“Was ist nach 60 Jahren Demokratie bei den Menschen in der Bundesrepublik angekommen?” Diese Frage stellte sich Museumspädagogin Dr. Caroline Gritschke im Jubiläumsjahr und machte daraus gleich - ihrem pädagogischen Auftrag gemäß - eine Veranstaltung für das Haus der Geschichte.
An zahlreichen Stationen im Museum wurden die Besucher zum Mitmachen aufgefordert: Ein Quiz fragte zum Beispiel nach der Geschichte Baden-Württembergs und der Entwicklung der Demokratie. Das Frage- und Antwortspiel fand großes Interesse. Aber keiner der Besucher konnte alle Fragen richtig beantworten. Und wie war das damals mit den Bürgerbewegungen, mit Umweltschutz und Frauenrechten, Tschernobyl und der RAF? All diese Themen sind in der Abteilung “Museum der Gegenwart” ausführlich und anschaulich dokumentiert. Was können Mütter und Väter ihren Kindern aus eigener Erfahrung dazu erzählen? Gerade diese Station erwies sich als spannend - und offenbar lehrreich, wie Caroline Gritschke berichtet. Als Eltern ihren Kindern aus den Zeiten der Friedensbewegung erzählten, war das Interesse der Jüngeren groß. Aber dass die weiße Taube das zentrale Symbol für Frieden und die deutsche Friedensbewegung ist, war nicht allen Jugendlichen bekannt.
An einer anderen Station durften Erwachsene und Jugendliche darüber abstimmen, ob das achtjährige Gymnasium wieder abgeschafft wird oder ob es bleiben soll. Zur Einstimmung gab es ein Pro-und-Contra-Video mit den wichtigsten Argumenten. Zwei 14-jährige Mitglieder des Museumsclubs “H-Team” hatten das Video produziert. Die darauf folgende, nicht repräsentative Abstimmung lieferte ein eindeutiges Ergebnis: eine überwältigende Mehrheit für die Abschaffung des G-8.
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