Klimakonferenz

COY13: Was junge Menschen von der Weltklimakonferenz erwarten

Anna Bäuerle14. November 2017
Die Jungen werden von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sein. Bei der Jugendklimakonferenz (COY13) in Bonn haben sie deshalb klare Forderungen an die Weltklimakonferenz aufgestellt.
Die Jungen werden von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sein. Bei der Jugendklimakonferenz (COY13) in Bonn haben sie deshalb klare Forderungen an die Weltklimakonferenz aufgestellt.
40 Prozent der Weltbevölkerung sind jünger als 25 Jahre. Sie sind es, die die Folgen des Klimawandels am stärksten zu spüren bekommen werden. An die Klimakonferenz in Bonn (COP23) haben sie deshalb klare Forderungen.

Wir sind die erste Generation, die mit den Folgen des Klimawandels aufwächst. Gleichzeitig sind wir die letzte, die den Klimawandel noch stoppen kann. Deshalb müssen wir handeln, und zwar jetzt. Genau aus diesem Grund kamen kurz vor Beginn der diesjährigen Weltklimakonferenz (COP23) junge Menschen aus aller Welt in Bonn zur 13. Jugendklimakonferenz, der 13. Conference of Youth (COY13) zusammen. COYs sind internationale Jugendklimakonferenzen, die 2005 von YOUNGO, der Jugendvertretung bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), initiiert wurden und seither jährlich im Vorfeld der Weltklimakonferenz am jeweiligen Konferenzort stattfinden. Sie bieten jungen Menschen Raum für Vorbereitungen auf ihre Arbeit bei den Weltklimakonferenzen, für Vernetzung und Austausch sowie einen ersten Zugang zu den Themen Klimawandel und Klimaschutz.

Die Jugend bringt die Klimapolitik voran

Rund 1300 engagierte junge Menschen aus 114 Länder kamen in Bonn unter dem Slogan „Talanoa Mada – Youth accelerating Climate Action“ zusammen. Wie das Motto zeigt, war die diesjährige COY inspiriert von der fidschianischen COP Präsidentschaft und legt einen besonderen Fokus auf die Perspektive kleiner Inselstaaten. Das Konzept „Talanoa“ beschreibt eine fidschianische Form des offenen und ehrlichen Dialogs, der Empathie und Verständnis füreinander generieren soll. Dieser Prozess hat auf der COY13 Diskussionen darüber angestoßen, wie die internationale Jugend die Klimapolitik voranbringen kann. Dazu wurden beispielsweise sogenannte „Talanoa Sessions“ abgehalten, die von fidschianischen und deutschen Jugendlichen, moderiert wurden.

Talanoa ist nicht nur eine Form des Gesprächs, sondern vor allem eine Form des Zuhörens“, erklärte Malte Kuhn. Der Student aus Wiesbaden nimmt in diesem Jahr bereits zum dritten Mal an einer COP teil. „ Im Talanoa finden alle Ideen und Meinungen Beachtung, es ist daher ideal um seinen eigenen Horizont um neue Perspektiven zu erweitern.” Auch Christian Deutschmeyer ist von dem Format begeistert: „Als die Leute zusammen auf dem Boden saßen und ihre persönlichen Geschichten erzählt haben, hat jeder gemerkt was mit dem Talanoa-Spirit gemeint sein muss“, sagt der 27-jährige Student aus Berlin. „So eine Talanoa-Session schweißt zusammen, gibt Kraft und erinnert uns daran, warum wir uns für ambitionierte Klimapolitik engagieren. Man kann nur hoffen, dass dieses Konzept auch in den COP23-Verhandlungen aufgeht.“

Bildung ist der erste Schritt

Das mehrsprachige Programm der COY13 zeigt das Engagement der Jugend in Sachen Klimaschutz: Alle der rund 240 Workshops, Seminare, Vorträge, Simulationen, Kunstausstellungen, Schauspiele und Diskussionsrunden wurden von den Teilnehmern selbst gestaltet. Auf diese Weise konnten die Teilnehmer in den Bereichen Klimawandel, Klimapolitik, Aktivismus und Nachhaltigkeit neues Wissen erlangen und bestehendes teilen. Die Abschlussveranstaltung war der Auftakt eines Dialogs, der anschließend auf der Klimakonferenz fortgeführt werden soll. Vertreter aus Arbeitsgruppen zu den Themen Klimabildung, Kommunikation, Landwirtschaft, Anpassung an den Klimawandel, Gender, Gesundheit und Ozeane stellten ihre Ergebnisse vor und präsentierten erarbeitete Forderungen der internationalen Jugend.

Diese wurden direkt in die COP23 weitergetragen, bei der seit dem 6. November rund 25.000 Vertreter aus Regierungen und NGOs sowie Journalisten und Wissenschaftler zusammenkommen, um über die Umsetzung des Pariser Abkommens zu diskutieren. Einige der COY13-Teilnehmer nehmen auch an der Klimakonferenz teil und versuchen dort, die Forderungen der Jugend in die internationale Klimapolitik einzubringen. Einen von ihnen ist die 23-jährige Clara von Glasow, Jura-Studentin aus Wiesbaden, Mitorganisatorin der COY13 und Mitglied der Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie (JBZE). „Wir müssen mit lauter Stimme an den Verhandlungen teilnehmen, weil dort über unsere Zukunft entschieden wird“, sagt sie. Insbesondere der Bereich Klimabildung liegt von Glasow am Herzen: „Bildung ist der erste Schritt um sich selbst einzubringen und Zukunft aktiv mitzugestalten.“

Die Chance für den Wandel nicht verschlafen

Rund 40 Prozent der Weltbevölkerung sind jünger als 25 Jahre, deshalb ist es wichtig, dass die Stimmen der Jugend in den unterschiedlichen Ebenen der Entscheidungen gehört und berücksichtigt werden. Auch Christian Deutschmeyer, Teil des Organisationsteams der COY13 betont: „Der Klimawandel ist das größte Problem unserer Generation. Gleichzeitig haben nur noch wir die Chance, darauf Einfluss zu nehmen, wie die Welt in Zukunft aussehen wird. Diese Chance möchte ich nicht verschlafen.“

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