Instagram-Gespräch

69 statt 9-Euro-Ticket: Warum SPD-Chefin Esken den Vorschlag ablehnt

Benedikt Dittrich04. August 2022
SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken am 1. Mai 2022 in Bergkamen (NRW).
SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken am 1. Mai 2022 in Bergkamen (NRW).
Einfach soll es sein, aber auch bezahlbar bleiben – so stellt sich die SPD-Parteivorsitzende die Nachfolge des 9-Euro-Tickets vor. Einem Vorschlag erteilt sie deswegen im Gespräch eine Absage.

Nein, 69 Euro hält Saskia Esken für zu teuer. Ein bundesweites Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr dürfe aus ihrer Sicht zwar durchaus mehr als 9 Euro kosten, sagt die SPD-Vorsitzende im Instagram Live-Gespräch mit dem „vorwärts“, 69 sollten es aber eben nicht sein. „Das ist natürlich für die mit kleinem Geldbeutel ein zu hoher Preis“, sagt sie. Vorgeschlagen hatte diesen Preis der Verband der Verkehrsunternehmen VDV.

Mit der Skepsis ist Esken hingegen nicht allein, selbst das FDP-geführte Verkehrsministerium reagierte im Juli zurückhaltend auf den Vorschlag, verwies auf die noch bevorstehende Auswertung des 9-Euro-Tickets, das Ende August ausläuft. Für die SPD gehört das 9-Euro-Ticket hingegen schon jetzt mit zu den größten Entlastungs-Erfolgen. „Es haben sehr viele sehr positiv darüber gesprochen“, freut sich Esken auch jetzt noch darüber, „auch wenn die Bahnen teilweise sehr voll waren, gerade in den Urlaubsregionen“. Ein Hauptgrund für den Erfolg ist aus ihrer Sicht, neben dem günstigen Preis: Das Ticket war unkompliziert und gut zugänglich: „Deutschland kann auch einfach, das war die Nachricht“, so Esken.

„Wir können eine andere Lösung finden“

So einfach – ein Monatsticket, bundesweit gültig im gesamten öffentlichen Nahverkehr – würde sie es gerne auch künftig halten. Nur eben nicht für einen Preis von 69 Euro. Auch wenn Esken selbst sich auch darüber im klaren ist, dass 9 Euro nicht ausreichen dürften. „Da können wir eine andere Lösung finden“, ist sie überzeugt. Im Gespräch sind einigen Wochen bereits mehrere Vorschlage, auch die Idee eines 365-Euro-Tickets erlebt eine Renaissance.

SPD-Verkehrsexperte Detlef Müller hatte gegenüber dem „vorwärts“ auch bereits durchblicken lassen, dass eine Anpassung der Regionalisierungsmittel eine Möglichkeit sein könnte – er betonte im Gespräch auch die dringend notwendigen Milliarden für die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere des Schienennetzes.

(Zum ganzen Gespräch mit SPD-Fraktionsvize Detlef Müller)

Welche Entlastungen sich die SPD-Vorsitzende für die Zukunft noch vorstellen kann, ihre Kritik an einer höheren Pendlerpauschale und an welcher Maßnahme bei steigender Inflation und hohen Energiekosten jetzt kein Weg mehr dran vorbei führt: Das alles im Live-Gespräch mit Saskia Esken:

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Kommentare

es reicht nicht Frau Esken

es reicht nicht Frau Esken einen Vorschlag abzulehnen, es wäre schon mal gut zu erfahren , wie eine zukünftige Alternative der SPD aussieht.

übrigens die Grünen haben

übrigens die Grünen haben schon einen Vorschlag für die Nachfolgeregelung aus Tasche gezogen und schon haben sie erreicht das jede Reglung mit ihrem Namen verbunden ist. Haben wir als SPD auf soviel Interessen Rücksicht zu nehmen, das wir aus Angst vor einer Vorreiterrolle hinter Nichtstun verstecken. Die Menschen im Land lechzen nach einer attraktiven Nachfolgereglung des 9 Euro Ticket, die auch den Namen verdient