Wahl auf der Tagesordnung der SPD-Fraktion. Sie gilt als Formsache. Mit nur 33 Jahren macht Rohde, der stellvertretender Sprecher der „Youngsters“ ist, der Gruppe junger Abgeordneter, damit einen gewaltigen Karrieresprung, um den ihn manch gleichaltrige*r Parlamentarier*in beneiden dürfte.

Früh dran war Dennis Rohde eigentlich schon immer: Mit nur 16 Jahren tritt er in die SPD ein. „Geprägt hat mich mein Großvater. Er war Bahnarbeiter und hat beim Rangieren mit Waggons sein rechtes Bein verloren“, sagt Rohde. Deutlich hat er dessen Lieblingssatz im Ohr: „Die da oben müssen endlich mal wieder was für uns tun.“ 2002 ist er dann in die SPD eingetreten, „weil ich nicht nur fordern, sondern mich auch einbringen wollte“.

Jüngster SPD-Kreisvorsitzender mit 22 Jahren

Mit nur 22 Jahren wird er im Ammerland (Niedersachsen) SPD-Kreisvorsitzender – damals der jüngste Vorsitzende in Deutschland. 2012 wird er als Bundestagskandidat vorgeschlagen. Fast 300 SPD-Mitglieder stimmen ab und wählen ihn vor zwei Mitbewerbern mit gut zwei Dritteln der Stimmen zum Kandidaten. Am Abend des 22. September 2013 gewinnt Dennis Rohde den Wahlkreis Oldenburg-Ammerland direkt für die SPD. Seitdem vertritt er die Interessen von etwa 250.000 Menschen seines Wahlkreises im Bundestag. „Jeden Tag das Beste für die Region zu erreichen“, das ist sein Ziel.

2013 wird Dennis Rohde Mitglied des Haushaltsausschusses und 2017 stellvertretender Ausschussvorsitzender. In der Arbeitsgruppe Haushalt der SPD-Bundestagsfraktion übernimmt er im gleichen Jahr den Posten des stellvertretenden Sprechers.

Für die Menschen, für die Region

„Menschen helfen und auch für die Belange anderer eintreten – das war mir schon immer sehr wichtig“, sagt Dennis Rohde. „Ob als Stadtschülersprecher, im Gemeinderat, bei der Arbeiterwohlfahrt oder als Rechtsanwalt – der persönliche Einsatz ist mir wichtig.“ Besonders geprägt haben ihn dabei die eineinhalb Jahre Tätigkeit in der Schuldner*innenberatung. „Gerade bei den Bedürfnissen von ver- und überschuldeten Menschen gibt es in unserem Land noch viel zu tun.“

Viel zu tun gibt es auch für den Chefhaushälter der SPD im Bundestag. Die Corona-Pandemie hat die bisherigen Haushaltsplanungen über den Haufen geworfen. Die „schwarze Null“ gilt als Auslaufmodell. Die massiven Hilfspakete des Bundes und die damit deutlich steigende Verschuldung sind eine beispiellose Herausforderung für die Politik. Sie dürfte Parlament und Regierung noch viele Jahre beschäftigen. Und in ganz besonderer Weise den haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Dennis Rohde.

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Kommentare

Johannes Kahrs tritt von allen Ämtern zurück

Ich kann das nicht vollständig beurteilen, weiß aber, daß es auch schon früher gute Leute in der SPD gab, die in prekären Situationen das Richtige vorbereitet und zur Beschlußvorlage gemacht haben. So war es in der Gruppe Steinbrück mit Herrn MdB Volker Kröning aus Bremen. Männer mit großem Hintergrundwissen, langjähriger Erfahrung, die 2008/09 den Weg einschlugen, der sich als neues Wirtschaftswunder herausstellte, um die uns viele Nachbarn beneideten. Leider zum Nachteil manchen Arbeitnehmers. Aber - Was wollen wir, wenn gerade in diesen Tagen wieder der Ruf nach weniger Zulieferung aus Drittstaaten laut wird.
Leisten können wir uns den so genannten Wohlstand, der angeblich Deutschland so "reich" erscheinen läßt, nur, wenn wir die Löhne aus Bangladesh oder Äthiopien in die Verkaufspreise der Angebote einfließen lassen. Wie reich Deutschland ist, wird sich nach Corona herausstellen.
Da ist die Frage, ob ein junger Mann, der gerade drei Jahre älter ist, als ich in 1970 die Leitung einer kleinen Genossenschaftsbank übernahm. Ich weiß heute, daß ich auch viel zu wenig Erfahrung hatte, wenngleich ich sehr viel Erfolg in dieser kleinen Bank hatte. Ich wünsche Hernn Rohde alles Gute!

Frischer Wind tut Not !

Das was uns noch immer als sogen. "Wohlstand" gerade von Teilen des erschlafften konservativen SPD-Flügels verkauft wird, ist unter all den Gesichtspunkten die wir heute erkennen, nicht anderes als ein einbrechendes Kartenhaus, dass auf multiplen Unrecht gegenüb. Generationen und Nationen beruht u. aktuell durch die jeweiligen zunehm. zum Schlechteren veränderten Lebenswelten ihrer aktuellen Protagonisten auffällt ! Die Zahl der Profiteure dieses pervertierten Wohlstandes wird zunehmend kleiner, dafür der jeweilige monetäre Profit umso größer. Absurd hohe Privatvermögen u. gigantische Zuwächse an Firmenkapital für undemokratisch organisierte Giganten, die längst die Macht großer Staaten erreicht haben u. in höchsten Masse weltweit demokrat. Ordnungen bedrohen, auch durch ihre uneingeschränkten heimtückischen Methoden die aus eingermaßen mündigen Bürgern mehr und mehr Konsum-Deppen und Fake-News-Junkies machen !!! Meine Hoffnung ist deshalb, dass gerade GenossInnen der jungen Generation sich ni. von den alten konservativen Netzwerkern einreden lassen, dass wenn "Die da oben" profitieren für "Die da unten" auch ein paar leckere Krummen übrigbleiben. SPD: "Wohlstand" neu definieren !