Konjunktur schwächt sich ab

von Karsten Wiedemann - 04.09.2008
Obwohl sich der Bund im ersten Halbjahr 2008 über einen deutlichen Haushaltsüberschuss freuen konnte, trübt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zunehmend ein. Erstmals seit vier Jahren sank das Bruttoinlandsprodukt. Auch das Konsumklima sowie der IFO-Geschäftsklimaindex verschlechterten sich im August.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichnete der Bundeshaushalt im ersten Halbjahr 2008 einen Überschuss von 6,7 Miliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2007 waren es 4,2 Milliarden Euro gewesen. Das Konkunkturbarometer zeigt dennoch nach untern: Der monatlich unter 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex ist im August das dritte Mal in Folge gesunken. Er steht nun bei 94,8 Punkten, im Juli waren es 97,5 Punkte. Damit war der Rückgang stärker als von Eperten erwartet. Auch die Konsumstimmung trübte sich deutlich ein. Nach Angaben des Marktforschungsinstitus GfK sank der entsprechende Index auf 1,5 Punkte, er steht damit auf dem niedrigsten Wert sei fünf Jahren. Verantwortlich seien die verschlechterten Konjunkturaussichten sowie Preiserhöhungen, teilte GfK mit. Die Konsumneigung habe daher erneut nachgelassen. Die Ergebnisse der GfK-Studie basieren auf monatlich rund 2000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Nur noch wenige Haushalte rechnen offenbar mit einer raschen Konjunkturbelebung. "Wenn man sich die finanziellen Möglichkeiten der Haushalte anschaut, dann wird das Weihnachtsgeschäft wahrscheinlich nicht sehr berauschend", so Konsumforscher Rolf Bürkl (Gfk). Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank im zweiten Quartal des Jahres zudem das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Besonders stark gingen die Investitionen in der Baubranche zurück. Sie wiesen ein Minus von 3,5 Prozent auf. SPD lehnt Steuersenkungen ab Trotz der sich abschwächenden Konjunktur lehnte der SPD-Haushaltsexperte weitere Steuersenkungen ab. "Ich vertrete die Meinung, dass wir den Konsolidierungskurs fortsetzen sollten", sagte Schneider der Nachrichtenagentur Reueters. Das gelte gerade auch angesichts der schwächeren Wachstumsaussichten. "Die Möglichkeiten, die es geben könnte für Entlastungen, sollte man bei der Arbeitslosenversicherung nutzen, um zu einer Senkung der Beiträge zu kommen."

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AutorIn: Karsten Wiedemann  

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