SPD-Zukunftscamp

Dario Schramm: „Jugendliche hatten nicht immer die höchste Priorität“

Jonas Jordan18. Juni 2021
Dario Schramm ist Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.
Dario Schramm ist Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.
Dario Schramm ist Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz. Er fordert mehr Unterstützung für einkommensschwache Familien. Darüber diskutiert er auch beim SPD-Zukunftscamp am Sonntag.

Nach 15 Monaten Pandemie kehrt aktuell wieder langsam so etwas wie Normalität ein. Wie haben Sie das vergangene Jahr erlebt?

Dario Schramm: Es war ein Auf und Ab, man wusste oft nicht wie geht es nächste Woche weiter. Es gab viele Versprechungen, besonders für junge Menschen – leider wurden nicht alle gehalten. Ich habe beispielsweise mein „normales“ Leben noch mal deutlich zu schätzen gelernt. 

Wurde die Perspektive von Schüler*innen ausreichend berücksichtigt?

Ich denke nicht, gerade im Winter, als es um die Frage des Lüftens in der Schule ging, wurden die Prioritäten deutlich: Statt kostenintensiver Luftfilter gab es die Lösung, die Fenster aufzulassen und in der Kälte zu sitzen. Diese Dinge ziehen sich fast nahtlos durch die Pandemie. Schule und Jugendliche hatten nicht immer die oberste Priorität. Anders als es gerne in der Politik skandiert wurde.

Welche Probleme im Bildungsbereich wurden am deutlichsten sichtbar?

Wie unfair die Grundvoraussetzungen sind. Schon vor Corona hat das Elternhaus und die damit verbundene Unterstützung sowohl inhaltlich, aber auch finanziell darüber entschieden, welchen Bildungsweg ein Kind nehmen wird. Das darf in einem fortschrittlichen Land wie Deutschland nicht der Standard sein! Jeder muss die selben Chancen und Grundvoraussetzungen haben.

Am Sonntag diskutieren Sie beim SPD-Zukunftscamp unter dem Titel „Kindern gehört die Zukunft“. Was ist notwendig, dass künftig alle Kinder und Jugendlichen tatsächlich die gleichen Chancen haben?

Es braucht vor allem eine wirtschaftliche Unterstützung strukturschwacher Regionen. Aber auch soziale Punkte und Programme wie beispielsweise Klassenfahrten etc. müssen für alle zugänglich sein. Sollten dort Hilfen benötigt werden, müssen diese deutlich einfacher abrufbar sein. Aber auch außerschulische Dinge wie Nachhilfe müssen besser unterstützt werden, vor allem für Kinder, deren Eltern sich diese extra Hilfe nicht leisten können.

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