Enttäuschung nach Bologna-Konferenz

Bildungsstreik geht weiter!

Jana Günther17. Mai 2010

Reformen brauchen Zeit. Doch bei der
Bologna Reform fragen sich mittlerweile viele hochschulpolitische Akteure ob was lange währt, auch endlich gut
wird. Viele Studierende im gesamten Bundesgebiet hatten von dem Gerede um Akkreditierung, Creditpoints, Workload und Employability letztendlich genug. Sie besetzten schon im "Heißen Herbst 2009"
kurzerhand ihre Universitäten. Der kontinuierliche Protest zeigte seine Wirkung. Die Bologna-Konferenz im Mai 2010 sollte nicht zuletzt auf Forderungen der Studierenden eingehen.

Doch die Erwartungen wurden nicht erfüllt. "Keine klare Verteilung von Zuständigkeiten und auch keine tiefgreifenden Fortschritte bei der Reform von Bologna", zeigt sich Erkan Ertan vom
Bundesvorstand der
Juso-Hochschulgruppen von der heutigen Bologna-Konferenz enttäuscht. "Dies kann nur der Anfang eines Prozesses sein. Wir brauchen eine
Ausfinanzierung der Hochschulen, den Master für alle sowie einen konsequenten Ausbau der Mitbestimmung von Studierenden", so Ertan weiter.

Klare Worte findet Anja Graf-Gadow vom
fzs. Schon ein durchlässigerer Zugang zum Studium muss möglich sein, das heißt beim BaföG muss nachgesteuert werden. Ein nationales Stipendienprogramm ist
sicherlich keine alleinige Antwort auf die derzeitige soziale Schieflage in den Hochschulen.

Jakob Lohmann und Hannah Eberle, aktiv im
bundesweiten Bildungsstreikbündnis, sehen in den Bildungsgipfeln keinesfalls die Lösung der aktuellen Probleme im Bildungsalltag von Studierenden.
"Mehr Flexibilität" muss her und ein weniger starres Studienprogramm. Sie zeigen sich optimistisch für weitere Proteste und Aktionen am 09. Juni, an denen auch Auszubildende und Schüler beteiligt
werden sollen. "Damit etwas passiert, muss der Bildungsstreik weitergehen," so meint
Erkan Ertan abschließend.

Was die Studierenden wollen:

Das Video in HD auf YouTube.

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