Interview

Christiane Jäger: Wie die neue Vorsitzende die Kölner SPD zum Erfolg führen will

Kai Doering26. März 2019
Der Kurs heißt „Stadt des Zusammenhalts“. Zu ihrer Wahl als Vorsitzende der Kölner SPD bekam Christiane Jäger von ihrem Vorgänger Jochen Ott ein Steuerrad.
Der Kurs heißt „Stadt des Zusammenhalts“. Zu ihrer Wahl als Vorsitzende der Kölner SPD bekam Christiane Jäger von ihrem Vorgänger Jochen Ott ein Steuerrad.
Nach 18 Jahren hat die Kölner SPD eine neue Vorsitzende. Christiane Jäger ist die erste Frau an der Parteispitze. Im Interview sagt die 55-Jährige, welchen Kurs die Kölner SPD mit ihr nehmen soll und was sie für die Kommunalwahl im kommenden Jahr plant.

Am 16. März hat Sie die Kölner SPD zur neuen Vorsitzenden gewählt. Zur Wahl haben Sie von Ihrem Vorgänger Jochen Ott ein Steuerrad bekommen. Welchen Kurs soll die Partei mit Ihnen nehmen?

Das Steuerrad ist ein sehr gutes Symbol. Mein Ziel ist es, die Kölner SPD mit ihren fast 6000 Mitgliedern als eine geeinte und als die stärkste Partei in Köln sichtbar zu machen. Der Kurs heißt „Stadt des Zusammenhalts“.

Welche Rolle spielt es, dass Sie die erste Frau an der Spitze der Partei sind?

Das ist eine besondere Chance. Zum einen erfahre ich Aufmerksamkeit wegen dieser Besonderheit, auch von den Medien, und die kann ich für die Inhalte unserer sozialdemokratischen Arbeit nutzen. Zum anderen möchte ich auch anderen Frauen zeigen, dass Frauen viel schaffen können, dass es wichtig ist, sich in die Politik einzubringen. Im neugewählten Unterbezirksvorstand sind auch mehr Frauen als Männer.

Sie arbeiten seit 28 Jahren in der Kölner Stadtverwaltung, zurzeit als Abteilungsleiterin im Amt für Stadtentwicklung. Befürchten Sie Interessenskonflikte mit Ihrem neuen Amt?

Es ist mein gutes demokratisches Recht, mich in einer politischen Partei zu engagieren, auch in einer Führungsposition. Das gilt auch, wenn die berufliche Tätigkeit in der Stadtverwaltung ist. Meine Berufstätigkeit werde ich nicht gefährden. Aber klare Position zu beziehen, z.B. zum Mangel an bezahlbarem Wohnraum, das kann und werde ich.

Im kommenden Jahr wird in Köln ein neuer Stadtrat gewählt. Wie wollen Sie die Partei für den Wahlkampf aufstellen?

Als erstes stelle ich jetzt den neu gewählten Vorstand als das neue Führungsteam auf. Mit klaren Verantwortlichkeiten und Aufgaben jedes einzelnen Mitglieds. Dann erarbeiten wir mit der Partei gemeinsam auf den vorhandenen Prozessen aufsetzend das Kommunalwahlprogramm. Für die neuen Kandidatinnen und Kandidaten für den Rat und die Bezirksvertretungen haben wir schon seit über einem Jahr ein Schulungsangebot laufen. In diesem extrem gut besuchten Schulungen sind die Grundlagen der Ratsarbeit, also z.B. Haushalt, Baurecht, Gremienarbeit erarbeitet worden. Wir haben dadurch eine Vielzahl von neuen und alten Parteimitgliedern qualifiziert, für die neue Ratsperiode anzutreten. In den nächsten Monaten werde ich das große Team für den Rat und die Bezirksvertretungen zusammenstellen.

In Ihrer Vorstellungsrede haben SIe gesagt, die SPD werde nicht gewählt, wenn sie den politischen Gegner beschimpft, sondern, wenn sie die besseren Argumente hat. Ist das Ihr politischer Stil?

Zu allen politischen Themen braucht es eine Haltung der SPD. Aus der Haltung müssen dann Lösungen für die Verbesserung des Lebens der Bürger und Bürgerinnen erarbeitet werden. Wir müssen zeigen, dass wir die Probleme der Menschen kennen, verstanden haben, Verbesserungen aufzeigen und dieses dann dem politischen Gegner entgegensetzen. Meinen politischen Stil bezeichne ich als sachorientiert leidenschaftlich.

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