„Wir von der AG 60plus fahren seit 10 Jahren immer am dritten Sonntag im April zur Gedenkfeier in das ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück“, erzählt Werner Ratajczak (r.). Das Engagement des Fürstenberger Fördervereins Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück hatte sie beeindruckt. Der unterstützt die überlebenden Frauen von der Krim (Ukraine) mit Geld- und Sachspenden. „Unsere damalige Landesvorsitzenden und jetzige Ehrenvorsitzende Inge Frohnert und ich waren uns sofort einig, es dem Verein gleich zu tun“, so Ratajczak weiter. Sie begannen, auf verschiedenen Veranstaltungen der SPD, Geld zu sammeln.
9870 Euro
Der Fürstenberger Förderverein lädt die Frauen von der Krim jährlich für acht Tage ein. Am Tag des Gedenkens treffen Ratajczak und seine Mitstreiter sie 80 Kilometer nördlich von Berlin in Ravensbrück, dem größten, zuerst nur für Frauen bestimmten KZ in Deutschland. Im April 1941 wurde ein kleineres Männer-Lager angegliedert. Von 1939 bis 1945 gab es rund 110.000 weibliche und 20.000 männliche Häftlinge in Ravensbrück. Sie kamen aus vielen Ländern, darunter Polen, Sowjetunion und Deutschland. Am 30. April 1945 fand die Rote Armee noch 3500 kranke Insassen vor. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Gedenkstätte mit einem zentralen Mahnmalsplatz, dem Krematorium und einem ehemaligen Häftlingslager.
In feierlicher Runde übergeben die Mitglieder der AG 60plus die Spende. 1500 Euro konnte Maria Frolowa (l.) in diesem Jahr für die Frauen auf der Krim mitnehmen, um sie dort gerecht zu verteilen. Von 2000 bis 2009 waren es insgesamt 9870 Euro.
Quer durch Berlin
Den Abreisetag gestalten traditionell die Berliner für die Frauen. Mehrmals waren sie schon Gäste des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Walter Momper. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit lud sie ins Rote Rathaus ein. Es gab Stadtrundfahrten und Besichtigungen der Sowjetischen Ehrenmale in Treptow und Tiergarten.
In diesem Jahr schauten sie sich auf Einladung des Abgeordneten Jörg-Otto Spiller den Reichstag an. „Wenn wir sie dann im Zug nach Simferopol verabschiedet haben, können sie sich von den erlebnisreichen Tagen mit den Fürstenberger Förderverein und uns auf einer 45-Stunden-Reise zur Krim erholen “, freut sich Ratajczak. Und fügt hinzu: „Natürlich werden wir die Frauen auch nächsten Jahr wieder mit Geldspenden unterstützen.“
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