Kommunalwahl

Nach 18 Jahren: Ulrich Maly kandidiert nicht erneut als Nürnberger Oberbürgermeister

Kai Doering11. März 2019
Nach 18 Jahren an der Stadtspitze soll Schluss sein: Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly tritt nicht für eine vierte Amtszeit an.
Nach 18 Jahren an der Stadtspitze soll Schluss sein: Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly tritt nicht für eine vierte Amtszeit an.
Deutschlands beliebtester Oberbürgermeister hört auf. Am Montag gab Ulrich Maly bekannt, dass er im kommenden Jahr nicht erneut für die SPD bei der Oberbürgermeisterwahl in Nürnberg antritt. Aus seiner Partei gab es großes Bedauern, aber auch viel Verständnis.

Für die Oberbürgermeister-Wahl im kommenden Jahr muss sich die SPD Nürnberg einen neuen Kandidaten suchen. Amtsinhaber Ulrich Maly teilte am Montag mit, er habe sich „nach reiflicher Überlegung“ dazu entschieden, im März 2020 nicht erneut zu kandidieren. In einer Erklärung, die die Nürnberger SPD u.a. auf ihrer Facebookseite verbreitete, begründet Maly den Schritt damit, dass er nach drei Amtszeiten 18 Jahre als Oberbürgermeister fungiert habe.

Maly: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Stabwechsel

„Menschen in Nürnberg müssen schon deutlich in den späten Zwanzigern sein, um sich überhaupt noch an einen anderen Oberbürgermeister erinnern zu können. Deshalb ist dieser Entschluss auch das Ergebnis einer kritischen Selbstreflexion“, so Maly. Bevor er im Jahr 2002 erstmals zum Oberbürgermeister gewählt wurde, war der 59-Jährige bereits sechs Jahre Kämmerer der Stadt Nürnberg. Im vergangenen Jahr hatte eine Umfrage ergeben, dass er Deutschlands beliebtester Oberbürgermeister ist.

„Die Frage nach einer erneuten, dann vierten Kandidatur stellt sich auch nicht nach der Fitness am Wahltag im März 2020, sondern danach, was 2025 oder 2026 sein wird. Habe ich da noch die nötige Frische, mich inhaltlich für unsere Stadt täglich neu zu erfinden? Oder weiß ich eh alles besser?“, schreibt Ulrich Maly in seiner Erklärung. Auch wolle er mit seinem Verzicht auf eine erneute Kandidatur einen „Generationenwechsel“ einleiten. „Meine gute alte SPD wird mit einer neuen verjüngten Aufstellung ihre gute und erfolgreiche Arbeit für Nürnberg fortsetzen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Stabwechsel ist, schon weil ich mir sicher bin, dass 2026 auf jeden Fall zu spät ist.“

Ein herausragender Kopf für die bayerische und die Bundes-SPD

Malys Schritt löste in der SPD großes Bedauern aus. „Er ist für mich nicht nur ein hervorragender OB, sondern ein enger Vertrauter und auch Freund – und seine Entscheidung kann ich nachvollziehen und respektiere ich zutiefst. Aber zur Ehrlichkeit gehört, dass ich es auch bedaure“, schrieb die bayerische SPD-Vorsitzende Natascha Kohnen auf Twitter.

Ihr Generalsekretär Uli Grötsch twitterte: „Schade, dass er aufhört, das waren extrem gute und erfolgreiche Jahre! Name und Politik von Uli Maly wird wohl für immer mit der Stadt Nürnberg verbunden bleiben.“ Sein Fürther Amtskollege Thomas Jung lobte: „Ulrich Maly war ein herausragender Kopf für die bayerische und auch für die Bundes-SPD, sowohl intellektuell, als auch was die Nähe zur Bevölkerung betrifft.“

Nürnberger SPD will „zeitnah“ Nachfolger präsentieren

Obwohl die Nürnberger SPD Malys Entscheidung schwer trifft, erhält er auch von hier großes Verständnis. „Diese Entscheidung ist zweifelsohne ein großer Einschnitt für die Stadt und unsere Partei und die Fraktion“, sagte die Vorsitzende der Stadtratsfraktion Anja Prölß-Kammerer. „Die Gründe für seine Entscheidung kann ich – auch wenn es mir natürlich schwerfällt – dennoch nachvollziehen.“

Nürnbergs SPD-Chef Thorsten Brehm betonte: „Die Nürnberger SPD wäre gerne mit ihm als Spitzenkandidaten in die Kommunalwahl 2020 gegangen.“ Man werde nun in den kommenden Tagen „viele Gespräche führen und dann zeitnah bekanntgeben, wer sich um den Platz 1 auf der SPD-Liste bewirbt“.

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Kommentare

Neue Ambitionen ?

Sicher könnte die Bundespolitik erfolgreiche Politiker/innen mit derart bürgernaher Berufs-Vita in hohem Maße gut gebrauchen !
Vielleicht hat ja Genosse Ulrich Maly noch Zeit und Nerven für solche Ambitionen?