Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Mitgliederansturm auf dem Bundesparteitag

von Florian Kaiser - 01.12.2009
In der Weimarer Republik schützte das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold noch Veranstaltungen der SPD vor den Überfällen der Nationalsozialisten und Kommunisten. Am Infostand auf dem Bundesparteitag in Dresden ging es dagegen wesentlich friedlicher zu. Mehr als 20 Eintritte konnte das Reichsbanner verzeichnen – darunter auch einen prominenten.

Noch am Stand am Rande des Parteitagsplenums unterschrieb der hessische Partei- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel die Beitrittserklärung und wurde herzlich begrüßt. Schäfer-Gümbel lag im Trend: Mehr als 20 Neueintritte verbuchte der „Bund aktiver Demokraten“ in Dresden. Für Bundesgeschäftsführer Florian Kaiser ein gutes Zeichen: „Die vielen Eintritte allein auf dem Bundesparteitag und diverse Anfragen aus der ganzen Bundesrepublik belegen die große Unterstützung, welche das Reichsbanner besonders aus der Mitgliedschaft der Sozialdemokratie erfährt.“

Kampf um die Köpfe statt mit Nazis

Drei Tage lang informierten die Mitglieder über Geschichte und Arbeit des Vereins. „Das Reichsbanner schlägt sich heute nicht mehr mit den Nazis auf der Straße, sondern widmet sich der Bekämpfung extremistischer Entwicklungen durch Bildungsarbeit und führt damit den Kampf um die Köpfe“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende Cornelius Zimmermann.

Beispielhaft für die Tätigkeit des Reichsbanners sei die Veranstaltung mehrtägiger Seminare für Schüler und Auszubildende, Podiumsdiskussionen, Entwicklung programmatischer Grundlagen in den Themenfeldern Grundrechte und wehrhafte Demokratie, sowie die Förderung und Aufbereitung der historischen Erforschung des Widerstandes gegen totalitäre Regime. Wer sich über den Verein informieren wolle, sei eingeladen über die neue Internetseite des Landesverbands Hessen Kontakt aufzunehmen.

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Channel: Gegen Rechts  
Bundesland: Hessen  
AutorIn: Florian Kaiser  

Lehren aus der Geschichte ziehen

Bild von JohannesS

Es ist sehr begrüßenswert, dass die Geschichte des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold auf diese Weise fortgesetzt wird. Das Reichsbanner war zu Zeiten der Weimarer Republik weniger paramilitärischer Arm der Parteien SPD, DDP und des linken Flügels des Zentrums, sondern eher ein Schutzbündnis zur Verteidigung von Republik und Demokratie.

Es sollte nicht vergessen werden, dass es letztlich aufgrund des Ausscheidens des Zentrums aus dem demokratischen Block und der mangelnden Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen SPD und den links von ihr stehenden Parteien nicht gelang die Republik gegen die Nazis und ihre Helfershelfer zu verteidigen. Daraus lassen sich (auch wenn unsere Demokratie nicht ernsthaft bedroht ist) auch heute noch Lehren ziehen...

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