Vergessene Sozialdemokraten

175. Geburtstag: Erinnerung an Paul Singer

Kai Doering16. Januar 2019
Ehrung zum 175. Geburtstag: SPD-Parteivorstand und Paul-Singer-Verein legten am Grab Singers Kränze nieder.
Ehrung zum 175. Geburtstag: SPD-Parteivorstand und Paul-Singer-Verein legten am Grab Singers Kränze nieder.
Am 16. Januar wäre Paul Singer 175 Jahre alt geworden. Obwohl er die SPD entscheidend prägte, kennen ihn heute nur noch wenige. Das soll sich nun ändern.

Unternehmer, Jude, Reichstagsabgeordneter und Mitbegründer der SPD: Paul Singer war vieles. Und doch ist der am 16. Januar 1844 in Berlin geborene Kaufmannssohn heute weit weniger bekannt als etwa August Bebel, mit dem er von 1892 bis zu seinem Tod 1911 die SPD führte. In einem Artikel anlässlich Singers 105. Todestag 2016 bezeichnete ihn der „vorwärts“ daher als „fast vergessenen Helden der Sozialdemokratie“.

Die Erinnerung an Paul Singer wachhalten

Grab von Paul Singer

„Ich habe nie verstanden, warum Paul Singer so in Vergessenheit geraten ist“, sagt Roland Klapprodt. Der Sekretär des SPD-Parteivorstands steht am Mittwochvormittag auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichfelde. Singer ist hier, nur wenige Meter entfernt von den Gräbern von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und anderen, in der „Gedenkstätte der Sozialisten“ beigesetzt.

An diesem Tag wäre Paul Singer 175 Jahre alt geworden. Der SPD-Parteivorstand und der Berliner Paul-Singer-Verein, der sich die Demokratieförderung auf die Fahnen geschrieben hat, haben deshalb Kränze geschickt. „Es ist wichtig, die Erinnerung an Paul Singer wachzuhalten“, sagt Roland Klapprodt. Singer habe seinen „privilegierten Status“ als Mäntelfabrikant genutzt, um die Situation für die Armen zu verbessern. Das müsse auch Richtschnur der heutigen SPD-Politik sein, meint Klapprodt.

Singer soll wieder bekannter werden

„Paul Singer darf als prägende Figur der SPD nicht in Vergessenheit geraten“, findet auch Frank Lewitz. Er ist Vorsitzender des Paul-Singer-Vereins und hat die Anregung für die Kranzniederlegung zu Singers Geburtstag gegeben. Sie soll der Auftakt für weitere Aktionen sein, um Singer wieder bekannter zu machen. Seine Stellvertreterin Susanne Kitschun betont auch Singers Einsatz für die Demokratie. So habe er sich für ein würdiges Andenken an die Gefallenen der Märzrevolution 1848 in Berlin eingesetzt.

Kommentare

Erinnerung an Paul Singer

Es ist positiv anzumerken, dass dieser Gedenktag an Paul Singer erwähnt wurde, leider ist jedoch der Beitrag etwas kurz geraten, um die Verdienste des Mitkämpfers von August Bebel hinreichend zu würdigen, schade.

Ausführliche Würdigung

Eine ausfürhliche Würdigung Paul Singers haben wir zu seinem 105. Todestag vor zwei Jahren veröffentlicht. Sie ist übrigens im Text oben auch verlinkt: https://www.vorwaerts.de/artikel/paul-singer-fast-vergessener-held-sozia...

Ausführliche Würdigung

Vielen Dank für den Hinweis; wie ich dort festgestellt habe, habe ich bereits damals angemerkt, dass unsere Gründungsväter eine ausführlichere Würdigung verdient hätten.

Rosa Luxemburg

Im Beitrag "Gerechtigkeit für die Kriegsgegnerin Rosa Luxemburg" fehlt leider die Kommentarfunktion; ich finde, dass in diesem Beitrag endlich mehr Klartext für Rosa Luxemburg geschaffen und die unrühmliche Rolle der damaligen führenden Köpfe, insbesondere Noske, aber auch Ebert, angeschnitten wurde.

Hier wäre endlich eine klare Distanzierung des Vorgehens gegenüber Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wie auch gegenüber den Aufständischen z.B. in Berlin und Bremen angemessen.

Kommentarfunktion

Hallo Peter
Du hast Recht - warum fehlt die Kommentarfunktion, warum ist bei manchen Artikel diese nach 1 oder 2 Tagen stillgelegt ? Die SPD muss die offene Diskussion wagen - nur so geht Erneuerung! Wer hat da Angst ?
Zu Pau Singer stelt sich die Frage ob der heute in der SPD noch eine Chance hätte ? Aber die Frage würde sich auch bei Bebel, Liebknecht oder LaSalle stellen.

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Danke Armin,

und schon ist auch dieser Artikel bereits verschwunden und muss im Gegensatz zu anderen Beiträgen, die seit Wochen auftauchen, gesucht werden.

Verschwunden?

Wo soll der Artikel verschwunden sein? Er steht im "Parteileben" ganz oben. Was sollen diese Unterstellungen?

Verschwunden?

Natürlich habe ich den Beitrag unter "Parteileben" ebenfalls entdeckt, sonst wäre ja mein Kommentar nicht möglich gewesen. Ich möchte nichts unterstellen, sondern lediglich anmerken, dass manche Beiträge nur kurze Zeit auf der Titelseite erscheinen, während andere relativ lange Zeit ins Gesicht fallen.

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Angst ?

Mag ja sein daß das andere Medien auch praktizieren.
Wenn das mit Angst nichts zu tun hat möchte ich doch gerne wissen (und anscheinend viele andere auch) waqrum manche Artikel nur kurz oder garnicht kommentiert werden dürfen. Warum sind Artikel mit dem Namen "Luxemburg" oder ähnliche so oft betroffen?
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Da vermisse ich was. Aber zur SPD Geschichte gehört ja auch (1914 ff) linke Redakteure von Sozialdemokratischen Zeitungen vermittels Kaiser's Büttel an die Front zu schicken.
Im Sinne einer Erneuerung muss auch das aufgearbeitet werden !