„vorwärts“-Podcast „SPDings“

Anne Bressem: Warum diese Soldatin für die SPD in den Bundestag will

Jonas Jordan16. September 2021
Anne Bressem ist in Thüringen SPD-Bundestagskandidatin.
Anne Bressem ist in Thüringen SPD-Bundestagskandidatin.
Anne Bressem ging 2001 als Soldatin der ersten Stunde zur Bundeswehr. Nun will sie für die SPD in den Bundestag. Warum sie dabei zunehmend optimistischer wird und was das mit einer Badeente zu tun hat, erzählt sie in unserer neuen Podcast-Folge.

Achtmal in Folge gewann die CDU seit 1990 im Bundestagswahlkreis 189 das Direktmandat. Er umfasst die Landkreise Nordhausen, Eichsfeld und den Kyffhäuserkreis. Doch bei der Wahl am 26. September könnte sich ändern. Anne Bressem hat gute Chancen, den Wahlkreis für die SPD zu erobern. Das prognostizieren gleich mehrere Umfrageinstitute. „Ich war einfach geflasht von der Zustimmung“, berichtet die 38-Jährige in der neuen Folge des „vorwärts“-Podcasts „SPDings“ davon, wie sie im Oktober mit einer Zustimmung von 94 Prozent als Kandidatin nominiert wurde.

Dabei blickt Bressem nicht auf eine klassische Parteikarriere zurück. Das war zunächst aus zeitlichen Gründen auch gar nicht möglich. 2001 trat sie in die SPD ein. In dem Jahr machte sie Abitur und ging zur Bundeswehr, als eine der ersten Soldatinnen überhaupt. Durch die vielen Standortwechsel sei ein politisches Engagement nicht machbar gewesen, sich nachhaltig in einem Ortsverein zu engagieren, berichtet sie. Inzwischen hat sich das geändert. Heute ist sie SPD-Ortsvereinsvorsitzende, seit 2019 auch kommunalpolitisch aktiv, im Kreistag und als Stadträtin, dort auch Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Nun folgt mit der Bundestagskandidatur ein weiterer Schritt in ihrer politischen Karriere. „Ich brenne dafür und es war für mich nur ein logischer Schluss, auch aus einem Gefühl der Verantwortung heraus. Als Ortsvereinsvorsitzende hatte ich zwei Möglichkeiten: Ich kann nach Kandidaten suchen oder ich gehe selber in die Bütt“, erzählt sie. Wenige Tage vor der Wahl sagt Bressem: „Jetzt steigt meine Aufregung. Ich bleibe sehr bescheiden bis zum 26. September, weil ich schon viele Wahlkämpfe miterlebt habe, aber ich habe jetzt ein wenig Gänsehaut, weil ich es mir vorher gar nicht hätte vorstellen können, einen so konservativen Wahlkreis zu drehen. Ich habe das Gefühl, dass uns die Menschen als Aufbruch in eine bessere Zeit wahrnehmen. Das macht mich unfassbar stolz.“

weiterführender Artikel