Rheinisch-Bergischer Kreis

Casting per Podcast: Fünf wollen für die SPD in den Bundestag

Jonas Jordan10. Februar 2021
Marcel Kreutz ist Vorsitzender der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis.
Marcel Kreutz ist Vorsitzender der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis.
Fünf Sozialdemokrat*innen wollen im Rheinisch-Bergischen Kreis für den Bundestag kandidieren. Damit die SPD-Mitglieder die Bewerber*innen trotz Corona-Pandemie besser kennenlernen können, hat der Vorstand eine Podcastreihe und eine Online-Diskussion auf die Beine gestellt.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Dann schicken sich in 299 Wahlkreisen sozialdemokratische Beweber*innen an, möglichst direkt ins Parlament einzuziehen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind bislang noch nicht nominiert worden. Das gilt auch für den oder die SPD-Bewerber*in im Wahlkreis 100, der den gesamten Rheinisch-Bergischen Kreis umfasst. Fünf Genoss*innen wollen in den Bundestag und den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner auf die Plätze zu verweisen.

Fünf wollen Lindner schlagen

Es sei von Vornherein eine bewusste Entscheidung gewesen, den oder die Kandidat*in für den Bundestag nicht in einer Vorstandsrunde zu bestimmen, berichtet der SPD-Unterbezirksvorsitzende Marcel Kreutz aus Bergisch Gladbach. Stattdessen habe der Vorstand alle Mitglieder angeschrieben und erfragt, wer sich eine Kandidatur vorstellen könne. Mit Guido Bach (Koch), Alexander Franzen (Ingenieur), Kastriot Krasniqi (Sozialversicherungsfachangestellter), Michael Zalfen (Betriebsratsvorsitzender) und Ute Stauer (Dozentin an einem Berufskolleg) meldeten sich fünf Interessent*innen.

„Wir haben uns dann gefragt: Wie kommen wir an die Leute ran? Wie schaffen wir es, denjenigen, der es wird, schon mal nach außen zu präsentieren?“, berichtet Kreutz von den Gedankengängen innerhalb des Vorstandes. Klassische Formate wie Neujahrsempfänge, Stadtteilfeste oder ähnliches fallen zurzeit pandemiebedingt aus. Die Genoss*innen kamen daher auf die Idee, einen Podcast zu starten und mit allen fünf potenziellen Bewerber*innen eine eigene Folge zu produzieren. Die Idee dazu hatte Ralph Liebig, stellvertretender Vorsitzender der SPD in Burscheid, der das Format bereits während seines Bürgermeisterwahlkampfes im September des vergangenen Jahres ausprobierte. „Er macht das auch echt gut“, lobt Kreutz.

Liebig stellte allen Bewerber*innen die gleichen Fragen, sprach mit ihnen über Infrastruktur, Klimawandel, Pflege oder Innere Sicherheit. „Wir haben versucht, eine möglichst entspannte Atmosphäre zu schaffen und allen viel Raum für ihre Antworten gegeben“, erzählt Kreutz, der seit November 2019 Unterbezirksvorsitzender ist. Fertig produziert waren die fünf Folgen kurz vor Weihnachten, sodass alle Genoss*innen im Rheinisch-Bergischen Kreis die Zeit über den Jahreswechsel entspannt nutzen konnten, um die fünf Kandidat*innen besser kennenzulernen.

Podiumsdiskussion auf Youtube

Direkt auf den Zahn fühlen konnten sie Bach, Franzen, Krasniqi, Zalfen und Stauer dann zu Beginn des neuen Jahres. Denn am 13. Januar veranstaltete die SPD mit allen Bewerber*innen eine Podiumsdiskussion – natürlich ohne Publikum vor Ort – die live auf YouTube übertragen wurde. „Sie zu Hause haben heute viele Möglichkeiten: Sie können zusehen, Sie können zuhören, Sie können sich an der Diskussion beteiligen, Kommentare abgeben und Fragen stellen“, sagte Kreutz an dem Abend zur Einleitung der Debatte, die von seinen beiden Stellvertreter*innen Heike Engels und Simon Dannhauer moderiert wurde. Mehr als 100 Personen schauten in der Spitze an diesem Abend zu.

Die Diskussionsrunde war bewusst auf eine Stunde festgelegt. Doch weil in dieser Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden konnten, veranstalteten die Sozialdemokrat*innen eine weitere Zoom-Konferenz. Gekürt werden soll der oder die Kandidat*in für den Bundestag schließlich am 13. März während einer Delegiertenversammlung. Wer auch immer dann das Rennen macht, Kreutz ist zufrieden: „Es ist gerade ein bisschen learning by doing, was wir machen, aber das macht auch einfach Spaß. Wir waren mit unserem Ergebnis bei der Kommunalwahl im September nicht zufrieden. Deswegen verlangen es die Zeiten, dass wir unsere Maßnahmen ganz gehörig verändern.“

weiterführender Artikel