Neumitglieder

Nach der Bundestagswahl: SPD verzeichnet erneute Eintrittswelle

Paul Starzmann25. September 2017
Schöne Überraschung nach der Niederlage bei der Bundestagswahl: in den ersten Stunden nach Bekanntgabe des Ergebnisses traten 1200 Menschen neu in die SPD ein.
Schöne Überraschung nach der Niederlage bei der Bundestagswahl: in den ersten Stunden nach Bekanntgabe des Ergebnisses traten 1200 Menschen neu in die SPD ein.
Die SPD hat die Bundestagswahl verloren – aber offenbar nicht an Attraktivität für Neumitglieder. Rund 1200 Menschen haben seit Sonntagabend einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Ein Grund könnte auch der Wahlerfolg der AfD sein.

Es ist eine schöne Überraschung nach der Wahl: Die SPD hat die Bundestagswahl verloren – und seither mehr als 1000 neue Mitglieder gewonnen. Seit Sonntagabend sollen nach vorwärts-Informationen rund 1200 Anträge auf Mitgliedschaft in der Parteizentrale eingegangen sein.

Die SPD wächst stündlich

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die SPD einen deutlichen Zuwachs an Mitgliedern verbuchen kann. Schon im Frühjahr gab es eine Welle an Parteieintritten: Nach der Bekanntgabe am 24. Januar, dass Martin Schulz als Kanzlerkandidat antreten würde, traten binnen vier Wochen 10.000 Menschen in die SPD ein.

Jetzt scheint sich die Eintrittswelle zu wiederholen. Die Anzahl der eingegangenen Mitgliedschaftsanträge übersteigt sogar die „Schulz-Woche“ vom Anfang des Jahres. Damals hatte die SPD innerhalb von wenigen Tagen rund 500 Neumitglieder verbucht – jetzt wollten in nur wenigen Stunden mehr als doppelt so viele Menschen eintreten.

Run auf die Parteibücher

Es scheint sogar einen richtigen Run auf die Parteibücher zu geben: Am Montagmorgen um kurz nach neun Uhr hatte SPD-Chef Martin Schulz in einer Pressekonferenz im Willy-Brandt-Haus noch von 975 neuen Anträgen gesprochen. Nur zwei Stunden später twitterte Fraktionschef Thomas Oppermann aus der Sitzung des Parteivorstands die Zahl 1200. Das sind mehr als 100 Neumitglieder pro Stunde.

Anfang des Jahres wurde der sprunghafte Anstieg der Mitgliederzahlen dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz zugeschrieben. In der SPD gab es damals eine zuvor kaum gekannte Aufbruchsstimmung, die viele als „Schulz-Hype“ beschrieben.

Reaktion auf das Erstarken der AfD?

Allerdings werteten viele Beobachter die Eintrittswelle im Frühjahr auch als Reaktion auf das Erstarken des Rechtspopulismus – auf das Brexit-Votum im Sommer 2016 und den Wahlsieg Donald Trumps, der im Januar 2017 als US-Präsident vereidigt wurde.

So gesehen könnte die erneute Eintrittswelle seit dem Wahlabend eine Reaktion auf die 12,6 Prozent für die AfD bei der Bundestagswahl sein. Getreu der Botschaft, die Martin Schulz noch am Wahlabend ausgegeben hatte: „Wir sind das Bollwerk der Demokratie!“

SPD-Mitglied werden

Wer selbst in die SPD eintreten möchte, kann das hier.

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Kommentare

Genau richtig! Oder?

Vor wenigen Minuten habe ich per Kontaktformular an den Vorstand geschrieben. Das erschien mir für meine Frage erstmal als der beste Anlaufpunkt. Die Frage lautete: Warum sollte ich jetzt SPD Mitglied werden? Wird sich denn etwas ändern? Oder bleibt es doch auch nur bei einem einfachen "Wir müssen weiter so sein, wie wir sind!"? Das wäre doch völlig falsch. (Und übrigens, Sparkassenangestellte sind nicht die Zielgruppe, für die man zuallererst etwas tun müsste.)

Ich will mitmachen!

Bitte überzeugt mich. Sonst gehe ich zur Linkspartei. Die haben wenigstens konkrete Ideen, mit ganz konkreten Ideen zur Umsetzung.

Frage an den Vorstand von Benjamin

Guten Abend,
ich kann mich nur Benjamin anschließen. Ich habe die Befürchtung es wird sich nichts in der SPD ändern. Es gibt keine konkreten Aussagen, wie man in Zukunft die Partei neu ausrichten will. Sie muss moderner daher kommen. Ich finde, Sie ist in ihren Strukturen veraltet. Wer soll einer Riege von Funktionären die zw. 55- 70 Jahre alt sind, die Aufgaben wie Digitalisierung, Bildung( da wird seit Jahren debattiert) o. a. zu bewältigen hat, abnehmen das Sie das schafft? Es müssen neue unverbrauchte Köpfe in die erste Reihe, um einen Neuanfang starten zu können. Da würden mir einige Kandidaten bzw. Kandidatinnen einfallen. Ich würde gerne in die SPD eintreten aber ohne Kernaussagen und ohne echte Erneuerung?

Benjamins Frage

Eine echte Erneuerung braucht Zeit und viel frisches Blut, darum wäre es toll, wenn Ihr eintreten würdet. Die Genossinnen und Genossen, die diese Erneuerung vorantreiben wollen und dazu schon konkrete Vorschläge vorbereitat haben, findet Ihr unter anderem hier: https://spdplusplus.de

Eine persönliche Anmerkung: Ich finde nach den ersten Personalentscheidungen nicht, dass die SPD an einer "Riege von Funktionären die zw. 55- 70 Jahre alt sind" festhält. Andrea Nahles ist 47, Carsten Schneider 41. Das ist doch schonmal vergleichsweise jung.

Danke

Hallo Ruth,

herzlichen Dank für den Link!

Politische Bildung

Solange diese in der Privat-Hand bleiben , wird sich nicht viel ändern: der weltweit agierenden Nachrichtenagenturen, der multinationalen PR-Konzerne zumeist aus Amerika, der Zeitungen in D. überwiegend in Milliardärshänden und der Talkshows mit ModeratorInnen mit ihren millionenschweren eigenen Medienunternehmen. Die einzige Chance sehe ich im Internet. Bündnisse mit der Vielzahl von "linken" Angeboten.

GroKo-Funk

Ohne breiteste öffentlich-rechtliche Unterstützung a la Schulz-Hype wäre die hiesige 'Sozialdemokratie' auf polnischem Niveau. Die Zwangsfinanzierung des milliardenschweren GroKo-Funks und Dauerbeschallung der weitreichenden Presse mit SPD-Beteiligung (Madsack usw usw) war am Ende immerhin zumindest kontraproduktiv.

Leute wie Özeguz, Schwesig,

Leute wie Özeguz, Schwesig, Stegner, Maas, Kahane, Mielke… hat es immer gegeben und wird es immer geben. Und diese Leute wissen seit der letzten Bundestagswahl, dass ihren Maasgaben mehr Nachdruck verliehen werden muss.

Neues Parteimitglied

Guten Morgen zusammen,

auch ich gehöre zu den 1200 neuen Mitgliedern.
Ich freue mich ein Teil davon zu sein schaue gespannt in die Zukunft unserer Partei.