Satire-Aktion

„Aktenordner für Dänemark“: AfD zeigt sich humorlos

Robert Kiesel21. Dezember 2016
Aktenordner für Dänemark
Ob sich die Dänen darüber freuen? Im Netz sorgt die Satire-Aktion „Aktenordner für Dänemark“ für einigen Wirbel.

Eine Kooperation mit bnr.de

Es war der Renner im Netz: Unter dem Phantasienamen „Aktenordner für Dänemark“ blockierten zahlreiche User mögliche Domains der AfD im Netz. Die reagiert spaßbefreit.

Was als Satire-Aktion begann und im November für Schlagzeilen sorgte, droht für einzelne Aktivisten nun richtig teuer zu werden. Sie hatten gezielt die Web-Domains möglicher AfD-Ortsverbände blockiert. Statt den Seiten der Rechtspopulisten fanden User unter Adressen wie www.afd-menden.de Aufforderungen zur Spende von Aktenordnern für Dänemark. Auch auf Facebook entstanden Dutzende Ableger der Aktion, vorwärts.de berichtete.

Abmahnwelle gegen „Aktenordner für Dänemark“

Die AfD selbst reagiert auf ihre Weise. Laut „Endstation rechts“ fordert die Partei mithilfe einer in Köln ansässigen Anwaltskanzlei systematisch eine Freigabe der blockierten Domains. Eines der Anwaltsschreiben hat der Blogger Ulrich Berens im Internet veröffentlicht. Darin wird Berens aufgefordert, die von ihm blockierte Domain www.afd-nordschwaben.de freizugeben. Wegen der „Verletzung der Namensrechte“ sowie des sogenannten „Domainsgrabbings“ soll Berens der Kanzlei 1.832 Euro überweisen. Auch andere Aktivisten der Initiative „Aktenordner für Dänemark“wurden in gleicher Art und Weise abgemahnt.

Die Schreiben zeigen Wirkung: So hat mittlerweile auch Sebastian Meisterjahn die von ihm blockierten Domains freigegeben. Der SPD-Ratsherr aus Menden gilt als einer der Gründer der Aktion. Er generierte auf den von ihm blockierten Seiten in Hochzeiten bis zu 20.000 Klicks am Tag, die Facebook-Seite seiner satirischen Sammel-Initiative wurde bislang von mehr als 1.300 Usern geliked. Tatsächlich gingen ganze Kartons voller Aktenordner bei dem 35-Jährigen ein.

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