Helene-Weber-Preis

Annkathrin Wulff: Pforzheimer SPD-Kommunalpolitikerin mit Auszeichnung

Jonas Jordan11. August 2020
Annkathrin Wulff ist SPD-Kommunalpolitikerin in Pforzheim.
Annkathrin Wulff ist SPD-Kommunalpolitikerin in Pforzheim.
Seit der Kommunalwahl 2019 sitzt Annkathrin Wulff für die SPD im Pforzheimer Stadtrat. Nun wird die Berufsschul- und Gymnasiallehrerin für ihr gleichstellungspolitisches Engagement mit dem Helene-Weber-Preis ausgezeichnet.

Eigentlich wurde Annkathrin Wulff die Kommunalpolitik gewissermaßen in die Wiege gelegt. Schon ihre Eltern waren kommunalpolitisch für die SPD aktiv und vermittelten der Berufsschul- und Gymnasiallehrerin früh ein Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement: „Sie haben mir das schon immer vorgelebt“, sagt Wulff. Insoweit erscheint es nur folgerichtig, dass sie seit der Kommunalwahl 2019 für die SPD im Pforzheimer Stadtrat sitzt.

Seit 2005 in der SPD engagiert

Ihren Weg zur Partei fand Wulff schon deutlich früher. Bereits 2005 trat sie in die SPD ein und engagiert sich seit 2013 in Pforzheim und darüber hinaus für die Sozialdemokratie. Zeitweise war sie stellvertretende Landesvorsitzende der Jusos in Baden-Württemberg, Delegierte zum SPD-Bundesparteitag und mehr als ein Jahr lang Vorsitzende des Pforzheimer SPD-Kreisverbandes. In diese Zeit fiel auch die Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Nachdem ihr Listenplatz fünf Jahre zuvor noch nicht ausgereicht hatte, schaffte sie diesmal als eine von zwei sozialdemokratischen Frauen den Sprung in die SPD-Fraktion und damit ins Parlament.

Dort ist Wulff inzwischen stellvertretende Sprecherin für die SPD. Für ihr kommunalpolitisches Engagement erhält sie in diesem Jahr den Helene-Weber-Preis. Dieser wird an Kommunalpolitikerinnen verliehen, die sich besonders für Gleichstellung und Diversität stark machen. Vorgeschlagen waren 66 Frauen, den Preis bekommen 15. „Ich war gerade auf einem Spaziergang, als der Anruf kam. Ich hatte gar nicht damit gerechnet. Das hat mir natürlich den Abend versüßt“, berichtet Wulff von dem Moment, in dem sie von ihrer Auszeichnung erfuhr.

Auszeichnung dank Katja Mast

Vorgeschlagen hatte sie die Pforzheimer Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Katja Mast, die mit Wulff schon lange in Pforzheim und dem Enzkreis zusammenarbeitet. Nach der Verkündung gratulierte die Bundestagsabgeordnete: „Das freut mich sehr. Annkathrin Wulff gibt sehr viel für unsere Demokratie, Gerechtigkeit und Gleichstellung. Sie zeigt: Politik ist keine Männerdomäne. Sie zeigt, dass Politik Spaß macht. Sie hat immer das Wir im Blick. Sie ist die erste Pforzheimerin, die diesen Preis erhält.“

Auch Johanna Kirsch, die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Pforzheim, ist voll des Lobes für Wulff: „In den letzten Jahren habe ich viel von Annkathrin lernen können. Sie war mir immer eine große Stütze und eine Vertreterin der Frauenrechte – in Pforzheim und in ganz Baden-Württemberg. Die Ehrung hat genau die richtige Frau erreicht.“

Genug Zeot zur Selbstverwirklichung

So ist Wulff beispielsweise im Frauenbündnis Pforzheim aktiv. „Gleichstellung ist in meiner politischen Arbeit immer ein wichtiges Thema“, betont sie. Im Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung ist sie die einzige Stadträtin. Dort setzt sie sich umso mehr unter anderem dafür ein, dass die Interessen von Frauen auch bei diesen Themen nicht im Hintergrund verschwinden. Ihr ist es darüber hinaus insgesamt wichtig, die Repräsentation von Frauen zu verbessern und ein stärkeres Bewusstsein für Gleichstellungspolitik zu schaffen.

Im Zentrum steht für Wulff neben guter Bildung und aktiver, gewissenhafter Gestaltung der Digitalisierung das Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt. „Jeder braucht genug Zeit für seine Selbstverwirklichung“, sagt sie und fordert daher, insbesondere für Frauen mehr Freiräume zu schaffen. Über Möglichkeiten und unterschiedliche regionale Konzepte in diesem Bereich will sie sich auch im Rahmen des Netzwerkes, das der Helene-Weber-Preis bietet, mit anderen Kommunalpolitikerinnen austauschen und Positivbeispiele sammeln.

„Ich möchte unsere Partei als Familie begreifen“

Zugleich wirbt sie für mehr kommunalpolitisches Engagement, insbesondere auch von Frauen. Denn für Wulff ist Politik mehr als nur ein Ehrenamt. „Ich mache es aus Leidenschaft. Wenn wir eine Ortsvereinssitzung haben, treffe ich dort auch viele Freunde. Ich möchte unsere Partei in Pforzheim gerne als eine Art Familie begreifen, mit vielen Gesichtern, die für die SPD wahrgenommen werden.“

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