Ort: München
Der Aufstieg und der Erfolg des Rechtspopulisten Pim Fortuyn im Jahre 2001, der maßgeblich auf seinen Sprüchen gegen Migranten und das politische Establishment basierte, schreckte das Land auf. Das Boot sei voll, so Fortuyns markige Feststellung. Das Attentat auf ihn im Mai 2002, wenige Tage vor den niederländischen Parlamentswahlen, verhinderte die Übernahme eines politischen Spitzenamtes durch den früheren Sozialdemokraten. Vollends ins Wanken geriet das niederländische Gleichgewicht zwei Jahre später nach einem weiteren Mord – am Filmemacher Theo van Gogh, den ein Islamist marokkanischer Herkunft auf einer belebten Amsterdamer Straße niederstach.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt erfasste das Land eine Debatte, die der Soziologe Paul Scheffer bereits im Jahre 2000 angestoßen hatte. Sein Essay „Das multikulturelle Drama“, veröffentlicht in der niederländischen Tageszeitung NRC-Handelsblad, führte zu einer Art der nationalen Selbstbetrachtung. Die späte Einsicht: Das gesellschaftliche Miteinander war kaum mehr als ein Nebeneinander gewesen und Toleranz wurde mit Gleichgültigkeit verwechselt.



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Ah ja.
die hühner
Felix Krebs