Offener Brief von Egon Bahr, Erhard Eppler und Hans-Jochen Vogel an BILD-Chefredakteur Kai Diekmann

Anlässlich der Berichterstattung über die deutschen Friedensnobelpreisträger am 24. August 2005 in der BILD Zeitung wenden sich die ehemaligen Bundesminister und SPD-Politiker Egon Bahr, Erhard Eppler und Hans-Jochen Vogel in einem offenen Brief an den BILD-Chefredakteur Kai Diekmann. Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Diekmann,

"So kam Willy Brandt an den Nobelpreis" (BILD, 24. August 2005) ist ein schändliches Schmierenstück. Der Friedensnobelpreis für Willy Brandt wurde

weltweit als gute Wahl anerkannt. Gleiches gilt selbstverständlich für den in dem Artikel ebenfalls herabgewürdigten Carl von Ossietzky.

Ausgerechnet ein im eigenen Land erscheinendes Blatt diffamiert nachträglich beide deutsche Preisträger, an die wir mit Stolz denken.

Willy Brandt ist von der Entscheidung des Komitees im November 1971 genauso überrascht worden wie seine engsten Mitarbeiter. "BILD" kennt die festgelegten Prozeduren der Nominierung, von denen natürlich nicht zugunsten von Deutschen abgewichen wird.

Sie sollten dafür sorgen, dass auch im Wahlkampf das Minimum von politisch-journalistischem Anstand nicht unterschritten wird.

Egon Bahr Erhard Eppler Hans-Jochen Vogel

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