Parlamentsentscheidung

Bundestag: Organspende nur bei Zustimmung der Spender

Lars Haferkamp16. Januar 2020
Keine Organspende ohne ausdrückliche Zustimmung des Spenders: Das hat der Bundestag am 16. Januar 2020 beschlossen.
Keine Organspende ohne ausdrückliche Zustimmung des Spenders: Das hat der Bundestag am 16. Januar 2020 beschlossen.
Nur wer freiwillig und ausdrücklich seine Bereitschaft zur Organspende erklärt, kommt als Spender in Frage. Das hat der Bundestag beschlossen. Der Versuch, alle Bürger zu potentiellen Spendern zu machen, es sei denn sie widersprechen, ist damit gescheitert.

Der Bundestag hat entschieden: Für eine Organspende in Deutschland bleibt weiter die freiwillige und ausdrückliche Zustimmung der Spender nötig. Das Parlament votierte damit für den Gruppenantrag der Abgeordneten, die eine entsprechende „Entscheidungslösung“ ins Parlament eingebracht hatten. Für diese erweiterte Zustimmungslösung bei Organspenden stimmten 382 Abgeordnete, 261votierten dagegen, 28 Parlamentarier enthielten sich.

Bürger werden regelmäßig nach Organspende gefragt

Der Beschluss sieht konkret Folgendes vor: Um die Zahl der Spender zu erhöhen, werden die Bürger künftig mindestens alle zehn Jahre beim Abholen ihres Personalausweises auf das Thema Organspende angesprochen. Sie werden dabei auch auf die Möglichkeit hingewiesen, ihre Entscheidung in ein neues zentrales Online-Register eintragen zu lassen. Auch Hausärzte werden ihre Patienten künftig regelmäßig über Organspenden informieren.

Der parlamentarische Gegenantrag für eine „doppelte Widerspruchslösung“ wurde im Bundestag abgelehnt. In namentlicher Abstimmung votierten 379 Abgeordnete gegen diese Lösung, 292 Parlamentarier unterstützten sie, 3 enthielten sich. Nach dieser Widerspruchslösung wären alle Bürger automatisch potentielle Organspender geworden, es sei denn, sie oder stellvertretend ihre Angehörigen hätten dem widersprochen. Diesen Plan hatte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt – vergeblich.

Deutschland hat zu wenig Organspenden

Gemeinsames Ziel beider Anträge aus dem Parlament ist eine deutliche Erhöhung der in Deutschland sehr niedrigen Zahlen von Organspenden. In der Bundesrepublik ist deren Zahl um ein Drittel niedriger als in den Nachbarländern. Jedes Jahr sterben etwa 2.000 Menschen in Deutschland, weil für sie kein Spenderorgan zur Verfügung steht.

Im Bundestag gab es für die Abstimmung am Donnerstag keine Empfehlungen der jeweiligen Fraktionen. Die beiden Gruppenanträge waren fraktionsübergreifend von mehreren Bundestagsabgeordneten erarbeitet worden. Für den nun angenommenen Antrag zur „Entscheidungslösung“ hatte sich unter anderem die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis stark gemacht, für die abgelehnte doppelte „Widerspruchslösung“ ihr Fraktionskollege Karl Lauterbach.

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Kommentare

Sterbefälle

Im Jahr 2016 starben in Deutschland 910.902 Bürger.

Wir Menschen sterben, weil wir sterblich sind.

Ungeachtet der juristischen

Ungeachtet der juristischen Belange muss man die Sache immer von zwei Seiten betrachten nämlich des Spenders und des Empfängers. Verständlich ist, dass sich Schwerkranke, die mit einem Spenderorgan geholfen wäre, Hoffnungen machen, mit dem neuen Organ weiterleben zu können.Mit Blick auf den Spender muss berücksichtigt werden, dass Orange nur einem noch lebenden Körper, wenn auch mit Hilfe Maschinen von Maschinen, entnommen werden können. Zwar muss zuvor der Hirntod festgestellt werden. Die Feststellung treffen auch nur Ärzte/Menschen. Organe sind nebenbei auch ein lukratives Geschäft.Bevor über das Thema nochmals diskutiert wird, sollten die Praktiken der Entnahme, die Verteilung der Organe und auch die Frage in den Raum gestellt werden, in wie vielen Fällen die Organübertragung denn überhaupt klappt, also das Spenderorgan angenommen wird.Ferner ist über die Situation der Angehörigen des Spenders Sorge zu tragen, die einen ausgeweideten Toten beerdigen müssen. Wie gehen die damit um.Herr Spahn hätte m.E. vorrangig wichtigere Aufgaben zu erledigen, nämlich die Versorgung der Bevölkerung mit gängigen Medikamenten. DE war einst die Apotheke der Welt, jetzt ist vieles nicht verfügbar.