Kelber: "Handeln zu Gunsten der Saatgutmonopolisten unerträglich" FDP will Gentechnik-Verbot kippen

von Red. - 07.10.2009

Ulrich Kelber ist Dipl.-Informatiker und seit September 2000 Mitglied des Deutschen Bundestags, Direktmandat des Wahlkreises Bonn (Nordrhein-Westfalen).

Mehr Informationen unter: www.ulrich-kelber.de

In den Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP um die Gentechnologie will die FDP das Anbauverbot von Genmais kippen. Die CSU lehnt einen kommerziellen Anbau bisher jedoch ab. „Diese Haltung der FDP war zu erwarten“, sagte der SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber zu vorwärts.de. „Die CSU muss jetzt zeigen, ob ihre gentechnisch-kritische Haltung vor der Wahl nur geschauspielert war, oder ob sie es ernst meint“, so Kelber weiter.

Es sei „unerträglich, wie die FDP zu Gunsten der Saatgutmonopolisten handelt. Gegen den erklärten Wunsch der Bevölkerung, gegen die Interessen der deutschen Landwirte, gegen Artenvielfalt und Naturschutz“, so Kelber.

Die Sitzung der Arbeitsgruppe Agrar,- Umwelt,- und Verbrauchrpolitik, wird von der bisherigen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und dem FDP-Abgeordneten Michael Kauch geleitet.

Das Anbau-Verbot für den Genmais des US-Konzerns Monsanto, MON 810, hatte das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium während der Großen Koalition aus CDU und SPD im April verhängt. Kritiker befürchten nun, dass es unter der neuen Regierung schnell rückgängig gemacht werden könnte. Greenpeace warnt auf seiner Internetseite vor den Risiken für Gesundheit und Natur.

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Bundesland: Bayern  
AutorIn: Red.  

FDP will Gentechnikverbot kippen

Bild von Peter Langelüddeke

Es sei unerträglich, wie die FDP zu Gunsten der Saatgutmonopolisten handelt, findet Ulrich Kelber, und es sei gegen die Interessen der deutschen Landwirte. Was ist daran unerträglich? Warum hat denn dann Frau Aigner den MON 810-Anbau verbieten müssen? Da gab es doch tatsächlich Landwirte die so verwegen waren, diesen Mais trotz aller Diffamierungen anbauen zu wollen. Frau Aigner hatte sich auf gewisse wissenschaftliche Studien aus dem Ausland berufen, die aber mittlerweile von ihren eigenen Wissenschaftlern als nicht ausreichend für das Verbot eingestuft worden sind. Aber das Urteil der eigenen Wissenschaftler gilt natürlich nicht, denn das ist politisch unerwünscht. Ich bin sicher, dass der Genosse Kelber diese Stellungnahmen kennt. Warum schiebt er sie dann als irrelevant an die Seite? Und wieso ein Anbau von Genmais oder anderen gentechnisch veränderten Arten Artenvielfalt und Naturschutz schädigen sollen, ist sein wohlgehütetes Geheimnis. Er hat sicher auch schon mal etwas davon gehört, dass allein im letzten Jahr weltweit über 13 Millionen Landwirte transgene Pflanzen auf über 125 Millionen Hektar angebaut haben. Warum verschließt er davor die Augen? Ohne die Landwirte, die das Saatgut kaufen, stünden die Saatgutmonopolisten schutzlos im Regen. Aber es läßt sich natürlich wunderbar Propaganda damit machen, dass man die ungeliebte Technologie auf ein paar Monopolisten reduziert, die nur an ihren Profit denken (das tun sie natürlich! Wie jeder Kneipenwirt auch!), gleichzeitig aber den Blick auf die Landwirte nicht wagt.

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