Protest

Die CDU ignoriert die Jugend

Jonas Jordan21. Februar 2019
In zahlreichen deutschen Städten demonstrieren Schüler und Studierende für den Klimaschutz. Der Jungen Union gefällt das nicht.
In zahlreichen deutschen Städten demonstrieren Schüler und Studierende für den Klimaschutz. Der Jungen Union gefällt das nicht.
Fünf Millionen Menschen unterschreiben eine Petition für die Freiheit im Internet, tausende Schüler und Studenten protestieren für Klimaschutz. Die Union verleumdet sie als Bots und aus dem Ausland gesteuerte Bewegungen. Dabei zeigen junge SPD-Politiker, wie es anders geht.

Konservativ, das bedeutet laut Duden wahlweise „am Hergebrachten festhaltend“, vorsichtig oder zurückhaltend. Es bedeutet nicht zwangsläufig, jeden, der für progressive Politik eintritt, zu diskreditieren und zu beleidigen. Doch genau das tun Unionspolitiker gerade, von der Kanzlerin bis zur Jungen Union. Seit Wochen protestieren in zahlreichen deutschen Städten Schüler und Studierende unter dem Motto „fridays for future“ für eine klimafreundliche Politik. Philipp Bürkle und Michael Bodner von der Jungen Union in Baden-Württemberg kommentierten das mit den Worten: „Mit Schulschwänzen den Klimawandel zu bekämpfen ist in etwa so sinnvoll, wie mit dem Staubsauger durch die Sahara zu laufen.“

Solidarität statt Verschwörungstheorie

Die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Münchner Sicherheitskonferenz gingen gar in Richtung Verschwörungstheorien. Merkel bezichtigte die Bewegung als Teil von „hybrider Kriegsführung im Internet“. „Dass plötzlich alle deutschen Kinder ohne äußeren Einfluss auf die Idee kommen zu protestieren, kann man sich auch nicht vorstellen“, sagte Merkel. Die Kanzlerin nicht, andere schon. Kevin Kühnert zum Beispiel. Der Juso-Bundesvorsitzende sprach in Berlin auf einer Kundgebung von „fridays for future“ und solidarisierte sich mit den „Klimastreik“-Aktivisten.

Neues Thema, gleiches Spiel bei der Debatte um Uploadfilter. Viele junge Menschen befürchten durch die geplante Regelung auf europäischer Ebene eine Einschränkung kreativer Netzkultur. Deswegen kämpft der SPD-Europaabgeordnete Tiemo Wölken wie ein Löwe an allen Fronten dagegen. Unionspolitiker zeichnen sich in dieser Debatte dagegen teils durch Verleumdungen aus. Wie zum Beispiel Axel Voss: Er ist Europaabgeordneter und selbst ernannter Datenschutzexperte. Voss hatte schnell eine Begründung dafür parat, dass massenhaft junge Menschen Protestmails wegen der geplanten Uploadfilter an ihn schrieben: Das müssen Social Bots sein! Eine Software, die automatisiert Nachrichten verschickt. Weil ein Großteil der Mails von Gmail-Adressen kam. Da kann man sich nur mit der flachen Hand gegen die Stirn schlagen.

Nie mehr CDU!

Doch was kann man tun gegen so viel konservative Ignoranz und Inkompetenz? Die Antwort findet sich ebenfalls bei Twitter. Dort trendete Anfang der Woche der Hashtag #niemehrcdu. Die Chance dazu bietet sich schon bald: Am 26. Mai ist Europawahl. Da wäre es an der Zeit, mal ein Zeichen zu setzen und konservativen Kräften keine Stimme zu geben. Anders als beim Brexit sollten junge Menschen diesmal zur Wahl gehen und für ein progressives Europa sorgen.

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Kommentare

Die CDU ignoriert die Jugend ...

... die SPD (der ich - immer noch - angehöre) tut es genauso, denn in Sachen Klimaschutz steht sie häufig noch mehr auf der Bremse. - Jetzt bei #FridaysFor Future Trittbettfahren zu versuchen, wie es dieser Artikel macht, ist so ziemlich das Allerletzte.

Wer ohne Sünde ist....

werfe den ersten Stein.
Die Uploadfilter verschieben wieder einmal eine staatliche Aufgabe bzw. eine staatliche Verantwortung die der Staat nicht wahrnehmen will in Richtung Internetkonzerne.
Allein schon aus Selbstschutz kann man genau wie beim ebenso auf reiner Zensurideologie beruhenden "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" davon ausgehen das im Zweifel für die Zensur/den Eigennutz und -schutz algorhytmisiert wird. Bei der Datenmenge kann eine tatsächliche Bewertung durch Fachkräfte nicht erfolgen.
Übrigens ist der Vorstoß der ÖR-Medien nach dem Motto "Was Rundfunk ist, bestimmen wir !" sowie aktuell die Verschwendung von abgepreßten Gebührengeldern zwecks Ausarbeitung und Einführung einer propagandistischen und wahrheitsverzerrenden Pro-GEZ-Framingmanipulation auch nicht gerade "freiheitlich" zu nennen.

Die kümmerlichen Reste der ehemaligen (Informations)freiheiten im Internet sind aus vielerlei Richtung unter Beschuß.

Übrigens, werte CDU: Es solte jeder "Datenfachmann" aus einer Menge an Gmail-Adressen eher auf eine Affinität der Petenten zum Google-Subunternehmen Youtube schließen können. Das ist eine Plattform deren Nutzer von Uploadfiltern massiv beeinträchtigt werden. :P

Geht mal endlich auf´s Ganze !!!

Nach aktuellen Meldungen in Medien (focus, deutschlandfunk etc.) fällt unsere SPD nach Umfragen in der Wählergunst wieder ab und parallel wird hinter den Kulissen an der Fortsetzung der CDU-Herrschaft mit Unterstützung von FDP und Grünen gearbeitet.
Die SPD hat nun zwei Möglichkeiten: Sich der Erpressbarleit durch die CDU weiter hinzugeben und allenfalls kleine Brötchen zu Backen, sich dabei noch kleiner zu machen als sie es bis jetzt schon ist, oder endlich mutig ein ganzheitliches Konzept incl.Generationengerechtigkeit zu entwickeln mit Steuerreform, Bürgerversicherung und klarer Rahmenbedingungen für den Schutz unserer Lebensgrundlagen und Gesundheit , sowie der Stärkung kleineer Strukturen und maximalen Beiträgen von den Großverdienern und Big-Plaern aus d. Wirtschaft ! Es braucht ein mutiges,"rundes", nachvollziehbares Gesamtkonzept auch um den Zusammenhalt der Gesellschaft im Namen der Demokratie wieder herzustellen.
ZU verliern hat unsere SPD jetzt nichts mehr ! Si kann dadurch nur gewinnen,sekbst oder gerade wen die GROKO jetzt dadurch scheitert !
Die Jugend geht schon ! Jetzt sollten auch die Älteren den A....in der Hose haben !!!

Wenn nicht jetzt, wann dann ??!!

Gerade jetzt, angesichts dessen, dass die CDU gerade beim Klimaschutz unter Druck steht (die Grünen haben zigtausendfachen Mitgliederzuwachs auch im Osten) und die Jugend endlich weltweit und gerade auch Deutschland zu tausenden, wegen Klima- und Umweltignoranz der Politik, auf die Strasse geht, muss Umweltministerin Schulze ihr Klimaschutzgesetz und weitere wirksame Massnahmen durchsetzen. Ansonsten sollte die SPD die Groko aufkündigen und sich der breiten Protestfront anschließen. Tut sie dass nicht, wird sie dafür einen hohen Preis bezahlen, weil sie dann mit den ignoranten Klima- und Umweltverbrechern gleichgesetzt wird. Gerade die nachwachsende Generation hat als besonders betroffene Wählergruppe inzwischen ein gutes Gespür dafür entwickelt !

"Fridays for future"

"Fridays for future" Schulkinder zum Schuleschwänzen anzuhalten, halte ich für äußerst bedenklich. Für eine gute Sache können selbstverständlich auch Schüler demonstrieren, dann aber bitte in der Freizeit. So macht es mehr den Eindruck, als von Schulkinder für etwas mißbraucht werden, wenn das Schuleschwänzen noch beschönigt wird.

Können wir auch ganz anders sehen !!!

Wie lange wurde beklagt dass sich die "Jugend von heute" nicht mal mehr für ihre ureigenenen Belange interessiert, in der Schule allzuviel Bulimie-Lernen betreibt und sich zu wenig im politischen Betrieb und für die Gesellschaft engagiert.
Was jetzt passiert sollte als Mittel für zivilen Ungehorsam ähnlich wie das Streikrecht für gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer installiert werden.
Es geht um Aufmerjksamkeit für Belange in existentiellen Fragen und die erlangt mal nun vorwiegend mit zivilem Ungehosam !
Solche Aktionen sind wichtig gerade dann, wenn die politischen Institutionen nachweislich total versagen.
Es geht um nichts weniger als un unsere Existenzgrundlagen und den Erhalt der Demokratie.
Gibt es einen größeren für das Lehrpersonal als Schüler- und Schülerinnen die sich mutig und mit Elan für eine wichtige Sache engagieren. Denkbar wäre auch eine gewisse Zahl an Schultagen für solche Aktionen engagierter Schüler/innen "legal" zu installieren !

Freitage für die Zukunft

Liebe Karin
erinnere bitte die "Kinder" auch daran, daß sie sich Bahnsteigkarten besorgen...............und das Lampenputzen nicht vergessen !

Die Aktion "Friydays for

Die Aktion "Friydays for Future" ausgehend von von dieser Greta aus Schweden seh ich als ein Geschäftsmodell mit kindlicher Propaganda.
Die Kinder in den Schulen wurden wohl kaum von sich aus aktiv. Doch wohl eher nachdem mit täglicher medialer Beschallung nachgeholfen wurde. Die Welt spinnt doch, Kinder zu Wasserträgern geopolitischer Interessen einer neuen Energylobby zu machen. Klimapolitik hin und her, aber soll das etwa Seriösität sein, wenn Kinder dazu zweckentfremdet werden?
Ähnliches hatten wir doch schon, dass Kinder zu Propagandazwecken/Meinungsbildung eingesetzt werden. Man denke nur an das kleine syrische Mädchen, die in astreinem Englisch täglich die Welt über den bösen Assad informierte.
Ich denke, unseren Kindern sollte eher beigebracht werden, nicht jeder medialen Hype zu folgen.

Freitage für die Zukunft

Ich bleibe mal auf Deutsch. Deine jetzt geäußerten Bedenken kann ich nachvollziehen. Ja; schon der Titel in Inglish lässt einen Medienhype vermuten und die ganze Greta Propaganda.
Aber nachdem unsere verehrte Frau Merkel angemert hat die ganze Aktion wäre von "dem Russen" inszeniert.......(hat man uns früher auch immer nachgesagt).
Prinzipiell finde ich es gut daß junge Menschen sich für Umwelt,Frieden und Abrüstung stark machen. Ich hoffe, daß deine Befürchtungen sich nicht bestätigen, und wenn doch, daß sich daraus eine unabhängige Bewegung für die Zukunft, unabhängig vom Alter, bildet. Vielleicht bringen die Deutschländer auch mal was ohne Bahnsteigkarten zustande.

Der Handel mit

Der Handel mit Klimazertifikaten an der Börse funktioniert doch gut. Klima und Umwelt gehören untrennbar miteinander verbunden. Das haben wir doch früher in Bio schon gelernt, die Photosynthese. Hört man in der Kampagne vielleicht etwas davon?
Grundsätzlich finde ich es gut, wenn sich aufgeweckte Schüler/Kinder zu Wort melden. Aber man muss auch wissen, worum es eigentlich geht.